Dach von innen dämmen – Die Untersparrendämmung

5. August 2022
Bei der Untersparrendämmung handelt es sich um eine Dachdämmung von innen. Speziell bei einer nachträglichen Dämmung Ihres Altbaus bietet sie die ideale Ergänzung zur Zwischensparrendämmung. Dadurch sparen Sie zu Zeiten steigender Preise Energie und Heizkosten und vermeiden unnötigen Wärmeverlust. Erfahren Sie im folgenden Artikel alles über die Vor- und Nachteile einer Untersparrendämmung, Kosten sowie Fördermöglichkeiten.
Georgina Motzke
Dieser Artikel wurde von
Georgina Motzke für www.Daemmen-Und-Sanieren.de verfasst.
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DachDachdämmungUntersparrendämmung

Inhalt:

Vor- und Nachteile einer Untersparrendämmung im Überblick
Kosten einer Untersparrendämmung
Untersparrendämmung: Förderung
Untersparrendämmung: Aufbau

Fazit: Wann ist eine Untersparrendämmung sinnvoll?

Vorbereitung einer UntersparrendämmungDie Untersparrendämmung erfolgt von innen und dient als Ergänzung zur Zwischensparrendämmung. | Foto © Eigens, Adobe Stock

Vor- und Nachteile einer Untersparrendämmung im Überblick

Durch eine effiziente Dachdämmung sparen Sie bis zu 30 Prozent Ihrer Energiekosten. Bei steigenden Heizkosten bieten sich daher Maßnahmen an, die Ihre Kosten langfristig senken.

Was ist eine Untersparrendämmung? Neben einer Aufsparrendämmung, die zwar nutzbringend, aber gleichfalls kostspielig ist, haben Sie zusätzlich die Option, Ihr Dach von innen zu dämmen. Bei der Untersparrendämmung handelt es sich um eine Zusatzdämmung zur Zwischensparrendämmung. Da die Dämmung von innen angebracht wird, verliert der Dachboden an Raum. Daher verwenden Sie oftmals Dämmmaterialien, die im Schnitt maximal 30 bis 60 Millimetern dick sind. Allein mit der Untersparrendämmung erzielen Sie keinen ausreichenden Dämmschutz. Ergänzend zur Zwischensparrendämmung, bei der die Sparren eine Gefahr für Wärmebrücken darstellen, erreichen Sie in Kombination einen geeigneten Dämmschutz Ihres Daches. Darüber hinaus verringern Sie Wärmebrücken, da der Dämmstoff die Sparren von innen gänzlich abdeckt.

Im Gegensatz zur Aufsparrendämmung müssen Sie nicht das komplette Dach sanieren und abdecken. Dies ist speziell bei einer vorhandenen Photovoltaik- oder Solarthermieanlage praktisch, da sie nicht extra demontiert werden muss. Diese Dämmmethode eignet sich daher speziell für das nachträgliche Dämmen Ihres ausgebauten Dachbodens im Altbau.

Vorteile Untersparrendämmung

Nachteile Untersparrendämmung

Verhältnismäßig kostengünstig

Nicht als alleinige Dachdämmung geeignet

Ideale Ergänzung zur Zwischensparrendämmung

Förderung nur bei entsprechendem U-Wert

Mindert die Gefahr von Wärmebrücken an Dachsparren

Wohnraumeinbuße

Verbesserter Wärmeschutz & senkt die Energiekosten

Dachsparren liegen im Außenbereich und sind anfälliger für Witterung

Kosten einer Untersparrendämmung

Die Kosten für eine Dachdämmung variieren je nach gewählter Methode. Die Untersparrendämmung ist im Vergleich zur Aufsparrendämmung vergleichsweise kostengünstig. Die Kosten setzen sich aus den Preisen für Dämmstoff, Montage und sonstige Materialien zusammen. Pro Quadratmeter liegen Sie hier bei durchschnittlich 35 bis 80 Euro. Bei einer Fläche von 120 Quadratmetern bewegen Sie sich somit bei etwa 4.200 bis 9.600 Euro.

Für die Installation müssen Sie nicht von außen über ein Gerüst ans Dach gelangen. Da der Arbeitsaufwand geringer ausfällt als bei einer Aufsparrendämmung, bietet die Untersparrendämmung eine kostengünstige Alternative. Bedenken Sie jedoch: Hierbei handelt es sich lediglich um eine Zusatzdämmung. Zusätzlich Kosten für die Zwischensparrendämmung sollten Sie daher berücksichtigen.

Dämmstoffe und Materialkosten

Preise für Dämmstoffe variieren abhängig vom gewählten Material. Für eine Untersparrendämmung eignen sich verschiedene Dämmstoffe. Je nach gewähltem Dämmmaterial ergeben sich im Durchschnitt Kosten von rund zehn bis 40 Euro pro Quadratmeter. Entscheiden Sie sich beispielsweise für Schilfplatten als Dämmung fallen die Kosten mitunter höher aus. Sie betragen im Schnitt zwischen 40 und 90 Euro pro Quadratmeter. Mineralwolle wie Stein- oder Glaswolle sind gängige Dämmmaterialien, die oftmals als Untersparrendämmung fungieren. Die Preise bewegen sich hier zwischen durchschnittlich zehn und 25 Euro pro Quadratmeter.

Weitere Materialkosten rechnen Sie für die Dampfbremsfolie, Sichtschalung und Konterlattung ein. Diese belaufen sich im Schnitt auf zehn bis 20 Euro pro Quadratmeter.

Kosten für die Montage

Je nach gewähltem Fachbetrieb und Voraussetzungen der zu dämmenden Fläche variieren auch hier die Kosten. Rechnen Sie mit durchschnittlichen Preisen von 30 bis 50 Euro pro Quadratmeter.

Entscheiden Sie sich, die Montage der Untersparrendämmung selbstständig durchzuführen, sparen Sie an dieser Stelle Kosten ein. Bedenken Sie jedoch: Ein Fachbetrieb gewährleistet einen reibungslosen Ablauf Ihres Sanierungsprojektes. Die Fachleute arbeiten professionell und zuverlässig, sodass keine Folgeschäden entstehen. Im ungünstigsten Fall entstehen bei der Selbstmontage Schäden an Dämmung und Bausubstanz. Durch Wärmebrücken und Feuchtigkeit steigt die Gefahr der Schimmelbildung. Gleichfalls könnte sich die Dämmwirksamkeit verringern.

Kostenbeispiel einer Untersparrendämmung

Dem folgenden Beispiel entnehmen Sie die mögliche Kostenzusammenstellung einer Untersparrendämmung bei einer zu dämmenden Fläche von 120 Quadratmetern:

Dämmstoffkosten

3.000 Euro

Sonstige Materialkosten

1.800 Euro

Kosten für die Montage

4.200 Euro

Gesamtkosten

9.000 Euro

Untersparrendämmung: Förderung

Ein optimaler Wärmeschutz sorgt für eine Verringerung der Heizkosten sowie der erzeugten Emissionen. Der Staat fördert daher die Wärmedämmung Ihres Daches. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erhalten Sie vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine Förderung für Ihr Sanierungsvorhaben. Damit senken Sie Ihre Kosten um bis zu 20 Prozent. Der Standard-Zuschuss der BEG EM beträgt bei der Sanierung der Gebäudehülle 15 Prozent. Findet die Dämmung Ihres Daches als Maßnahme eines individuellen Sanierungsfahrplans statt, erhalten Sie zusätzlich einen Zuschuss von fünf Prozent.

Änderungen der BEG

Wichtig: Nach aktuellen Änderungen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz gelten ab dem 15. August 2022 Änderungen der Richtlinien in Bezug auf die BEG. So ist eine Kreditförderung bei der KfW für Einzelmaßnahmen nicht mehr möglich. Alternativ haben Sie die Option, Ihre Dachdämmung über die KfW zu finanzieren, wenn die Maßnahme zur Sanierung zum Effizienzhaus zählt.

Für die Antragstellung der Förderung benötigen Sie einen Energie-Effizienz-Experten! Weiterhin setzt die BEG einen U-Wert von mindestens 0,14 Watt pro Quadratmeter und Kelvin voraus.

Eine mögliche Kostenersparnis durch die BEG entnehmen Sie der folgenden Tabelle:

Kosten Untersparrendämmung

9.000 Euro

BEG Regelfördersatz

15 Prozent

1.350 Euro

Individueller Sanierungsfahrplan

5 Prozent

450 Euro

Gesamtkosten

7.200 Euro

Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes

Im Gebäudeenergiegesetz (GEG) finden Sie die gesetzlichen Anforderungen, die Sie bei Ihrer Dachdämmung einhalten müssen. Dadurch ermöglicht es einen sparsamen Einsatz von Energie bei Wohn- und Nicht-Wohngebäuden in Deutschland.

Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert)

Der Wärmedurchgangskoeffizient, kurz: U-Wert ist die Kennzahl für den Wärmeverlust eines Gebäudes. Er beschreibt die Menge an Wärme, die durch ein Bauteil dringt. So verliert ein Gebäude vom warmen Inneren an die kühlere Umgebungsluft nach außen Wärmeenergie. Diese wird in Watt pro Quadratmeter und Kelvin angegeben (W / m2 x K).

Für die Dämmung Ihres Daches gelten die Bestimmungen für die Bauteilgruppe „Dachflächen sowie Decken und Wände gegen unbeheizte Dachräume“. Hier gilt nach GEG die Einhaltung eines U-Wertes von mindestens 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin in Wohngebäuden. Dazu zählen gegen die Außenluft abgrenzende Dachflächen einschließlich Dachgauben sowie gegen unbeheizte Dachräume abgrenzende Decken und Wände. Die Vorgabe gilt sowohl für den Ersatz als auch den erstmaligen Einbau.

Handelt es sich bei Ihrem Dachboden nicht um einen ausgebauten Wohnraum, haben Sie alternativ zur Untersparrendämmung die Option einer Dämmung Ihrer obersten Geschossdecke. Auch hier gelten die gleichen Vorgaben des GEG.

Wichtig: Erwägen Sie den Bezug einer Förderung für Ihre Dachdämmung, weichen die Vorgaben der BEG EM von denen des GEG ab! Das Gebäudeenergiegesetz sieht 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin vor. Mit einem geforderten U-Wert von mindestens 0,14 Watt pro Quadratmeter und Kelvin nach BEG fällt dieser Wert deutlich strenger aus.

Untersparrendämmung: Aufbau

Eine Untersparrendämmung eignet sich insbesondere, wenn Ihnen eine Aufsparrendämmung zu kostspielig ist oder sich für Ihr Gebäude nicht eignet. Als nachträgliche Dachdämmung und als Zusatz zur Zwischensparrendämmung finden die Dämmmaßnahmen von innen statt.

Folgende Abbildung zeigt Ihnen den schematischen Aufbau einer Untersparrendämmung im Querschnitt:

Aufbau einer Untersparrendämmung im Querschnitt

Auf die Zwischensparrendämmung bringt der Fachbetrieb die Dampfbremsfolie auf. Diese ist notwendig, um Feuchtigkeit und Schimmelbildung vorzubeugen. Diese können durch Temperaturschwankungen und daraus resultierendem Wasserdampf begünstigt werden.

Die Konterlattung erfolgt im nächsten Schritt quer zu den Sparren. Diese Dachlattung befestigt der Experte an den Dachsparren mit einem Abstand von circa 45 bis 60 Zentimetern zueinander. Sie dienen anschließend der Befestigung des Dämmmaterials. Dieses ist etwa einen Zentimeter breiter als der benötigte Abstand, sodass Sie es zwischen die Konterlattung klemmen können. Hier eignet sich Klemmfilz, das flexibel und passgenau eingeklemmt mit der Lattung abschließt. Dadurch bleibt kein Platz für Hohlräume. Da das Dämmmaterial die Sparren von unten gänzlich überdeckt, verringern sich Wärmebrücken, die bei der Zwischensparrendämmung auftreten.

Abschließend bringt der Experte die Verkleidung an der Konterlattung an. Diese besteht oftmals aus Gipskarton und bildet den Abschluss als Sichtschutz.

Wir empfehlen Ihnen, für die Montage der Untersparrendämmung einen Fachbetrieb in Ihrer Nähe aufzusuchen. Dieser führt die Arbeiten fachmännisch und schnell durch. Bei der Selbstmontage entstehen schlimmstenfalls grob fahrlässige Fehler. Diese können Einbußen der Dämmfunktion und Schäden an der Bausubstanz zur Folge haben. Zudem benötigen Sie die Bescheinigung des Fachbetriebs als Nachweis über den eingehaltenen geforderten U-Wert.

Welche Dämmstoffe eignen sich?

Für die Untersparrendämmung eignen sich Dämmstoffe in Form von Dämmplatten und Dämmmatten. Eine Einblasdämmung ist bei dieser Methode nicht vorgesehen. Damit der Dachboden nicht zu viel Raum einbüßt, wählen Sie möglichst dünne Dämmmatten. Eine Stärke von 30 Zentimetern sollte hierbei jedoch nicht unterschritten werden, da Sie ansonsten keine ausreichende Dämmwirksamkeit erzielen.

Wichtig: Die Dicke der Untersparrendämmung darf maximal 20 Prozent der Dicke der Gesamtdämmung (Zwischen- und Untersparrendämmung zusammen) betragen. Beträgt die Dicke der Zwischensparrendämmung 16 Zentimeter, darf die Untersparrendämmung maximal vier Zentimeter betragen.

Die gängigsten Materialien für eine Untersparrendämmung sind Matten aus Stein- oder Glaswolle. Auch Polyurethan (PUR) oder organische Materialien wie Holzfasermatten eignen sich. Jeder Dämmstoff bietet Ihnen Vor- und Nachteile, die Sie vor der Montage beachten sollten:

· Synthetische Dämmstoffarten wie PUR oder EPS (Styropor) überzeugen mit einer sehr guten Dämmleistung. Jedoch besitzen sie eine schlechte Ökobilanz aufgrund ihrer Herstellung und sind nicht recyclingfähig.

· Organische Dämmstoffe wie Holzfaser oder Schilf sind hingegen umweltfreundlich und verfügen über einen guten Hitzeschutz. Allerdings sind Holzfaserdämmplatten auch anfällig für Pilze und verfügen aufgrund ihrer Verrottungsgefahr über eine begrenzte Lebensdauer.

· Eine mineralische Dämmung mit Stein- oder Glaswolle ist nicht brennbar und verfügt somit über eine besonders gute Baustoffklasse. Gleichzeitig ist Glaswolle schimmel- und ungezieferresistent, bietet jedoch nur einen mittleren Hitzeschutz. Steinwolle enthält hingegen viele Schadstoffe.

Dämmstoffart

Dämmstoff

Baustoffklasse

Vorteile

Nachteile

synthetisch

Polyurethan (PUR)

B1/B2

sehr gute Dämmleistung

schlechte Ökobilanz, nicht recyclebar

Expandiertes Polystyrol (EPS)

B1/B2

günstig, feuchtigkeitsbeständig, guter Hitzeschutz

hoher Energieaufwand bei der Herstellung, nicht recycelbar

mineralisch

Steinwolle

A1

nicht brennbar

enthält viele Schadstoffe

Glaswolle

A1

nicht brennbar, schimmelresistent, ungezieferresistent

mittlerer Hitzeschutz

organisch

Holzfaser

B2

umweltfreundlich, guter Hitzeschutz

pilzanfällig, Verrottungsgefahr

Fazit: Wann ist eine Untersparrendämmung sinnvoll?

Zu Zeiten steigender Energiepreise und Klimakrise ist es sinnvoll, langfristig Kosten zu senken. Bei einer optimalen Dachdämmung sparen Sie bis zu 30 Prozent Ihrer Energiekosten ein. Speziell für den unsanierten Altbau eignet sich die Option, eine bestehende Zwischensparrendämmung um eine Untersparrendämmung zu erweitern. Diese Maßnahme verringert den Wärmedurchgangskoeffizienten und erhöht die Dämmwirkung. Gleichzeitig sinkt die Gefahr für Wärmebrücken, die speziell im Bereich der Dachsparren auftreten.

Die Untersparrendeckung bietet sich an, wenn:

· Ihr Dach innerhalb der letzten Jahre bereits neu gedeckt wurde

· keine umfassende Dachsanierung in den nächsten Jahren vonnöten ist

· bereits eine Zwischensparrendämmung vorhanden ist

· Ihnen die Kosten für eine Aufsparrendämmung und Neueindeckung des Daches zu hoch sind

Wir empfehlen in jedem Fall: Ziehen Sie rechtzeitig einen geeigneten Fachbetrieb in Ihrer Nähe zurate und beziehen ihn in Ihre Planung ein. Dieser kann Ihnen professionell und beratend zur Seite stehen. Er informiert Sie über Kosten, Fördermöglichkeiten und das geeignete Material in Ihrem individuellen Fall. Gemeinsam finden Sie die bestmögliche Lösung für Ihr Sanierungsvorhaben.

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