Aufsparrendämmung im Neu- und Altbau

Durch die letzten Änderungen in der EnEV sehen sich einige Bauherren veranlasst, ihr Dachgeschoss nachträglich zu dämmen. Der bisherige Dämmwert reicht eventuell nicht länger aus, um die Energieeinsparverordnung zu erfüllen. Die Aufsparrendämmung beziehungsweise Übersparrendämmung ist hier eine gute Lösung, denn sie erhält den bereits ausgebauten Wohnraum ohne Ein­schränkungen, weist im Vergleich der Dämmmethoden die höchste Effektivität auf und ist mit anderen Methoden leicht kombinierbar. Einige Arbeitsschritte beim Verbauen der Aufsparrendämmung lassen sich vom geübten Handwerker selbst übernehmen.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Thorben Frahm, Redakteur www.Daemmen-Und-Sanieren.de
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Aufsparrendämmung - Dämmen ohne Wohnraumverlust

Bild: Deutsche Rockwool Mineralwoll GmbH & Co. OHGAnders als bei der Zwischensparrendämmung und der Untersparrendämmung wird die Auf­sparren­dämmung außen auf den Sparren aufgelegt. Die Dämmschichten auf den Sparren deckt dann die gesamte Dachfläche ab. Die Übersparrendämmung gilt als das Verfahren, das die beste Dämmwirkung erzielt.

Im Idealfall wird lediglich die Dachhaut, also die Dachziegel, abgetragen. Diese Methode erlaubt es, den bereits fertig ausgebauten und renovierten Dachwohnraum komplett zu erhalten. Weder ein Versetzen der Wandverkleidung noch ein Aus­tausch der eventuell bestehenden Zwischen­sparren­dämmung sind bei der Übersparrendämmung nötig. Die Aufsparrendämmung eignet sich also insbesondere im Altbau und den dort fertig ausgebauten Dachgeschossen. Auch bei vorhandener, aber unzureichender Dachdämmung ist die Aufsparren­dämmung sinnvoll einsetzbar. Als wärmebrückenarme Dachdämmung umgeht sie die Wärmebrücke Holz im Dachstuhl. Weiterhin hält sie das Dach sehr leicht luft- und winddicht und die Unterkonstruktion ist gut vor Temperaturschwankungen geschützt.

Da grundsätzlich das gesamte Dach abgedeckt werden muss, ergibt der Aufbau einer Aufsparren­dämmung dann Sinn, wenn im Altbau bereits eine Dachstuhlsanierung mit anschließender Neueindeckung des Daches geplant wird. Auch bei kleineren Bauvorhaben kann es hilfreich sein, die Dämmung des Dach­geschosses nach außen zu verlegen, um so wertvollen Wohnraum im Inneren zu erhalten. Bei Neubauten ist die Aufsparrendämmung die optimale Lösung, da kein zusätzlicher Aufwand entsteht - eine Ab- und Neueindeckung des Daches entfällt.

Kosten der Aufsparrendämmung: die Vollkosten der Aufsparrendämmung inklusive Abbruch der Dachhaut, Montage der Dämmschicht, Erstellung einer neuen Dachhaut liegen bei einem Steildach im Altbau zwischen 130 und 240 Euro pro Quadratmeter Dachfläche.


Aufsparrendämmung: Material und Aufbau

Mögliche Dachdämmstoffe für die Aufsparrendämmung sind Glaswolle, Steinwolle und Hart­schaum­platten aus Polyurethan. Je nach System wird der Dämmstoff dann "Stoß an Stoß" oder mittels "Nut und Feder" - System verlegt. Um entsprechende Winddichtigkeit und Belastbarkeit zu realisieren, empfiehlt sich das Verkleben der Stöße mittels Klebestreifen.

Nach Abdecken des Daches werden die einzelnen Dämmelemente direkt auf der Holzschalung und der Dampfbremse oberhalb der Dachsparren aufgebracht. Darauf folgt der Aufbau der Konterlattung, der Dachlatten und der eigentlichen Dachziegel. Der Aufbau von unten nach oben verläuft also:

  • Sparren
  • Evtl. Schalung auf den Sparren, falls keine biegfesten Dämmplatten zum Einsatz kommen
  • Dampfsperre
  • Dämmung
  • diffusionsoffene Unterspannbahn oder Unterdeckung
  • Konterlattung
  • Traglattung
  • Dachziegel

Wie man bei der Aufsparrendämmung im Altbau Kosten spart

Bei diesen Arbeitsschritten lassen sich für den Bauherren Kosten einsparen, wenn er das Dach­abdecken sowie die Hilfsarbeiten wie das Zureichen der Dämmplatten übernimmt. Denn der Aufbau der Aufsparrendämmung ist nicht wie bei der Zwischen- und Untersparrendämmung durch die gesamte Dachkonstruktion geschützt. Ein sicheres Anbringen der Dämmplatten muss deshalb gewährleistet sein, um Schäden an der Dachhaut bei den hiseigen Witterungsbedingungen zu vermeiden. Die eigentliche Übersparrendämmung am Dach sollte deswegen bei dieser Dämmmethode lieber der Fachmann übernehmen.

Achten Sie bei der Aufsparrendämmung darauf, dass die Arbeiten am Dach EnEV konform sind, damit die Kosten der Dachdämmung sich wirklich bezahlt machen.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Aufsparrendämmung

Dach neu eindecken und isolieren: Aufdachdämmung mit Zwischensparrendämmung?

Wir wollen unser Dach neu eindecken und auch gleich gut Isolieren. Bevor ich mich jetzt an die Dachdeckerfirmen wende, wollte ich mal ein paar Erfahrungsberichte einholen. Es handelt sich um ein Reiheneckhaus mit Satteldach und einer Gesamtfläche von ca- 70-80 qm. Der Dachboden ist schon von innen entkernt und die Sparren liegen frei. Da wir das Dach auch neu eindecken möchten, bietet sich vielleicht eine Aufdachdämmung an in Kombination mit einer Zwischensparrendämmung. Ich bin jetzt auf die Bauder PIR/PUR Aufsparrendämmung gestoßen. Die Dämmwerte sollen super sein, nur habe ich aber in anderen Foren gelesen, dass der Schallschutz nicht so vorhanden ist. Unsere Sparren haben nur eine Höhe von 120 mm und nach Innen möchte ich nicht aufdoppeln, wegen dem Verlust der Raumhöhe. Um die ENEV erfüllen zu können, müssten wir mindesten eine Zwischensparrendämmung von 20 cm aufweisen. Der Dachboden wird zu einem Schlafzimmer ausgebaut. Daher war meine Überlegung eine Bauder Aufsparrendämmung in Höhe von 10cm zu machen und zusätzlich für den Schallschutz eine 12cm Zwischensparrendämmung mit Glaswolle. Hat jemand von euch Erfahrung in dieser Kombination? Gibt es vielleicht auch bessere Lösungen?
Antwort von TT-Bau UG

Moin moin, es gibt eine andere Variante und zwar eine etwas dickere Holzweichfaserplatte als Aufsparrendämmung 160mm und im Gefach dann 120mm Mineralwolle oder ebenfalls Holzfaserdämmung ist vom Schallwert deutlich besser als Bauder und noch wichtiger ist die Fasenverschiebung durch aufheizen im Sommer Holzfasern leiten die Wärme deutlich zeitverzögert nach innen ... ich hoffe ich konnte ihnen helfen... mfg Torsten Schulz Firma TT-Bau aus Harrislee

Dachdämmung eines Dachateliers

Es geht um die Dachdämmung eines Dachateliers im älteren Einfamilienhaus . Die Sparren sind sichtbar und auf der Oberseite dicht mit Brettern verkleidet . Jetzt wurde uns folgender Vorschlag unterbreitet , die Sparren von unten mit Rigips verkleiden und eine Einblasdämmung anwenden . Unabhängig von der verlorengehenden Optik stellen sich für mich zwei Fragen : Das Verfahren als solches , die Rigpisverkleidung , die dann erforderlichen Spachtel und Verputzarbeiten , ist das nicht kostenmäßig gleich oder fast gleich wie eine Aufsparrendämmung ? Ist die Qualität einer Einblasdämmung gleichwertig mit einer 14 -16cm starken Aufsparrendämmung ?
Antwort von Batir Design

Nein das ist nicht das selbe wen man es genau sieht ist es ja so end weder von innen Dämmen oder außen ich selber sage von außen aber das ist halt mit Kosten verbunden von innen ist halt die einfache Variante wobei das auch mal schnell 10000 Kosten kann

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