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Zeltdach, das Dach ohne Dachfirst

Der Begriff „Zeltdach“ kann falsche Vorstellungen wecken, da Zelte ja sehr unterschiedliche Formen besitzen. Aber wenn man an die Indianerzelte in alten Winnetoufilmen denkt, kommt man dem Zeltdach sehr nah. Was im Vergleich zu anderen Dächern fehlt, ist der Dachfirst.
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Zeltdach: Eigenschaften & Varianten

Ein Einfamilienhaus mit Zeltdach - Bildquelle © beispielhaus.de

Ein Zeltdach besitzt drei oder vier Dachschrägen. Varianten mit vier Seiten haben die Zahl der Dachflächen mit Dachformen wie dem Walmdach gemeinsam.

Allerdings fehlt auch hier beim Zeltdach die obere Dachkante: der Dachfirst. Das ist die Kante, die – etwa beim Satteldach – durchs Zusammentreffen von zwei Dachflächen gebildet wird. Beim Zeltdach existiert keine Kante als oberer Dachabschluss. Stattdessen gibt es eine Spitze.

In Deutschland war diese eher für mediterrane Regionen typische Dachform lange Zeit vor allem Bauten wie Kirchtürmen vorbehalten. Sie setzt sich in den letzten Jahren aber auch beim Hausbau stärker durch. Ein Zeltdach mit vier Seiten auf einem quadratischen Haus wird Pyramidendach genannt. Das Zeltdach gibt es mit unterschiedlichem Neigungswinkel der Dachflächen. Je nach Definition der Begriffe und je nach Neigungswinkel baut man das Zeltdach als Steildach oder als flach-geneigtes Dach. Der Neigungswinkel hat unter anderem Einfluss auf die Eignung des Dachs für Solarmodule oder -Kollektoren.

Vor- und Nachteile von Zeltdächern

Beim Zeltdach ergibt sich bei Dachflächen mit einem maximal steilem Neigungswinkel so etwas wie eine nutzbare Dachgeschossfläche. Dafür ist der Wohnraum unterhalb des Daches oftmals größer als beim vergleichbaren Haus mit Satteldach oder Walmdach. Sprich, man hat ein weiteres Vollgeschoss ohne Dachschrägen. Bei der Zeltdachvariante mit einem flachen Dachflächen-Neigungswinkel sind Dach- und Wohnraum meistens klar voneinander getrennt, wodurch sich der Wohnraum im Sommer weniger aufheizt. Wie bei anderen Dachformen gilt auch beim Zeltdach: Bei steileren Dachflächen fließt Wasser besser vom Dach ab; bei flacheren Dächern muss man besonders gut auf eine regensichere Ausführung achten.

Auch ein Zeltdach eignet sich für Solarenergie

Generell eignet sich ein Zeltdach mit steiler geneigten Dachflächen besser für Solarmodule oder Kollektoren (siehe auch unsere Themenseiten zu Photovoltaik und Solarthermie) als ein sehr flach geneigtes Zeltdach. Bei ihm können Solarmodule für die Nutzung von Sonnenenergie auf dem Dach eventuell nur mit einer Zusatzkonstruktion (Aufständerung) im richtigen Winkel zur Sonne aufgestellt werden. Auch beim Thema „Dämmung“ kann die Neigung der Dachflächen eine Rolle spielen.

Um die Sonneneinstrahlung optimal nutzen zu können, sollte das Zeltdach eine Neigung von 25-35° haben.

Die Frage, ob das Dachgeschoss bewohnt wird oder nicht, ist ebenfalls bedeutend. Wird das Dachgeschoss nicht genutzt, ist eine Dämmung der oberen Geschossdecke mit Schüttdämmung oder Dämmplatten möglich. Bei einem genutzten Dachraum können die steiler geneigten Dachflächen etwa unter, zwischen und/oder auf den Sparren (Schrägbalken der Dachkonstruktion) gedämmt werden (hier finden Sie mehr zum Thema Dachdämmung).

Ein Zeltdach auf dem Carport

Viele Eigenheimbesitzer ziehen in Erwägung, ein Zeltdach auf dem eigenen Carport zu errichten. Oftmals besteht schon ein Zeltdach auf dem Hauptdach, oder es wird als optisches Gegenstück zum Flachdach oder Pultdach addiert. Dabei ist es nicht wichtig, ob das Carport schon besteht oder ebenfalls neu errichtet wird. Der Aufbau ist meist simpel und kann mit etwas Geschick auch ohne Fachmann erfolgen. Um sich mit den Maßen der Konstruktion aber nicht zu vermessen, sollte fachmännische Hilfe in Form einer Beratung/ Begutachtung wahrgenommen werden.

Dach-Fachbetriebe beraten unverbindlich, welche Art der Dämmung am besten geeignet ist. Unter obigem Link erhalten Sie kostenfrei Kontakt mit bis zu fünf Fachleuten aus Ihrer Region.

Dieser Artikel wurde erstellt von: Thorben Frahm, Redakteur www.Daemmen-Und-Sanieren.de