Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) 2022

28. März 2022
Das “Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden”, kurz Gebäudeenergiegesetz (GEG), trat am 01.11.2020 in Kraft. Es vereint ursprüngliche Verordnungen und Gesetze zur Energieeinsparung sowie der Nutzung erneuerbarer Energien. Das GEG bestimmt die energetischen Anforderungen an Gebäuden in Deutschland. Sowohl für Neubauten als auch für Bestandsimmobilien gelten Richtlinien, um einen sparsamen Einsatz von Energie zu ermöglichen. Welche Aspekte und Bestimmungen das Gebäudeenergiegesetz konkret beinhaltet, erfahren Sie im folgenden Artikel.
Dieser Artikel wurde von
Georgina Motzke für www.Daemmen-Und-Sanieren.de verfasst.
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DämmungWärmedämmungGebäudeenergiegesetz

Was ist das Gebäudeenergiegesetz?

Inhalt:

Ob Neubau oder Bestandsgebäude, das Gebäudeenergiegesetz legt die Anforderungen für Wohn- und Nichtwohngebäude fest – sei es in Bezug auf erneuerbare Energien oder Wärmeschutzmaßnahmen. | Foto © beugdesign, Adobe Stock

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) gilt seit dem 01.11.2020 und vereint die davor geltende Energieeinsparverordnung (EnEV), das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) sowie das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Das Ziel des Gebäudeenergiegesetzes ist unter Einhaltung der Wirtschaftlichkeit die Einsparung von Energie, der Einsatz erneuerbarer Energien, der Klimaschutz sowie die Schonung fossiler Ressourcen. Weiterhin sieht es vor, die Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern. Das GEG ermöglicht dadurch “eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung” (§ 1 Abs. 2).

Da das GEG Gesetz größtenteils eine Zusammenführung von EnEV, EnEG und EEWärmeG ist, gibt es keine grundlegenden Änderungen der Anforderungsniveaus von Bestandsgebäuden. Wenige Neuerungen bestehen seit Inkrafttreten des GEG: Austausch- und Nachrüstpflichten, wie etwa die Austauschpflicht bei Ölheizungen, die älter als 30 Jahre sind. Entschließen Sie sich zu einem Kauf oder erben eine Immobilie, haben Sie eine Frist von zwei Jahren, die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes umzusetzen.

Was regelt das Gebäudeenergiegesetz?

In Hinblick auf die Klimakrise und die von der Regierung festgelegten Klimaschutzziele 2030 bildet das Gebäudeenergiegesetz 2022 ein Fundament für ihre Umsetzung. Das GEG Gesetz beinhaltet neben einem allgemeinen Teil zu Zweck, Ziel, Anwendungsbereich und weiteren grundsätzlichen Informationen, Vorgaben zur Klima- sowie Heizungstechnik. Zudem legt es Anforderungen für den Wärme- und Energiestandard sowie Hitzeschutz fest. Das GEG bezieht sich sowohl auf Bestandsgebäude als auch auf Neubauten im privaten sowie öffentlichen Bereich.

Das Gebäudeenergiegesetz sieht vor, dass Sie einen Neubau als Niedrigstenergiegebäude errichten. Das bedeutet, dass der Gesamtenergiebedarf etwa für Heizung, Warmwasser und Kühlung den jeweiligen Höchstwert nicht überschreitet. Dieser errechnet sich anhand des Jahresprimärenergiebedarfs und eines Referenzgebäudes (§15 / §19). Das GEG Referenzgebäude stellt hierbei eine Art “Zwillingsgebäude” zu der betreffenden Immobilie mit identischer Geometrie, Ausrichtung und Nutzfläche dar. Anhand dessen ermitteln Sie den maximal zulässigen Primärenergiebedarf. Weiterhin müssen Energieverluste beim Heizen und Kühlen durch den baulichen Wärmeschutz vermieden werden (§16 / §19). Zudem sieht das Gesetz vor, dass Wärme- und Kältebedarf zumindest anteilig durch die Nutzung erneuerbarer Energien gedeckt werden (§§34 bis 45).

Maßnahmenpaket des Bundes vom 23. März 2022

Nach aktuellem Stand sieht der Koalitionsausschuss vom 23.03.2022 in einem Maßnahmenpaket des Bundes zum Umgang mit den hohen Energiekosten eine Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes im Jahr 2022 vor.

Die Ampelkoalition legt im Maßnahmenpaket fest, dass ab 2023 jeder Neubau nach Effizienzstandard 55 erfolgt. Das Effizienzhaus 55 besitzt einen Jahresprimärenergiebedarf von 55 Prozent. Der Transmissionswärmeverlust beträgt 70 Prozent im Vergleich zu einem Neubau nach alten EnEV Standards.

Folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über die Bestandteile der im Gebäudeenergiegesetz enthaltenen Bestimmungen und Paragrafen:

Teil 1: Allgemeiner Teil

Zweck und Ziel

Anwendungsbereiche

Begriffsbestimmungen

Wirtschaftlichkeit

Verantwortliche

Überprüfung der Anforderungen

Teil 2: Anforderungen an zu errichtende Gebäude

Primärenergiebedarf und baulicher Wärmeschutz

Wohngebäude und Nichtwohngebäude

Berechnungsgrundlagen und -verfahren

Nutzung erneuerbarer Energien

Teil 3: Bestehende Gebäude

Anforderungen

Nutzungen erneuerbarer Energien bei öffentlichen Gebäuden

Teil 4: Anlagen der Heizungs-, Kühl- und Raumlufttechnik sowie der Warmwasserversorgung

Veränderungsverbot

Betreiberpflichten

Einbau und Ersatz

Verteilung und Warmwasseranlagen

Klimaanlagen und sonstige Anlagen der Raumlufttechnik

Wärmedämmung von Rohrleitungen und Armaturen

Nachrüstung bei heizungstechnischen Anlagen und Betriebsverbot für Heizkessel

Energetische Inspektion von Klimaanlagen

Teil 5: Energieausweise

Grundsätze

Ausstellung und Verwendung

Energiebedarfsausweis

Energieverbrauchsausweis

Empfehlungen für die Verbesserung der Energieeffizienz

Angaben und Energieeffizienzklassen

Pflichtangaben in Immobilienanzeigen

Teil 6: Finanzielle Förderung der Nutzung erneuerbarer Energien [...]

Fördermittel

Teil 7: Vollzug

Behördliche Befugnisse

Private Nachweise

Stichprobenkontrolle von Energieausweisen und Inspektionsberichten über Klimaanlagen

Befreiungen

Innovationsklausel

Teil 8: Besondere Gebäude, Bußgeldvorschriften, Anschluss- und Benutzungszwang

Kleine Gebäude und Gebäude aus Raumzellen

Baudenkmäler und sonstige erhaltenswerte Bausubstanz

Gemischt genutzte Gebäude

Wärmeversorgung im Quartier

Bußgeldvorschriften

Anschluss- und Benutzungszwang

Teil 9: Übergangsvorschriften

Allgemeine Übergangsvorschriften

Übergangsvorschriften für Energieausweise und Aussteller

Anlagen 1 bis 11


GEG 2020: Bestimmungen zur Gebäudedämmung

Für eine ausreichende Gebäudedämmung legt das Gebäudeenergiegesetz Mindestanforderungen in den Bereichen Mindestwärmeschutz, Wärmebrücken und Dichtheit des Gebäudes fest.

Das GEG sieht vor, dass zu “errichtende Gebäude Bauteile, die gegen die Außenluft, das Erdreich oder gegen Gebäudeteile [...] abgrenzen”, die über eine wesentlich niedrigere Temperatur verfügen, so auszuführen sind, dass der Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: 2013-02 und DIN 4108-3: 2018-10 gewährleistet wird (§11 Abs. 1).

Weiterhin sind Gebäude “so zu errichten, dass der Einfluss von konstruktiven Wärmebrücken auf den Jahres-Heizwärmebedarf [...] so gering wie möglich gehalten wird” (§12).

Wärmebrücken

Materialbedingte, konstruktive sowie geometrische Wärmebrücken erhöhen den Wärmeverlust an gewissen Stellen eines Gebäudes. Das geschieht aufgrund von Undichtheiten, beispielsweise bei Rolladenkästen, bei denen das Zugsystem durch die Außenwand nach innen führt. Aber auch ins Wärmedämmverbundsystem eingelassene Stahlträger rufen Wärmebrücken hervor.

Weitere wichtige Begriffe als Bestandteil des Gebäudeenergiegesetzes sind der Wärmedurchgangskoeffizient, kurz: U-Wert sowie der Transmissionswärmeverlust:

  • Der U-Wert bezeichnet die Wärmemenge, die durch ein Bauteil geht und berechnet sich als Wärmestrom je Fläche und Kelvin (W/m2·K). Wärme strömt von warm nach kalt (von einem Innenraum nach draußen) und ist verantwortlich für den Wärmeverlust eines Gebäudes. Bei Nichtwohngebäuden gibt es einen höchsten mittleren U-Wert. Bei Wohngebäuden findet sich Bezug auf DIN V 4108.
  • Der Transmissionswärmeverlust bildet die Summe der U-Werte. Es handelt sich um die gesamte Verlustleistung, welche bei einem beheizten Gebäude durch Energieabgabe an die Umwelt entsteht. Der Transmissionswärmeverlust beruht somit ebenfalls wie der U-Wert auf einem Temperaturunterschied zwischen innen und außen. Umso besser die Gebäudedämmung, desto weniger Wärme geht nach außen verloren und desto geringer ist der Transmissionswärmeverlust.

Das Gebäudeenergiegesetz legt in Paragraf 48 darüber hinaus die Anforderungen an ein bestehendes Gebäude bei Änderungen fest. Werden im Zuge einer Sanierung bei beheizten oder gekühlten Räumen Außenbauteile erneuert, ersetzt oder erstmalig eingebaut, dürfen festgelegte Werte für Wärmedurchgangskoeffizienten nicht überschritten werden. Das GEG stellt in Anlage 7 eine Tabelle zusammen, die die Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten von Außenbauteilen bei der Änderung von Bestandsgebäuden aufführt. Ausgenommen sind die Änderungen von Außenbauteilen, die nicht mehr als zehn Prozent der gesamten Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe des Gebäudes betreffen.

Erneuerung,
Ersatz oder erstmaliger
Einbau von Außenbauteilen

Wohngebäude
und Zonen von
Nichtwohngebäuden
mit Raum-Solltemperatur
≥ 19 °C

Zonen von
Nichtwohngebäuden
mit Raum-Solltemperatur
von 12 bis < 19 °C


Höchstwerte der
Wärmedurchgangskoeffizienten Umax

Bauteilgruppe: Außenwände

Außenwände:

  • Ersatz oder
  • erstmaliger Einbau

U = 0,24 W/(m2·K)

U = 0,35 W/(m2·K)

Außenwände:

  • Anbringen von Bekleidungen (Platten oder plattenartige Bauteile), Verschalungen, Mauervorsatzschalen oder Dämmschichten auf der Außenseite einer bestehenden Wand oder
  • Erneuerung des Außenputzes einer bestehenden Wand

U = 0,24 W/(m2·K)

U = 0,35 W/(m2·K)

Bauteilgruppe:
Fenster, Fenstertüren, Dachflächenfenster, Glasdächer, Außentüren und Vorhangfassaden

Gegen Außenluft abgrenzende Fenster und Fenstertüren:

  • Ersatz oder erstmaliger Einbau des gesamten Bauteils oder
  • Einbau zusätzlicher Vor- oder Innenfenster

Uw = 1,3 W/(m2·K)

Uw = 1,9 W/(m2·K)

Gegen Außenluft abgrenzende Dachflächenfenster:

  • Ersatz oder erstmaliger Einbau des gesamten Bauteils oder
  • Einbau zusätzlicher Vor- oder Innenfenster

Uw = 1,4 W/(m2·K)

Uw = 1,9 W/(m2·K)

Gegen Außenluft abgrenzende Fenster, Fenstertüren und Dachflächenfenster:

  • Ersatz der Verglasung oder verglaster Flügelrahmen

Ug = 1,1 W/(m2·K)

Keine Anforderung

Vorhangfassaden in Pfosten-Riegel-Konstruktion, deren Bauart DIN EN ISO 12631: 2018-01 entspricht:

  • Ersatz oder erstmaliger Einbau des gesamten Bauteils

Uc = 1,5 W/(m2·K)

Uc = 1,9 W/(m2·K)

Gegen Außenluft abgrenzende Glasdächer:

  • Ersatz oder erstmaliger Einbau des gesamten Bauteils oder
  • Ersatz der Verglasung oder verglaster Flügelrahmen

Uw/Ug = 2,0 W/(m2·K)

Uw/Ug = 2,7 W/(m2·K)

Gegen Außenluft abgrenzende Fenstertüren mit Klapp-, Falt-, Schiebe- oder Hebemechanismus:

  • Ersatz oder erstmaliger Einbau des gesamten Bauteils

Uw = 1,6 W/(m2·K)

Uw = 1,9 W/(m2·K)

Gegen Außenluft abgrenzende Fenster, Fenstertüren und Dachflächenfenster mit Sonderverglasung:

  • Ersatz oder erstmaliger Einbau des gesamten Bauteils oder
  • Einbau zusätzlicher Vor- oder Innenfenster

Uw/Ug = 2,0 W/(m2·K)

Uw/Ug = 2,8 W/(m2·K)

Gegen Außenluft abgrenzende Fenster, Fenstertüren und Dachflächenfenster mit Sonderverglasung:

  • Ersatz der Sonderverglasung oder verglaster Flügelrahmen

Ug = 1,6 W/(m2·K)

Keine Anforderung

Vorhangfassaden in Pfosten-Riegel-Konstruktion, deren Bauart DIN EN ISO 12631: 2018-01 entspricht, mit Sonderverglasung:

  • Ersatz oder erstmaliger Einbau des gesamten Bauteils

Uc = 2,3 W/(m2·K)

Uc = 3,0 W/(m2·K)

Einbau neuer Außentüren (ohne rahmenlose Türanlagen aus Glas, Karusselltüren und kraftbetätigte Türen)

U = 1,8 W/(m2·K)

(Türfläche)

U = 1,8 W/(m2·K)

(Türfläche)

Bauteilgruppe:
Dachflächen sowie Decken und Wände gegen unbeheizte Dachräume

Gegen Außenluft abgrenzende Dachflächen einschließlich Dachgauben sowie gegen unbeheizte Dachräume abgrenzende Decken (oberste Geschossdecken) und Wände (einschließlich Abseitenwände):

  • Ersatz oder
  • erstmaliger Einbau

Anzuwenden nur auf opake Bauteile

U = 0,24 W/(m2·K)

U = 0,35 W/(m2·K)

Gegen Außenluft abgrenzende Dachflächen einschließlich Dachgauben sowie gegen unbeheizte Dachräume abgrenzende Decken (oberste Geschossdecken) und Wände (einschließlich Abseitenwände):

  • Ersatz oder Neuaufbau einer Dachdeckung einschließlich der darunter liegenden Lattungen und Verschalungen oder
  • Aufbringen oder Erneuerung von Bekleidungen oder Verschalungen oder Einbau von Dämmschichten auf der kalten Seite von Wänden oder
  • Aufbringen oder Erneuerung von Bekleidungen oder Verschalungen oder Einbau von Dämmschichten auf der kalten Seite von obersten Geschossdecken

Anzuwenden nur auf opake Bauteile

U = 0,24 W/(m2·K)

U = 0,35 W/(m2·K)

Gegen Außenluft abgrenzende Dachflächen mit Abdichtung:

  • Ersatz einer Abdichtung, die flächig das Gebäude wasserdicht abdichtet, durch eine neue Schicht gleicher Funktion (bei Kaltdachkonstruktionen einschließlich darunter liegender Lattungen)

Anzuwenden nur auf opake Bauteile

U = 0,20 W/(m2·K)

U = 0,35 W/(m2·K)

Bauteilgruppe:
Wände gegen Erdreich oder unbeheizte Räume (mit Ausnahme von Dachräumen)
sowie Decken nach unten gegen Erdreich, Außenluft oder unbeheizte Räume

Wände, die an Erdreich oder an unbeheizte Räume (mit Ausnahme von Dachräumen) grenzen, und Decken, die beheizte Räume nach unten zum Erdreich oder zu unbeheizten Räumen abgrenzen:

  • Ersatz oder
  • erstmaliger Einbau

U = 0,30 W/(m2·K)

Keine Anforderung

Wände, die an Erdreich oder an unbeheizte Räume (mit Ausnahme von Dachräumen) grenzen, und Decken, die beheizte Räume nach unten zum Erdreich oder zu unbeheizten Räumen abgrenzen:

  • Anbringen oder Erneuern von außenseitigen Bekleidungen oder Verschalungen, Feuchtigkeitssperren oder Drainagen oder
  • Anbringen von Deckenbekleidungen auf der Kaltseite

U = 0,30 W/(m2·K)

Keine Anforderung

Decken, die beheizte Räume nach unten zum Erdreich, zur Außenluft oder zu unbeheizten Räumen abgrenzen:

  • Aufbau oder Erneuerung von Fußbodenaufbauten auf der beheizten Seite

U = 0,50 W/(m2·K)

Keine Anforderung

Decken, die beheizte Räume nach unten zur Außenluft abgrenzen:

  • Ersatz oder
  • Erstmaliger Einbau

U = 0,24 W/(m2·K)

U = 0,35 W/(m2·K)

Decken, die beheizte Räume nach unten zur Außenluft abgrenzen,

  • Anbringen oder Erneuern von außenseitigen Bekleidungen oder Verschalungen, Feuchtigkeitssperren oder Drainagen oder
  • Anbringen von Deckenbekleidungen auf der Kaltseite

U = 0,24 W/(m2·K)

U = 0,35 W/(m2·K)

Das Gebäudeenergiegesetz regelt den sommerlichen Wärmeschutz in Paragraf 14. Dieser muss beim Neubau nach den anerkannten Regeln der Technik sichergestellt sein. Das gilt ebenfalls für Anbauten über 50 Quadratmetern. Ein GEG Wärmeschutznachweis beinhaltet beispielsweise den Nachweis über Wärmebrücken sowie über den sommerlichen Wärmeschutz. Er ist mit dem Bauantrag einzureichen.

Austauschpflicht für Heizungen im Gebäudeenergiegesetz

Weiterer Bestandteil des Gebäudeenergiegesetzes 2022 ist das Betriebsverbot für Ölheizungen. In Hinblick auf die Klimaziele und schlechter Emissionswerte dürfen Sie nach Gebäudeenergiegesetz ab 2026 keine Ölheizungen in neuen Gebäuden verbauen. Es gilt: Ölheizungen, die vor 1991 eingebaut wurden, dürfen nicht weiter in Betrieb bleiben. Ölheizungen, die ab 1991 in Betrieb genommen wurden, müssen nach Ablauf von 30 Jahren ersetzt werden. Dies gilt jedoch nicht, wenn der Eigentümer des Gebäudes vor 2002 eingezogen ist. Diese Regelung bezieht sich nicht auf Niedertemperaturkessel und Brennwertkessel. Bei Nennleistungen unter vier oder über 400 Kilowatt gilt die Austauschpflicht nicht.

Ein generelles Ölheizungsverbot besteht nicht. Die Abbildung zeigt Ihnen, unter welchen Bedingungen Heizungen in Betrieb bleiben dürfen. | Abblidung © Heizungsfinder.de

Sowohl für Neu- als auch GEG Bestandsgebäude gilt, dass der Betrieb einer Ölheizung möglich ist, wenn Sie einen gewissen Anteil an erneuerbaren Energien nutzen. Infrage käme hier beispielsweise die Inbetriebnahme einer Solarthermieanlage. Weitere Ausnahme gilt, wenn kein Gas- oder Fernwärmeanschluss vorhanden ist oder wenn eine Umrüstung wirtschaftlich nicht vertretbar ist. Etwa, wenn das Gebäude in absehbarer Zeit abgerissen werden soll oder es sich um ein Ferienhaus mit zeitlich begrenzter Nutzung handelt.

Jede neue Heizung: mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien!

Nach aktuellem Stand legt der Koalitionsausschuss vom 23.03.2022 im Maßnahmenpaket des Bundes zum Umgang mit den hohen Energiekosten fest, dass ab 2024 möglichst jede neue Heizung zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben sei. Weiterhin sind Immobilienbesitzer dazu angehalten, Heizungsanlagen, die älter als 20 Jahre sind, auszutauschen. Eine große Wärmepumpen-Offensive wird angestrebt.

Gebäudeenergiegesetz: Anteilige Nutzung erneuerbarer Energien

Sinnvolle Alternativen zur bestehenden Ölheizung bieten hier die erneuerbaren Energien. So tut der Einbau einer Pelletheizung nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern zudem erhalten Sie lukrative Förderungen von der Regierung. Die Hybridheizung dank Nachrüstung von Solarthermie stellt eine ergänzende Alternative dar. In beiden Fällen wird die Nutzung als verpflichtender Anteil erneuerbarer Energien nach GEG angerechnet. Denn mit Einschluss des EEWärmeG ist der Einsatz von erneuerbaren Energien zumindest im Neubau nach Gebäudeenergiegesetz verpflichtend geworden. Folgende Tabelle gibt an, wie hoch der jeweilige Anteil sein muss:

Energieträger

verpflichtender Anteil der Wärmedeckung nach GEG

erfüllt bei:

Solarthermie

15 Prozent

  • Wohngebäude mit max. 2 Wohnungen: Anlagen mit mind. Fläche 0,04 qm / qm Nutzfläche
  • Wohngebäude mit mehr als 2 Wohnungen: Anlagen mit mind. Fläche 0,03 qm / qm Nutzfläche

erneuerbarer Strom (Photovoltaik oder Windkraft)

15 Prozent

  • gebäudenah erzeugter Strom für vorrangigen Eigenverbrauch; Nennleistung von mind. 0,02 kW / qm Nutzfläche

Geothermie / Umweltwärme (Wärmepumpe)

50 Prozent


feste Biomasse (Pelletheizung, Holzheizung)

50 Prozent


flüssige Biomasse

50 Prozent


gasförmige Biomasse

30 Prozent /

50 Prozent

  • 30 Prozent, wenn die Nutzung in einer KWK-Anlage erfolgt
  • 50 Prozent, wenn die Nutzung in einem Brennwertkessel erfolgt

Kraft-Wärme-Kopplung

50 Prozent /

40 Prozent

  • 50 Prozent bei Nutzung von Wärme aus einer hocheffizienten KWK-Anlage
  • 40 Prozent bei Nutzung von Wärme aus einer Brennstoffzellenheizung

Ebenfalls im GEG verankert: Strom aus erneuerbaren Energien wird ebenfalls berücksichtigt. Hierzu zählen sowohl Windkraft als auch Photovoltaik. Wichtig hierbei ist die unmittelbare oder kurzzeitige Speicherung und das Einspeisen überschüssigen Stroms ins öffentliche Netz. Dadurch ist es möglich, seinen Jahresprimärenergiebedarf maßgeblich zu senken:

  • ohne Speicher bis maximal 30 Prozent
  • mit Speicher bis maximal 45 Prozent

Gleichzeitig dient es der Steigerung des geforderten Anteils an erneuerbaren Energien. Wichtig: Es muss ein unmittelbar räumlicher Zusammenhang zum Gebäude bestehen.

Besteht keine Option zur Nutzung anteiliger erneuerbarer Energien, gelten die Maßnahmen zur Einsparung von Energie (§45). Danach besteht die Möglichkeit zur Erfüllung der Anforderungen bei einer Unterschreitung von mindestens 15 Prozent beim baulichen Wärmeschutz.

Wichtig bei Rohrleitungen und Armaturen zu beachten: Gemäß der GEG Mindestanforderungen an die Wärmedämmung muss beim erstmaligen Einbau oder der Erneuerung von Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen die Wärmeabgabe in nicht beheizten Räumen begrenzt werden. Dies beugt ineffizienten Wärmeverlusten vor. Laufen beispielsweise Heizungsrohre ungedämmt durch einen unbeheizten Heizungskeller, verlieren sie Wärme und sorgen für erhebliche Wärmeverluste. Diese negativen Auswirkungen auf die Energiebilanz gilt es zu vermeiden.

Primärenergiebedarf & Primärenergiefaktor


Beim Primärenergiebedarf handelt es sich um den Gesamtenergiebedarf, der sowohl den Energiegehalt der eingesetzten Energie als auch die Energie der vorgelagerten Prozesskette beinhaltet. Diese umfasst etwa die Gewinnung der Ressource, die Umwandlung, Speicherung sowie die Verteilung.


Aus dem Primärenergiebedarf ergibt sich im GEG der Primärenergiefaktor. Dieser stellt die Energiemenge dar, die die vorgelagerte Prozesskette benötigt. So entspricht der Primärenergiefaktor von Solarthermie 0, da sie keine zusätzliche Energie außerhalb des Systems benötigt. Holz besitzt einen Faktor von 0,2. Die Ressource entspricht erneuerbarer Natur, doch im vorgelagerten Prozess (Gewinnung, Transport, Umwandlung) benötigt sie zusätzliche Energie. Im Gegensatz dazu besitzt Heizöl einen hohen Primärenergiefaktor von 1,1. Hier handelt es sich nicht um eine erneuerbare Ressource. Zudem ist der vorgelagerte Prozess mit einem hohen Aufwand an Energie verbunden.

Anlage 4 des Gebäudeenergiegesetzes bezieht sich auf die Primärenergiefaktoren und ergänzt den Paragrafen 22. Dieser weist auf die Ermittlung des Jahresprimärenergiebedarfs hin und bezieht sich auf die Wärmeversorgung in Bezug auf die Pflicht zur Einbringung erneuerbarer Energien. Das GEG Gesetz sieht vor, dass der Jahresprimärenergiebedarf des zu errichtenden Wohngebäudes sowie des GEG Referenzgebäudes nach DIN V 18599: 2018-09 ermittelt werden muss (§20).

Kategorie

Energieträger

Primärenergiefaktoren nicht erneuerbarer Anteil

fossile Brennstoffe

Heizöl / Erdgas / Flüssiggas / Steinkohle

1,1

Braunkohle

1,2

biogene Brennstoffe

Biogas / Bioöl

1,1

Holz

0,2

Strom

netzbezogen

1,8

gebäudenah erzeugt (aus Photovoltaik oder Windkraft)

0,0

Verdrängungsstrommix für KWK

2,8

Wärme, Kälte

Erdwärme, Geothermie, Solarthermie, Umgebungswärme

0,0

Erdkälte, Umgebungskälte

0,0

Abwärme

0,0

Wärme aus KWK, gebäudeintegriert oder gebäudenah

nach Verfahren B gemäß

DIN V 18599-9: 2018-09

Abschnitt 5.2.5 oder

DIN V 18599-9: 2018-09

Abschnitt 5.3.5.1

Siedlungsabfälle

0,0

Weitere Bestimmungen: Lüftung und GEG Energieausweis

Lüftung nach GEG
In Bezug auf die Lüftung eines Gebäudes muss im Zusammenhang mit geltenden Gesundheitsanforderungen ein Mindestluftwechsel erfüllt werden. So schreibt das GEG bei Neubau vor, dass Sie die Ausbildung von Fugen nach den Regeln der Technik luftundurchlässig abdichten. Die Anrechnung einer Wärmerückgewinnung durch das Luftsystem oder verminderte Regelungstechnik ist zulässig, wenn Sie die Dichtheit des Gebäudes nachweisen können. Zudem müssen Sie Lüftungsanlagen so einrichten, dass die Nutzer den Luftvolumenstrom selbst beeinflussen können. Das Gebäudeenergiegesetz legt fest, dass Sie alle zehn Jahre eine Inspektion der Lüftungsanlage durchführen.

GEG Energieausweis
Das GEG führt ein verpflichtendes Energieberatungsgespräch bei Verkauf oder größerer Sanierung eines Ein- oder Zweifamilienhauses ein. Voraussetzung ist, dass es sich bei diesem Gespräch um ein kostenloses Angebot handelt. Damit zusammenhängende Bestimmungen und Mindestanforderungen zum Energieausweis legt das Gesetz im fünften Teil fest. Der Energieausweis ist mit dem Inkrafttreten des GEG seit 01.11.2020 für den Neubau verpflichtend, für Bestandsgebäude seit 01.05.2021.

Eine grundlegende Änderung seit 2020 ist hier die Angabe von CO₂-Emissionen. Der GEG Energieausweis muss bei Bau, Sanierung sowie Verkauf, Übertrag, Vermietung und Verpachtung ausgestellt werden. Hier ist beispielsweise die Energiebilanz ersichtlich. Der Energiebedarf des Gebäudes wird, wie bei Elektrogeräten üblich, von A+ bis H angegeben. Der Endenergiebedarf ist die errechnete Energiemenge, die der Anlagentechnik zur Verfügung gestellt wird, um die festgelegte Rauminnentemperatur, die Warmwassererwärmung und die gewünschte Beleuchtungsqualität über das ganze Jahr sicherzustellen. Daraus ist die Güte der Energiebilanz auf den ersten Blick ersichtlich. Zudem sind Angaben des Energieberaters enthalten – etwa empfohlene Sanierungsmaßnahmen, egal, ob Einzelmaßnahme oder Gesamtpaket.

Im Gebäudeenergieausweis finden Sie Angaben über den Energiebedarf, Energieverbrauch sowie Vorschläge zu weiteren Sanierungsmaßnahmen Ihres Energieberaters. | Foto © vegefox.com, Adobe Stock

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