Dachsanierung: die Themen im Überblick

23. September 2020
Wer einen Altbau kauft oder besitzt steht irgendwann vor der Frage: wann muss eine Dachsanierung sein und wie erkennt man einen maroden Dachstuhl? Im Themen­bereich "Dachsanierung" finden Sie Informationen zu den einzelnen Bestandteilen eines Daches, zum Beispiel den Sparren und Pfetten, sowie praktische Tipps zur Dachsanierung und ihren Kosten.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Thorben Frahm, Redakteur www.Daemmen-Und-Sanieren.de
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Wann ist eine Dachsanierung sinnvoll?

Der Begriff Dachkonstruktion wird hier für den gesamten Dachaufbau mit tragender Unterkonstruktion und Dachhaut genutzt. Bisweilen ist mit ihm nur die tragende Schicht des Dachs gemeint, von der die Dachhaut unterschieden wird.

Eine Dachsanierung wird notwendig, wenn das Dach seine Aufgaben nicht mehr erfüllen kann. Diese Aufgaben sind:

  • der Schutz der Immobilie vor der Witterung (Dacheindeckung),
  • die im Haus erzeugte Wärme im Haus zu halten (Dämmschicht),
  • zu verhindern, dass Feuchtigkeit in der Dachkonstruktion Schaden anrichtet (Dampfsperre, Dampfbremse),
  • obere Dachschichten zu tragen (die eigentliche Dachkonstruktion aus mit Sparren und/oder Pfetten).

Ist das Dach ein Kaltdach, kommt eine Belüftungsschicht hinzu, während die Feuchtigkeitsbarriere meist wegfällt oder nur schwach ist, weil die feuchte Luft in diesem Fall durch die Dachkonstruktion bis zur Belüftungsschicht dringen soll, wo sie abtransportiert wird.

Es gibt einige Anzeichen, die für eine Dachrenovierung sprechen. Neben offensichtlichen Schäden an der Dachkonstruktion wie abgefallenen oder verrutschten Dach­ziegeln gibt es noch andere, weniger auffällige Indizien, dass eine Dach­sanierung oder Dachrenovierung ansteht. Eine kostenlose Beratung durch einen Dachdecker kann Aufschluss geben.

Eine möglichst gute Wärmedämmung als Teil der Dachhaut ist einerseits aus Kostengründen wichtig. Abhängig davon, wie das Dach konstruiert ist, gehen immerhin 15 bis 20% der Wärmeenergie im Haus verloren. Zugleich macht der Gesetzesgeber Vorgaben zur Mindestdämmwirkung von Dach und Dachhaut. Grundsätzlich gelten undichte Bereiche der Dachhaut, feuchte Stellen und Schimmelbefall, morsche Bestandteile wie Latten oder Traufe und fehlerhafte oder nicht fest sitzende Verbleiung von Ziegeln als dringende Anzeichen einer notwendigen Dach­erneuerung.

Sofern von innen zugänglich, lassen sich auch Risse in den Trägerbalken vom Dachstuhl oder Sägemehlspuren, die auf Holzwürmer hindeuten, als Zeichen für eine notwendige Dachrenovierung identifizieren. Auch das Alter eines Daches gibt Aufschluss: je nach Bauweise und Belastung kann ein handwerklich aufgesetztes Ziegeldach bis zu 50 Jahre halten. Spätestens dann sollte das Dach und seine Elemente wie der Dachstuhl aber genau unter die Lupe genommen werden. Eine Dachsanierung wird notwendig sein.

Eine Dachreparatur ist ein guter Anlass, sich über eine Modernisierung des Daches Gedanken zu machen. Wenn das Dach ohnehin geöffnet wird, kann man direkt die Dämmung verbessern und Heizkosten sparen.

Manchmal ist das sogar Pflicht. So legt die Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) in Anlage 3 fest, dass bei bestimmten Arten der Dachreparatur Werte für die maximal zulässige Wärmedurchlässigkeit einzuhalten sind. Hier muss man dann möglicherweise eine neue Dachdämmung einplanen.

Was ist bei einer Dachsanierung zu beachten?

Eine Dacherneuerung kann umgangen werden: durch regelmäßige Kontrolle und beständiges Ausbessern bereits schadhafter Dächer kann man eine Dachsanierung eine Weile lang hinauszögern. Die Dachrenovierung wird spätestens dann unumgänglich, wenn offensichtlich Feuchtigkeit eindringt. Dann ist der "Dachschwamm" zu befürchten, der wiederum eine massive Beeinträchtigung des Dachaufbaus mit sich bringt. Auch Dachbelichtung hat Einfluss auf das Wohlbefinden (ausreichend Tageslicht) und die energetischen Kennwerte des Daches (Wärmeverluste, Feuchtigkeitshaushalt und Luftwechsel). Es gilt, den richtigen Zeitpunkt abzupassen, um noch vor einer notwendigen kompletten Dacherneuerung eine kostengünstigere Dachsanierung durchführen zu können.

Nicht rechtzeitig erkannter Schimmelbefall, Feuchtigkeit in der Dämmung und morsche Balken, ob Warmdach oder Kaltdach, stellen eine massive Wertminderung des gesamten Objekts dar. Die Kosten für eine Dachsanierung oder Dacherneuerung amortisieren sich in der Regel schnell, wenn man erhöhte Heizkosten durch beeinträchtigte Dachdämmung und gesundheitliche Risiken durch Schimmelbefall in die Kalkulation einbezieht. Eine Dachsanierung wiegt deutlich weniger schwer wie die eigene Gesundheit.

Die Dachdämmung muss dabei vor allem zur Bausubstanz passen - eine sehr hohe Dämmstärke kann ohne begleitende Maßnahmen bei einem Altbau auch zu Problemen führen. Hier hilft die Planung mit einem Fachmann.

Asbest oder große Bauvorhaben: Dachsanierung nur durch den Fachmann

Experten vor Ort, insbesondere alt eingesessene Dachdeckerfirmen, haben das notwendige Know-how, um Schäden am Dach festzustellen. Für eine Dachsanierung oder Dachreparatur sollte man deshalb unbedingt qualifizierte Fachbetriebe wählen. Auch unabhängige Sachverständige können für eine Beurteilung der Notwendigkeit einer Dachsanierung hinzugezogen werden.

Insbesondere beim Kauf von einem Altbau sollte ein Sachverständiger ein Gutachten abgeben: die Kosten für eine komplette Dacherneuerung betragen meist mehrere zehntausend Euro. Dachrenovierung und Dacherneuerung können teilweise von geschickten Handwerkern selbst ausgeführt werden.

Sobald allerdings Asbest im Dach verbaut wurde, die komplette Dachdämmung, Pfetten oder Sparren erneuert werden müssen, gehört eine Dachsanierung unbedingt in fachmännische Hände. Handwerksbetriebe haben das Fachwissen, um eine Dachrenovierung oder eine komplette Dacherneuerung gemäß den Handwerksrichtlinien durchzuführen, was auf lange Sicht die Kosten der Dachsanierung senkt.

Wenn man ohnehin eine Dacherneuerung vornimmt, sollte man überlegen, ob man nicht eine energetische Dachsanierung anschließt. Wenn beispielsweise die Dacheindeckung abgenommen wird, ist das ein guter Zeitpunkt, um eine Aufsparrendämmung vorzunehmen. Auch eine Zwischen- oder Untersparrendämmung lässt sich bei Ohnehin-Maßnahmen vergleichsweise schnell aufbringen.

Arten und Möglichkeiten der Dachsanierung

Arten der Dachsanierung Beschreibung
Zwischensparrendämmung - Dach muss nicht neu gedeckt werden
- Dämmstoff wird zwischen den Sparren angebracht
Untersparrendämmung - Wärmebrücken der Zwischensparrendämmung reduzieren
- Dünne Dämmschicht und Abschluss mit Rigips
Aufsparrendämmung - Dämmung oberhalb der Dachsparren
- Kombination mit Neueindeckung des Daches
- Keine Baustelle im Wohnraum
Dachgeschossausbau - Zusätzlicher Wohnraum
- Kombination mit Innendämmung und Innenausbau
Dachbeschichtung - Reinigung bei Verschmutzungen oder Verfärbungen
- Auftragen einer Grundierung
- Auftragen von Farb- / Deckschickt (Reinacrylat)

Soll der Dachboden zu Wohnzwecken ausgebaut werden, muss das Dach die Kriterien der EnEV erfüllen und es muss auch gedämmt werden. Es kann sinnvoll sein in solchen Fällen nicht nur den Dachboden auszubauen, sondern auch zu dämmen und eventuell das Dach neu zu decken.

Wie lange dauert eine Dachsanierung?

Im Zuge einer umfassenden Dachsanierung mit Dachdämmung ist von einer Länge der Arbeiten von mehreren Wochen auszugehen. Die Wahl des richtigen Zeitpunkts spielt eine entscheidende Rolle bei der erfolgreichen Sanierung. Man sollte eine schrittweise Sanierung bevorzugen. Hier wird das Dach nur teilweise abgedeckt und bearbeitet, damit Schäden durch Regen- und Schneefälle vermieden werden können. Feuchtigkeit kann die Dämmstoffe schädigen, zu Wärmeverlusten führen und Bauschäden verursachen.

Was kostet eine Dachsanierung?

Die Kosten einer Dachsanierung liegen im Durchschnitt zwischen 50 Euro und 120 Euro pro m2. Sie sind abhängig von folgenden Faktoren:

  • Form des Daches

Abhängig von der Form des Daches und dem Alter des Hauses unterscheidet man verschiedene Arten der Sanierung: Flachdachsanierung, Steildachsanierung, oder Ziegeldachsanierung sind Beispiele für unterschiedliche Bereiche. Die Form des Daches hat einen Einfluss auf die Art der Dachsanierung und daher einen direkten Einfluss auf die Kosten.

  • Fläche des Daches

Je größer das Dach ist, desto höher sind logischerweise die Kosten. Anhand der Fläche des Daches ist es für den Dachdecker möglich das Ausmaß der Bauarbeiten abzuschätzen.

  • Gewünschtes Material für Dacheindeckung und Dämmung

Ein zusätzlicher Einflussfaktor der Kosten für eine Dachsanierung sind die gewünschten Materialien. Die Art der Dachziegel und das Dämmmaterial beeinflussen die Kostenrechnung direkt.

  • Art der Dachsanierung

Müssen Pfetten und Sparren ausgetauscht werden? Oder ist ein Austausch der Dachziegel notwendig. Ist eine zusätzliche Dämmung aufgrund eines ebenfalls geplanten Dachausbaus sinnvoll? Enthält die alte Dämmung noch Asbest? Die Antwort auf diese Fragen haben einen direkten Einfluss auf die Kosten des Dachausbaus.

Beispielhaft finden Sie hier die Kosten einer Dachsanierung im Überblick:

Komponente Kosten
Dach abdecken / Entsorgen der alten Dacheindeckung 8 - 18 Euro / m2
Gerüstaufbau 5 - 10 Euro / m2
Dachziegel Unterschiedlich je nach Art der Dachziegel (Details)
- Tonziegel 25 - 50 Euro / m2
- Kupferziegel 80 - 120 Euro / m2
Aufsparrendämmung 100 - 120 Euro / m2
Zwischensparrendämmung 80 - 120 Euro / m2
Untersparrendämmung 40 - 100 Euro / m2
Dachschrägen Einblasdämmung 20 - 50 Euro / m2
Arbeitsstunde Dachdecker 40 - 65 Euro / m2

Welche Förderung oder Zuschüsse gibt es bei einer Dachsanierung, hängt davon ab, ob Sie nur optische Veränderungen (z.B. Dachbeschichtung) oder auch energetische Maßnahmen durchführen. Inzwischen gibt es für energetische Dachsanierungen eine Vielzahl von zinsgünstigen Krediten oder direkten Investitionszuschüssen.

Ein Fachbetrieb für Dachsanierungen steht Ihnen bei der Planung und Durchführung der Sanierungsmaßnahmen zur Seite. Es gilt die Besonderheiten der Gebäudekonstruktion und der Bausubstanz zu erkennen und die energetisch optimale Lösung zu finden, die zu Ihrem Sanierungsbudget passt.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Dachsanierung

Feuchtigkeit im Dachgeschoss - Komplettsanierung oder Robaflex

Ich habe ein Haus mit BJ 1964. Die Dachzeigel liegen auf der Lattung. Keine weitere dämmung bzw. Regenschutz. Die Dachziegel sind in einem einwandfreien Zustand. Erstmalig ist in diesem Jahr Feuchtigkeit in das Dachgeschoss gekommen. Es handelte sich um Flugschnee. Nun bin ich mir nicht sicher, was ich tun soll. Eine komplette Sanierung des Daches (neue Dachziegel, Auflattung und Zwischenspannbahn) ist relativ teuer (136qm, ca- 12-13 tausend euro). Nun bin ich auf einen Anbeiter gestossen, der damit wirbt, die Dachziegel mit einem flexiblen Mörtel zu versehen, so dass keine Feuchtigkeit mehr hineinkommt. Was halten sie von solch einer Lösung (Robaflex?). Haben sie unabhängige Berater, die sich mein Dach mal genau ansehen können und mich beraten können ?
Antwort von Profidämm

Wenn das Dachgeschoss nicht ausgebaut ist könnte man auch von innen eine Unterdeckbahn einbringen, Dazu Dampfbremse und Lattung dann mit Zellulose ausblasen. Je nach Dämmstärke kämme man für 136 m² auf ca. € 6.000,-
Wenn das Dach bereits ausgebaut ist und man vom Spitzboden an die Gefache kommt. Kann mann Dämmsäcke einbringen und mit Zellulose ausblasen. Kosten für 136 m² jeh nach Dämmstärke ca. € 3.500,-

Altes Satteldach neu eindecken: Welche Materialien eigenen sich am besten und welche Kosten sollte man einplanen?

Wir haben ein altes Stallgebäude, genutzt als Garage und für Gartengeräte, mit einer Dachfläche von ca. 140qm. Das Dach hat die Form eines flachen Satteldachs, es ist mit Dachpappe gedeckt, die all die Jahre nur "geflickt" wurde. Das Dach ist schon sehr alt ( definitiv älter als 40Jahre, das genaue Alter kenne ich nicht) Nun ist das Dach jedoch an manchen Stellen undicht geworden. Das würde wir gern beheben. Ich denke eine Dachneueindeckung ist da am besten, oder? Welche Materialien sind am besten geeignet?? Und mit welchen Kosten sollte man planen?
Antwort von Dach und Fassadenbau/Bauunternehmen

Guten Morgen,
gerne helfe ich Ihnen Ihre Fragen zu beantworten. Aufgrund meines 10.jährigen Firmenjubiläums haben Sie die Möglichkeit meiner Werbung zu folgen und Sie können somit 25% von der Gesamtsumme (Erstellungskosten) einsparen.

Mit freundlichen Grüssen
Andreas Kistner

Dachsanierung nach Marderschäden

Mir steht eine Reparatur/Sanierung aufgrund von Marderschäden unter dem Dach bevor. Was gibt es dabei zu beachten? Ich freue mich über jeden Tipp und Erfahrungsbericht!
Antwort von Slowik Hausmeisterdienst

Am wichtigsten ist, dass da die Dämmung rausgenommen wird, wo der Marder gewesen ist. Urin und andere Gerüche werden hinterlassen und müssen überall entfernt werden, um langfristig Besserung zu erhalten.

Nachträglicher Einbau einer Dachgaube: Worauf müssen wir achten?

Wir interessieren uns für den nachträglichen Einbau einer Dachgaube. Mit welchem Aufwand und welchen Kosten ist so ein Einbau in etwa verbunden?
Antwort von Bedachungen Buchweitz

Hallo,
ich kann mich meinen Vorredner nur anschließen. Es sind verschiedene Faktoren mit ein zu beziehen wie Herr Sperling schon beschrieben hat.
MfG DDM Marcus Buchweitz
Bedachungen Buchweitz

Mindeststärke einer Dachdämmung bei Sanierung?

Welche Mindestanforderung der Stärke der Dämmung sind gesetzlich vorgeschrieben bei einer Dacherneuerung (Dachsanierung)?
Antwort von Dächer von Krause GmbH

Das kommt ganz auf den verwendeten Dämmstoff an.

Im Steildachbereich benötigt man ca. 160mm Mineralfaserdämmstoff in WLS 032, beim Flachdach benötigt man bei Polystyroldämmung in WLS 035 ca. 180 mm bzw. 120 mm bei PIR-Dämmstoffen mit WLS 023.
Für eine Steildachdämmung kann man z.B. auf der Internetseite von Isover einen Konfigurator benutzen, der auch die Abstände und Dimension der Sparren berücksichtigt.

Und im Internet gibt es auch die Möglichkeit einen U-Wert - Rechner zu nutzen, der die einzelnen Schichten im Dachaufbau berücksichtigt. Da durch das Thema Wärmedämmung auch viele Fehler mit z.T. gravierenden Schäden entstehen können, empfehle ich aber in jedem Fall einen "Fachmann" oder "Energieberater" zu befragen oder besser noch zu beauftragen.

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