Wie Sie feuchte Wände sanieren und Schimmel vermeiden

21. Dezember 2021
Feuchte Wände sind nicht nur unansehnlich und schlecht für das Raumklima. Sie bilden auch einen Nährboden für Schimmel, welcher schwere Erkrankungen auslösen kann. Breitet sich die Feuchtigkeit in der Wand aus, nimmt außerdem die Bausubstanz Schaden. Im schlimmsten Fall droht im betroffenen Bereich sogar Einsturzgefahr. Daher ist es wichtig, dass Sie jedem Verdacht auf eine feuchte Wand sofort nachgehen. Sollten Messungen diesen dann bestätigen, heißt es: Umgehend die feuchten Wände sanieren und trockenlegen. Zur Beseitigung der Ursache reicht in manchen Fällen auch schon, durch angepasstes Heizen und Lüften kein Kondenswasser entstehen zu lassen.
Dieser Artikel wurde von
Ariane Müller für www.Daemmen-Und-Sanieren.de verfasst.
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DämmungFeuchte Wände sanieren

Damit Sie die Situation richtig einschätzen können, erfahren Sie hier


Was sind die Ursachen für feuchte Wände?

Eine feuchte Wand kann auf verschiedene Arten zustande kommen. Grob gesagt, dringt die Feuchtigkeit entweder von außen ein oder entsteht innen bei der Benutzung der Räume.


Feuchte Wände entstehen bei Undichtheiten der Gebäudehülle und falschem Nutzungsverhalten. | Grafik: © Dämmen-und-Sanieren


Feuchtigkeit von außen

Eindringendes Wasser

Ein Haus ist ständig Feuchtigkeit aus der Umwelt ausgesetzt. Mit einer intakten Gebäudehülle bekommen Sie davon in den Innenräumen aber nichts mit. Ist diese jedoch undicht, findet das Wasser seinen Weg ins Gebäude. Dabei unterscheidet man zwischen von oben und von unten eindringendem Wasser – also, ob die Schadensquelle ober- oder unterirdisch liegt.

Oberirdisch sind kaputte oder verrutschte Dachziegel, verstopfte oder undichte Regenrinnen und Löcher an Schornstein oder Dachfenstern der Grund dafür, dass Niederschlag eindringt. Risse in der Fassade in Kombination mit einer fehlenden oder defekten Vertikalsperre (senkrechte Flächenabdichtung des Mauerwerks) wiederum bieten Spritzwasser und Feuchte aus der Umgebungsluft Zugang zum Gebäude.

Unterirdisch angesiedelt sind Undichtheiten an den erdberührten Bauteilen (Fundament, Kellerwände). Verfügt das Haus über keine oder eine durchlässige Horizontalsperre (waagerechte Flächenabdichtung des Fundaments), kann die im Boden befindliche Feuchtigkeit (Grund- und Sickerwasser sowie Bodenfeuchte) in die Kapillaren der Wandbaustoffe des Mauerwerks eindringen. Diese kleinen Hohlräume (= Poren) entstehen, wenn bei der Trocknung des Baustoffs das zur Herstellung verwendete Wasser verdunstet. Trifft das eindringende Wasser auf eine solche, verringert sich seine Oberfläche und damit auch seine Oberflächenspannung (Kohäsion). Da die Grenzflächenspannung zwischen dem Wasser und den Kapillarwänden (Adhäsion) größer ist, kann es an diesen entgegen der Schwerkraft die Wand hinaufwandern. Je mehr Kapillaren ein Baustoff hat, desto höher ist somit auch seine Wasserkapazität.


Neubaufeuchte

Sofern nicht Baumängel vorliegen, tun sich diese Schadensquellen meist erst etliche Jahre nach Errichtung des Gebäudes auf. Doch auch schon während des Bau ist es viel Nässe ausgesetzt. So kommen sowohl beim Anrühren von Mörtel und Kleber als auch für Beton und Gipsputz große Mengen Wasser zum Einsatz. Bei einem 100 m² großen Massivhaus landen so bis zu 2.800 Liter in den Wänden. Weitere Feuchtigkeit kann durch Lagerung und Transport der Materialien sowie ungenügenden Schutz vor Niederschlag ins Gebäude einziehen. Bis diese Neubaufeuchte wieder verdunstet ist, dauert es teilweise bis zu zwei Jahre.


Feuchtigkeit von innen

Leckagen

Feuchte Wände können aber auch durch Ihre Nutzung des Hauses entstehen. Eine Schadensquelle sind dabei Leckagen. So besteht bei Wasser-, Abwasser- oder Heizwasserleitungen immer die Gefahr, dass es durch Korrosion oder Verstopfung zu einem Rohrbruch kommt und eine große Menge Wasser auf einmal austritt. Ähnlich verhält es sich beim Auslaufen von Spül- und Waschmaschinen und verstopften Abflüssen.

Bemerken Sie den Wasserschaden nicht sofort, kann sich das Wasser in Wand oder Fußboden ansammeln und von dort aus weiterverteilen. Denn steht ein Baustoff länger im Wasser, kann dieses alle seine Poren füllen. Diesen Zustand bezeichnet man als Sättigungsfeuchte. Hierbei ist der Durchfeuchtungsgrad noch höher als bei von unten eindringendem Wasser, welches nur von den feinen Kapillaren, nicht aber den größeren Poren gehalten werden kann.


Raumfeuchte

Denn bei den meisten Wandbaustoffen handelt es sich um organische Materialien. Diese sind hygroskopisch, ziehen also Wasser an und binden es. Auf diese Weise passen sie sich ihrer Umgebung an, sodass ein Feuchtigkeitsgleichgewicht entsteht. Dies geschieht nicht nur bei eindringendem Wasser, sondern auch in Verbindung mit der in den Innenräumen herrschenden Luftfeuchtigkeit. So fungieren die in der Wand befindlichen Materialien als Feuchtepuffer und tragen durch Sorption zur Regulierung des Raumklimas bei.

Denn im Laufe eines Tages fällt im Haus einiges an Feuchtigkeit an. So kommen je sich darin aufhaltender Person 2 - 4 Liter Wasser zusammen. Verantwortlich dafür sind sowohl körperliche Prozesse (Atmen, Schwitzen) als auch wasserintensive Aktivitäten (Duschen, Kochen, Wäschetrocknen). Diese Feuchtigkeit wird zunächst einmal von der Raumluft aufgenommen.


Ungenügendes Heizen

Dafür muss diese allerdings eine entsprechend hohe Temperatur haben. Denn je kälter die Luft ist, desto geringer ist ihre Wasseraufnahmefähigkeit. Durch nicht ausreichendes Heizen während der kalten Monate schränken Sie nicht nur diese ein, Sie sorgen auch dafür, dass die Oberflächen im Raum (u. a. die Wände) auskühlen. Trifft nun die mit Wasser gefüllte Luft auf diese kalten Oberflächen, sinkt ihre Temperatur. Gleichzeitig steigt die relative Luftfeuchtigkeit. Denn während z. B. 12 g Wasser in 20 °C warmer Luft einer relativen Luftfeuchtigkeit von 60 % entsprechen, ist die Luft bei 15 °C dadurch schon zu 80 % gefüllt. Die Temperatur, bei der die Sättigung der Luft 100 % überschreitet, nennt man den Taupunkt. Hier kommt es zur Kondensation: Der überschüssige Wasserdampf verflüssigt sich wieder.

Eine Taupunkttabelle gibt einen Überblick, ab welcher Oberflächentemperatur sich an der Wand Tauwasser bildet. Bei einer Raumtemperatur von 20 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 60 % sind es 12 °C.


Zugestellte Wände und Heizkörper

Neben ungenügendem Heizen kann auch falsches Aufstellen von Möbeln ein Auskühlen der Wände bewirken. Stehen gerade große Möbelstücke zu nah an Außenwänden, behindert dies die Luftzirkulation zwischen den beiden. Dadurch gelangt selbst dann keine Wärme an die Wand, wenn Sie den Rest des Raumes ausreichend erwärmen. Ebenso schränken Sie die Wärmeverteilung durch bodenlange Vorhänge und das Zustellen der Heizkörper ein.


Wärmebrücken

Ein weiterer Aspekt, der in Bezug auf Tauwasser an kalten Wänden eine Rolle spielt, sind die sogenannten Wärmebrücken. Darunter versteht man energetische Schwachstellen in der Gebäudehülle, an denen vermehrt Wärme nach draußen strömt. Dadurch ist die Oberflächentemperatur dort niedriger als im Rest des Raumes. Dies ist meist auf unzureichende Dämmung zurückzuführen. Besonders Ecken sind wegen ihrer ungünstigen Geometrie (Außenfläche größer als Innenfläche = Kühlrippeneffekt) besonders gefährdet. Aber auch die Bereiche rund ums Fenster kühlen leicht aus und bieten dann die Grundlage für Kondenswasser.


Ungenügende Sanierungsmaßnahmen

Am Fenster lässt sich das Wasser dann aber wenigstens problemlos wegwischen. Führen Sie allerdings einen Fenstertausch durch, ohne auch an den Außenwänden Dämmmaßnahmen vorzunehmen, verlagern Sie die Problematik. Denn durch die neue Dichtheit geht am Fenster weniger Wärme verloren (siehe U-Wert). Dies veranlasst dann dazu, weniger zu heizen. Dadurch wiederum sinkt die Oberflächentemperatur der ungedämmten Wände, sodass die Feuchtigkeit sich nun dort niederschlägt.

Sind sowohl Fenster als auch Wand ungedämmt, ist es am Fenster am kältesten. Ein Fenstertausch bewirkt eine Verschiebung des Taupunkts hin zu Ecke und Außenwand. | Foto: © denisismagilov / Adobe Stock


Eine Innendämmung der Wand schafft nur bedingt Abhilfe. Vielmehr kann diese dazu führen, dass andere Bereiche zur Wärmebrücke werden (z. B. Ecke unterhalb der Zimmerdecke oder ungedämmte Steckdosen). Außerdem kann bei fehlender Dampfbremse weiterhin Wasserdampf ungehindert in die Wand hineindiffundieren. Dadurch, dass die Wand nun nicht mehr von innen erwärmt wird, kühlt sie von außen her stärker aus. Somit fällt die Temperatur direkt hinter der Dämmschicht stark ab, was dort Kondenswasserbildung wahrscheinlicher macht. Wegen der Dämmung bemerken Sie es nicht nur viel später, auch eine Verdunstung durch Heizwärme findet dann nicht mehr statt.

Eine Innendämmung, die die Wasserdampfdiffusion nicht berücksichtigt, führt zu einer Verschiebung des Taupunkts und feuchten Wänden. Besser ist es, von außen zu dämmen. | © megis / Adobe Stock


Falsches Lüften

Neben dem Heizen, durch das die Temperatur von Raumluft und inneren Oberflächen auf einem der anfallenden Feuchtigkeit entsprechenden Niveau gehalten wird, ist auch das Lüften von essenzieller Bedeutung. Denn sorgen Sie für keinen regelmäßigen Luftaustausch, verbleibt der Wasserdampf im Raum und findet dann bei der kleinsten Abkühlung der Luft seinen Weg in die Wand. Dabei spielt nicht nur die Häufigkeit, sondern auch die Art und Länge des Lüftens eine Rolle. So bewirkt eine Kippstellung des Fensters über einen längeren Zeitraum, dass der Fensterrahmen und die angrenzenden Wände auskühlen. Dies begünstigt die Entstehung von Tauwasser in diesen Bereichen.


Folgen feuchter Wände

Sobald Sie feuchte Stellen bemerken, sollten Sie handeln. Denn je länger die Nässe in der Wand bleibt, desto größer fällt der Schaden aus – sowohl für Ihre Gesundheit als auch am Gebäude und den darin befindlichen Gegenständen.


Gesundheitsgefahren

Schimmel

Trifft nämlich Feuchtigkeit auf organisches Material (u. a. Holz, Tapeten, Kleister), entsteht der ideale Nährboden für Schimmel. Dessen Sporen und Keime befinden sich überall in der Umwelt. Doch erst, wenn sie organische Materie zum Zersetzen finden, kommt es zur Schimmelbildung. Passiert dies hinter Möbeln, Fußleisten oder Wandverkleidungen, kann der Pilz lange unentdeckt wachsen. Seine Anwesenheit werden Sie trotzdem zu spüren bekommen. Denn er sondert Giftstoffe ab, die besonders für immunschwache Menschen, Schwangere und kleine Kinder gefährlich sein können. So verursachen sie allergische Reaktionen und Atemwegsbeschwerden bis hin zu Bronchialasthma und Lungenentzündungen. Außerdem stehen sie im Verdacht, innere Organe zu befallen und das Wachstum von Krebs zu begünstigen. Erste Anzeichen dafür, dass Sie Schimmel im Haus haben, können Müdigkeit und Atemnot sein.


Unangenehmes Wohnklima

Es braucht jedoch nicht erst Schimmel, damit Sie sich unwohl fühlen und krank werden. Durch feuchte Wände allein leidet schon das Raumklima und damit auch die Wohnqualität. Zum einen liegt das am modrigen Geruch, der jeden Aufenthalt im betroffenen Raum unangenehm macht. Zum anderen verlieren Wände durch Feuchtigkeit ihre Wärmespeicherfähigkeit. Somit herrscht dann auch bei erhöhtem Heizaufwand im Zimmer stets ein feuchtkaltes Klima, das Sie frieren lässt und im schlimmsten Fall Atemprobleme und Gelenkerkrankungen wie Rheuma hervorruft oder verstärkt.


Mietminderung bei feuchten Wänden

Ist Ihre Wohnqualität durch feuchte Wände auf unzumutbare Weise eingeschränkt, haben Sie als Mieter die Möglichkeit einer Mietminderung. Schließlich handelt es sich dabei um eine Beeinträchtigung der vertraglich vereinbarten Gebrauchstauglichkeit Ihrer Wohnung. Sind Sie sicher, dass die Ursache für die feuchte Wand im Verantwortungsbereich Ihres Vermieters/Ihrer Vermieterin liegt (z. B. Baumangel oder fehlende Wartung), sollten Sie bei ihm/ihr eine Mängelanzeige mit Frist zur Schadensbeseitigung stellen. Kann Ihnen kein Fehlverhalten nachwiesen werden, haben Sie Anspruch auf Mietminderung sowie Schadensersatz für in Mitleidenschaft gezogene Einrichtungsgegenstände. Die Minderungsquote richtet sich dabei nach der Höhe des Schadens. Aber Achtung: Eine eigenmächtige Mietminderung kann Grund zur fristlosen Kündigung sein. Besser ist es, Mietzahlungen unter Vorbehalt zu leisten.


Zerstörte Gegenstände

Wird eine feuchte Wand nicht unverzüglich beseitigt, besteht auch Gefahr für Ihre Einrichtung und andere im Raum befindlichen Objekte. Besonders Gegenstände, die sich nahe der feuchten Stelle befinden, können ebenfalls Schaden nehmen. Wie gravierend dieser ausfällt, hängt von der Länge des Ausgesetztseins und dem Feuchtegrad der Wand sowie dem Wert und der Zusammensetzung des betroffenen Objekts ab.

Durch feuchte Wände können auch Bücher und andere Gegenstände beschädigt werden. | Foto: © maddie fordham/EyeEm / Adobe Stock


So kann die Feuchtigkeit auf Möbel, wie vor der Wand aufgestellte Kleiderschränke oder Sofas, übergreifen. Kommt es infolgedessen auch noch zu Schimmelbefall, müssen Sie das entsprechende Stück möglicherweise entsorgen. Gleiches gilt für Textilien, bei denen die Feuchtigkeit zu Stockflecken führt. Die kann es auch bei Büchern geben. Nasses Papier wird schon innerhalb kürzester Zeit zum Nährboden für Schimmel. Bei besonders wertvollen Exemplaren braucht es unter Umständen einen Restaurator, um sie noch zu retten. Auch bei Elektronik kann das Wasser aus der Wand schnell zu einer teuren Angelegenheit werden. Dringt es in Stereoanlage oder Smartphone ein und verursacht dort einen Kurzschluss oder das Rosten von Bauteilen, hilft meist nur noch eine kostspielige Reparatur oder ein Austausch des Geräts.


Gebäudeschäden

Gesteigerte Heizkosten

Breitet sich die Feuchtigkeit derweil in der Wand aus, kann auch das unangenehme Konsequenzen haben. So sorgt sie nicht nur dafür, dass die Wand keine Wärme mehr speichern kann, sondern leitet diese sogar aktiv nach draußen. Denn Wasser ist ein bis zu 25-mal besserer Wärmeleiter als Luft. Je mehr sich davon in den Poren der Wandbaustoffe eingelagert hat, desto größer ist der Wärmeverlust. So reichen schon 10 % Durchfeuchtung aus, um die Wärmedämmung zu halbieren. Dadurch erhöht sich dann auch der Energiebedarf, sodass Ihre Heizkosten bis zu 25 % höher ausfallen können. Sollte Ihnen also ein Mehrverbrauch beim Heizen aufgefallen sein, ist möglicherweise eine feuchte Wand dafür verantwortlich.


Feuchtigkeit verringert die Wärmespeicherfähigkeit der Wände und lässt dadurch die Heizkosten steigen. | Bild: © Andrey Popov / Adobe Stock


Schäden an der Wandverkleidung

Weitere Anzeichen dafür, dass sich Wasser in Ihrer Wand befindet, sind Veränderungen bei Tapeten, Farbe und Putz. So sorgt die Feuchtigkeit dafür, dass Wandfarbe aufquillt und schließlich abplatzt. Auch Tapeten bekommt sie nicht gut. Diese weichen auf und verlieren ihre Haftung, was eine Wölbung zur Folge hat. Ist bei Ihnen der Putz aufgeplatzt und haben Sie Ausblühungen auf dessen Oberfläche, befindet sich nicht nur Wasser in Ihrer Wand, sondern auch Salz.


Statikprobleme durch Salz

Das Salz kann einerseits aus dem Boden stammen und vom eindringenden Wasser in die Wand eingebracht worden sein. So gelangt über Streusalz Chlorid ins Sickerwasser und im Grundwasser finden sich Nitrate. Andererseits ist es bereits in den Wandbaustoffen enthalten: entweder aufgrund des natürlichen Salzgehalts der Rohstoffe oder aber durch die Wiederverwendung von Steinen, die einmal Salz ausgesetzt waren. Nehmen die Baustoffe Wasser auf, werden die Salze an deren Oberfläche geschwemmt. Verdunstet das Wasser, reichert sich dort immer mehr Salz in den Poren an und kristallisiert schließlich. Durch den hohen Kristallisationsdruck platzt dann die salzgesättigte Schicht auf und es kommt zu Ausblühungen.

Mit dem eindringenden Wasser gelangt auch Salz aus dem Erdreich ins Gebäude. Dort kristallisiert es an den Wandoberflächen und lässt den Putz aufplatzen. | Foto: © aleksandar29 / Adobe Stock


Diese führen dann zu hygroskopischer Feuchte. So sorgt die Eigenschaft von Salzen, Feuchtigkeit anzuziehen, dazu, dass die Wand noch mehr Wasser aus der Raumluft aufnimmt. Herrscht zusätzlich noch erhöhte Luftfeuchtigkeit, nimmt die Durchfeuchtung der Wand auch dann zu, wenn von außen kein neues Wasser mehr nachkommt. Dadurch steigt im Winter dann auch die Gefahr von Frostschäden.

Und auch im Inneren des Mauerwerks setzt Salz der Bausubstanz zu. So lässt es den Mörtel in den Lagerfugen mürbe werden und Eisenträger schneller rosten. Für die Wand bedeutet das einen Verlust ihrer Stabilität und Tragkraft. Unten gelegene Stockwerke wie der Keller können dadurch im schlimmsten Fall unter der Last der Obergeschosse zusammenbrechen und Teile des Hauses unbewohnbar werden.


Zerstörung durch Hausschwamm

Ähnlich gravierende Folgen kann auch das Wirken des Hausschwamms haben. Für den Hausfäulepilz bieten cellulosehaltige Materialien wie Holz, Papier oder Spanplatten mit einem Feuchtegehalt von 35 - 60 % die optimale Lebensgrundlage - besonders bei einer Temperatur von ungefähr 18 - 22 °C. Meist bleibt seine Anwesenheit lange unentdeckt, sodass er erst dann bemerkt wird, wenn er schon ganze Balken zersetzt hat. Und sogar Beton und Ziegel kann er durchdringen.


Neben der daraus resultierenden Gefahr für Leib und Leben bringen solche Schäden auch einen Wertverlust der Immobilie mit sich. So kann Feuchtigkeit im Mauerwerk laut dem Ring Deutscher Makler (RDM) den Verkaufspreis um bis zu 15 % senken. Daher ist bei Entdecken einer feuchten Wand schnelles Handeln erforderlich. Je länger das Wasser in der Wand verweilt, desto gravierender die Auswirkungen und desto höher die Kosten.


Feuchte Wände erkennen und Durchfeuchtungsgrad messen

Um frühzeitig einen Feuchteschaden zu bemerken, sollten Sie stets mit offenen Sinnen durch alle Räume gehen. Nehmen Sie beim Betreten einen muffigen Geruch wahr? Haben Sie den Eindruck, dass eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht? Sind bereits Tröpfchen auf der Wand zu erkennen? Dies können alles Hinweise auf eine Durchfeuchtung der Wand sein. Zur Überprüfung Ihres Verdachts können Sie sich verschiedener Hilfsmittel bedienen.


Thermometer und Hygrometer

Vermuten Sie, dass sich aufgrund zu hoher Luftfeuchtigkeit und zu niedriger Oberflächentemperatur Kondenswasser auf der Wand gebildet hat, können Sie in einem ersten Schritt diese Werte mittels Hygrometer und Thermometer feststellen. Dafür sollten Sie:

  • mit einem Thermometer die Raumtemperatur messen.
  • mit einem Hygrometer die relative Luftfeuchtigkeit im Raum ermitteln.
  • mit einem (Infrarot-)Thermometer die Oberflächentemperatur an der vermuteten Stelle (Außenwand, Fensterrahmen, Ecke) bestimmen.
  • mit einer Taupunkttabelle (s. o.) die Werte überprüfen. Ab welcher Temperatur setzt in Bezug auf Raumtemperatur und relative Luftfeuchtigkeit Kondensation ein? Liegt die Oberflächentemperatur unterhalb dieses Werts? Wenn ja, kann es gut sein, dass Sie es an der entsprechenden Stelle mit Kondenswasser zu tun haben. Und selbst bei 3 °C über dem Taupunkt kann es bereits zum Schimmelwachstum kommen.

Mit digitalen Hygrometern erhalten Sie meist genauere Ergebnisse als mit analogen. Auch sollten diese kalibriert sein und sich vor dem ersten Messen akklimatisieren. | Foto: © Maliflower73 / Adobe Stock


Messprotokoll

Möchten Sie sich einen umfassenderen Eindruck von Ihrem Raumklima verschaffen, empfiehlt sich die Erstellung eines Messprotokolls. Dafür müssen Sie ein bis zwei Wochen lang jeweils vor dem Lüften und 30 Minuten danach die Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit messen und notieren. Zusätzlich sollten Sie auch festhalten, wann und wie Sie lüften und wie hoch jeweils die Außentemperatur ist. Auf diese Weise erfahren Sie, ob Ihr Heiz- und Lüftungskonzept der Grund für die feuchte Wand ist oder die Feuchtigkeit einen anderen Ursprung hat.


Schadensbildbetrachtung

Oft genügt aber auch schon ein Blick auf die betroffene Stelle, um einen Hinweis auf die Schadensursache zu erhalten. So tritt Kondenswasser in Form von feuchten Flecken auf, die sich punktuell um ein Zentrum herum ausbreiten und nach außen hin an Intensität verlieren. Von außen eindringende Feuchtigkeit hingegen zeigt sich anhand klar abgegrenzter und verfärbter Austrocknungsränder sowie Ausblühungen und Abrinnspuren. Und einen Wasserschaden erkennen Sie daran, dass sich die feuchte Stelle nach unten hin ausbreitet.


Feuchtemessgeräte

Zur Bestimmung des Durchfeuchtungsgrads Ihrer Wand können Sie ein Feuchtemessgerät einsetzen. Dieses erhalten Sie schon für wenig Geld und in verschiedenen Ausführungen im Fachhandel. So gibt es Messgeräte, mit denen Sie den Feuchtegehalt anhand des elektrischen Widerstands ermitteln können. Dafür müssen Sie deren zwei Elektroden an mehreren Stellen in die Wand stechen. Da sich durch Wasser die elektrische Leitfähigkeit eines Baustoffs erhöht, gilt ein niedriger Widerstand als Indikator für Feuchtigkeit. Insbesondere bei Holz findet diese Methode Anwendung. Sie hat allerdings den Nachteil, dass sich damit nur feststellen lässt, wie feucht die Oberfläche der Wand ist.

Gehen Sie davon aus, dass auch das Innere der Wand durchnässt ist, erhalten Sie durch eine kapazitive Feuchtigkeitsmessung genauere Ergebnisse. Denn die Messtiefe entsprechender Geräte beträgt bis zu 5 Zentimeter. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass diese Methode non-invasiv ist, Sie also nicht in die Wand stechen müssen. Stattdessen platzieren Sie einen Kugelkopf auf die Wandoberfläche. In diesem befinden sich zwei elektrisch leitende Platten (= Kondensator), die unter Spannung gesetzt werden, sodass ein elektrisches Feld entsteht. Den Stoff, der davon erfasst wird, bezeichnet man als Dielektrikum. Während die kaum leitende Luft eine Dielektrizitätszahl von 1 hat, beträgt diese bei Wasser 80. Je feuchter also die Wand ist, desto höher auch die Kapazität.

Zur Ermittlung des Feuchtegehalts der Wand haben Sie die Wahl zwischen unterschiedlich operierenden Feuchtemessgeräten. | Bilder: © Piotr & von Lieres / Adobe Stock


Was bei beiden Verfahren zu beachten gilt:

  • Unterschiedliche Baustoffe weisen unterschiedliche Werte auf. So ist Holz von Natur feuchter als Zement. Es gibt also keine absoluten Zahlen, wie feucht eine Wand maximal sein darf, ohne ein Problem darzustellen. Somit müssen Sie immer auch an einer trockenen Stelle messen, um einen Referenzwert zu haben, mit dem Sie den Wert an der vermuteten Schadensstelle vergleichen können.
  • Mehrere Faktoren können zu Fehlmessungen führen: Befinden sich Metallelemente wie Stahlträger oder Nägel in der Wand, verfälschen diese das Ergebnis. Salze haben den gleichen Effekt. Ebenso müssen Sie darauf achten, dass Sie mit Ihrer Hand nicht zu nah an den Gerätekopf kommen.


Professionelle Feuchtemessung

Auch Experten bedienen sich oft Feuchtemessgeräten, um sich einen ersten Eindruck vom Zustand einer Wand zu verschaffen. Sobald aber eine feuchte Stelle ausgemacht ist, greifen Sie meist auf präzisere Methoden zurück. Dafür bohren Sie in die Wand, um eine Probe zu entnehmen. Anschließend wenden sie entweder das CM-Verfahren oder die Gravimetrische Methode an.

Beim CM-Verfahren kommt die zermahlene Probe zusammen mit Stahlkugeln und einem mit Calciumcarbid gefüllten Glasbehälter in eine Druckflasche. Nach Zerstörung des Glases durch die Kugeln reagiert das Wasser mit dem Calciumcarbid, wodurch Acetylengas entsteht. Dabei misst ein Manometer dessen Druck. Je höher er ist, desto mehr Wasser befand sich in der Probe.

Bei der Gravimetrischen Methode hingegen wird die entnommene Probe luftdicht verpackt in ein Labor verschickt, wo man sie zunächst wiegt und anschließend in einen Trockenschrank legt. Nachdem alles Wasser verdunstet ist, erfolgt ein erneuter Wiegevorgang. Die dabei ermittelte Gewichtsdifferenz entspricht dann dem Feuchtegehalt an der Bohrstelle.


Methoden zur Leckortung

Professionelle Hilfe brauchen Sie auch, wenn ein Rohrbruch in der Wand für die Feuchtigkeit verantwortlich ist. Zur Leckortung greifen die Experten auf unterschiedliche Messtechniken zurück. So kann auch hier eine Thermografie angefertigt werden, um mittels Infrarot Temperaturunterschiede in der Wand aufzudecken. Es ist aber auch möglich, mit einem Aquaphon die Schwingungen des strömenden Wassers hörbar zu machen oder Gas in das Rohr einzuleiten und dann zu messen, wo es austritt.


Generell gilt es, zu analysieren: Woher kommt das Wasser? Handelt es sich um oberflächliche Feuchtigkeit, die bisher nur wenige Millimeter in das Mauerwerk vorgedrungen ist, oder um Kernfeuchte, bei der das gesamte Mauerwerk durchfeuchtet ist? Wie hoch ist der Salzgehalt in der Wand? Erst, wenn diese Aspekte geklärt sind, lässt sich eine nachhaltige Sanierung vornehmen, die einer erneuten Durchfeuchtung vorbeugt.


Feuchte Wände sanieren - Mit Abdichtungen und Dämmung das Haus vor Feuchtigkeit schützen

Je nach ermittelter Ursache sollten Sie an der entsprechenden Stelle Sanierungsmaßnahmen durchführen lassen. Im Falle von Kondenswasser-bedingter Feuchtigkeit sollten Sie sich demnach mit dem Zustand Ihrer Wärmedämmung auseinandersetzen und diese gegebenenfalls ausbessern. Ergab die Voruntersuchung indes, dass die feuchte Wand auf eindringendes Wasser zurückzuführen ist, müssen Sie die dafür verantwortliche Undichtheit beseitigen. Gerade im Altbau bedeutet das meist eine Erneuerung oder nachträgliche Errichtung von Horizontal- oder Vertikalsperre.


Vertikalsperre

So gilt eine fehlende oder undicht gewordene Vertikalsperre als Hauptursache für feuchte Kellerwände. Um das seitliche Eindringen von Bodenfeuchte zu unterbinden, muss diese daher ausgebessert oder überhaupt erst eingebaut werden.


Außenabdichtung

Sofern es möglich ist, sollte dies von außen erfolgen. Denn nur eine Außenabdichtung verhindert, dass wieder Wasser ins Mauerwerk gelangt. Dafür ist jedoch eine Freilegung des Mauerwerks bis zum Fundament erforderlich. Ein Tiefbauunternehmen muss also das Erdreich rund ums Haus ausheben. Anschließend wird das wasserdurchlässige Mauerwerk mit einer Dichtungshaut aus Bitumen versiegelt. Dessen vom Erdöl stammende Farbe brachte der Abdichtung den Namen "Schwarze Wanne" ein. Mittlerweile wird anstelle eines Anstrichs aber oft auch mit Kunststoffbahnen aus PVC oder Polyethylen (K-Wanne) gearbeitet. In beiden Fällen muss nach rund 30 Jahren eine Erneuerung durchgeführt werden. Daher setzt man bei Neubauten heutzutage immer öfter auf "Weiße Wannen" aus wasserundurchlässigem Beton, deren Lebensdauer bis zu 80 Jahre beträgt.

Eine „Schwarze Wanne“ aus Bitumen sorgt dafür, dass keine Feuchtigkeit seitlich aus dem Erdreich ins Haus eindringen kann. | Foto: © Turi / Adobe Stock


Innenabdichtung

Ist eine Außenabdichtung nicht machbar, weil beispielsweise der Zugang fehlt, sollten Sie Ihre Kellerwände zumindest auf Raumseite abdichten lassen. Dafür kommen verschiedene Varianten infrage, deren Verwendung auf Material und Zustand der Wände sowie die beabsichtigte Nutzung des Kellers abgestimmt werden sollte.

So empfiehlt sich bei einer starken Durchfeuchtung die Anwendung eines Injektionsverfahrens. Dabei werden in festen Abständen Löcher in die Wand gebohrt und dann mit einem viskoelastischen Gel gefüllt. Bei der Schleierinjektion gelangt dieses durch die Kellerwand hindurch ins Erdreich und sorgt so von innen heraus für eine Außenabdichtung. Bei einer Flächeninjektion hingegen verteilt sich das Injektionsmittel in den Poren der Wandbaustoffe und reagiert dort zu einem sogenannten Dichtungsschleier.

Möchten Sie den Keller als Hobbyraum oder zum Wäschetrocknen nutzen, bietet sich eine Kombination aus mineralischer Dichtschlämme und Sanierputz an. Beide verhindern ein Weiterleiten der von außen eindringenden Feuchtigkeit, lassen aber weiterhin Wasserdampf hinausdiffundieren. Sanierputz ist außerdem sehr porös und somit in der Lage, bauschädliche Salze zu binden. Diese Form der Abdichtung sollten Sie allerdings erst durchführen, wenn sich keine Feuchtigkeit mehr in der Wand befindet, da jene sonst dort eingesperrt wird.

Da es aufeinander abgestimmte Sanierputzsysteme schon fertig zu kaufen gibt, können erfahrene Heimwerker die entsprechenden Arbeiten durchaus auch in Eigenleistung erledigen. Mehr Sicherheit bekommen Sie allerdings, wenn Sie ein Fachunternehmen mit der Herstellung einer vertikalen Innenabdichtung beauftragen. Der kann diese dann auch an die Horizontalsperre anschließen und so die Schutzwirkung erhöhen.

Außenabdichtung

Innenabdichtung

Vorteile

  • schützt das Mauerwerk vor eindringender Feuchtigkeit
  • verhindert, dass eingedrungene Feuchtigkeit ins Innere gelangt
  • unkomplizierter (u. U. in Eigenleistung zu erledigen)
  • kostengünstiger
  • zeitsparender

Nachteile

  • großer Aufwand
  • mit höheren Kosten verbunden
  • nicht immer durchführbar
  • konserviert eingetragene Feuchtigkeit lediglich
  • durch Sperrputze kann versalzene Wand Schaden nehmen
  • Keller muss geräumt werden


Horizontalsperre

Die Reparatur oder nachträgliche Einbringung einer horizontalen Abdichtung ist dann erforderlich, wenn die feuchte Wand auf durch das Fundament eindringendes Wasser zurückzuführen ist. Um das ungehinderte Aufsteigen der Feuchtigkeit zu unterbinden, kann auf verschiedene Verfahren zurückgegriffen werden: mechanische, chemische und elektrophysikalische.


Mechanische Verfahren

So wird oft schon beim Bau eines Hauses auf mechanische Sperren aus Edelstahlblechen, Kunststoffplatten oder Folien zum Schutz des Mauerwerks gesetzt. Im Falle einer Sanierung fügt man diese nachträglich ein. Dafür wird dann beispielsweise eine Fuge aufgeschnitten oder eine Reihe Mauersteine entfernt und durch neue ersetzt. Alternativ lassen sich auch bis zu 10 Zentimeter große Löcher in die Wand bohren, die anschließend mit dichtem Mörtel gefüllt werden.


Chemische Verfahren

Das Bohren von Löchern ist auch bei den chemischen Verfahren erforderlich. In diese kommt dann ein Injektionsstoff, der die Poren der Wandbaustoffe entweder verstopft (z. B. Paraffin) oder wasserabweisend macht (z. B. Silikon-Mikroemulsionen). Das Einbringen geschieht teils mit Druck, teils unter Ausnutzung der Schwerkraft. Allerdings ist eine drucklose Injektion bei zu starker Durchfeuchtung nicht immer erfolgreich. Denn sind die Poren bereits fast vollständig mit Wasser gefüllt, findet nicht mehr genug Injektionsstoff darin Platz.

Bei einer drucklosen Injektion fließt ein Injektionsstoff in das angebohrte Mauerwerk und sorgt dort dafür, dass die Poren der Baustoffe kein Wasser mehr aufnehmen können. | Foto: © PhotograpyByMK / Adobe Stock


Elektrophysikalische Verfahren

Auch bei elektrophysikalischen Verfahren ist die Wirksamkeit nicht immer gegeben. So wird der aktiven Abdichtung, bei der mithilfe eines parallel zur Oberfläche angelegten elektrischen Felds ein Eindringen von Wasser verhindert werden soll, zwar eine gewisse Tauglichkeit zugeschrieben. Passive Verfahren, die eher auf eine Trocknung des bereits feuchten Mauerwerks abzielen, gelten hingegen für einige Experten nicht als echte Horizontalsperren. Denn sobald man die Spannung wieder wegnimmt, kann das Wasser erneut über die Kapillaren nach oben steigen.

Und selbst, wenn die Spannung angelegt ist, um den Potenzialunterschied zwischen Mauer und Erdreich aufzuheben und dadurch die Strömungsrichtung des Wassers umzukehren, kann die Kapillarität der Baustoffe zusammen mit der Hydrophilie der gelösten Salze den Trocknungseffekt behindern. Dafür haben die elektrophysikalischen Verfahren aber den Vorteil, dass im Gegensatz zu den mechanischen und chemischen keine größeren Eingriffe ins Mauerwerk erfolgen müssen.


Sanierung von Experten erledigen lassen

Bevor Sie sich also für eine Methode entscheiden, sollten Sie unbedingt einen Sachkundigen zu Rate ziehen. Dies kann ein auf Altbausanierung spezialisierter Architekt oder ein Fachingenieur für Bauphysik sein. Auch Planungsbüros und Fachbetriebe für Bautenschutz oder Bauinstandsetzung sind meist in der Lage, passende Abdichtungskonzepte zu erstellen.

Wenn Sie sich bei Ihrer feuchten Wand unsicher sind, welcher Handwerker für Sie der richtige ist, können Sie sich auch erst einmal an die Verbraucherzentrale wenden. Wissen Sie, wen Sie brauchen, bekommen Sie durch Eingeben Ihrer Postleitzahl im obenstehenden Formular Kontakt zu entsprechenden Fachbetrieben in Ihrer Umgebung. Denn nur, wenn die Arbeiten fachgerecht geplant und ausgeführt werden, erhalten Sie langfristigen Schutz für Ihr Gebäude.

Maßnahme

Kosten

Mauersägeverfahren

ca. 100 – 150 €/lfm

Injektionsverfahren

ca. 80 €/lfm

Mauertauschverfahren

ca. 200 – 250 €/m²

Ramm-Riffelblechverfahren

ca. 70 €/lfm

Elektrophysikalische Verfahren

ca. 350 €/m²

Verfahren, mit denen sich feuchte Wände sanieren lassen, und deren ungefähre Kosten | Quelle: Deutsche Bauvermittlung


Wärmedämmung

Das gilt auch, wenn Sie infolge von Kondenswasser-Problemen Dämmmaßnahmen vornehmen möchten. Denn, wie bereits erwähnt, können ein bloßer Fenstertausch oder eine Innendämmung Wärmebrücken begünstigen und den Taupunkt nach innen verschieben. Feuchte Wände aufgrund zu kalter Oberflächen lassen sich durch eine genaue Analyse des Dämmzustands (z. B. per Thermografie) und eine darauf aufbauende Maßnahmenplanung vermeiden.

Mit einer Wärmebildkamera können Sie die Gebäudehülle auf Wärmebrücken überprüfen. | Bild: © Dario Sabljak / Adobe Stock


Nicht nur Fenster tauschen

So mögen der geringe Aufwand und niedrige Preis dazu verleiten, einfach nur die alten Fenster durch neue zu ersetzen. Diese bringen Luftdichtheit und durch Zweifach- oder Dreifachverglasung einen erhöhten Wärmeschutz. Belassen Sie es allerdings dämmtechnisch bei dieser einen Maßnahme, kommt es zu der eingangs beschriebenen Verlagerung der Wärmebrücken. Sorgt diese dafür, dass sich die Feuchtigkeit im Raum nun an den Wänden statt am Fenster niederschlägt, können die Folgen viel kostspieliger werden als eine umfassende Dämmung.


Auf Außendämmung setzen

Dafür sollten Sie Fassade und Kellerwände auch von außen her dämmen, sofern das bei Ihrem Haus möglich ist. Das ist zwar aufwendiger und teurer als eine Innendämmung, da u. a. eine Einrüstung bzw. Aushubarbeiten erforderlich sind. Dafür senken Sie so aber nicht nur stärker die Wärmeverluste, sondern verhindern auch, dass die Außenwände auskühlen. Denn mit einer Außendämmung werden diese weiterhin von der Raumluft erwärmt. Dadurch bleibt die Temperatur der Wände hoch genug, um sie auch nach dem Einsetzen isolierter Fenster nicht zu Wärmebrücken zu machen.


Was bei einer Innendämmung zu beachten ist

Eine Innendämmung hingegen zielt darauf ab, die warme Luft im Raum zu halten. Die Außenwand wird also von der Durchwärmung abgeschnitten, wodurch direkt hinter der inneren Oberfläche ein extremes Temperaturgefälle entsteht. Kann nun weiterhin Wasserdampf in die Wand hineindiffundieren, wird er dort im Winter stark abgekühlt. Kondenswasser und Schimmelbefall sind die Folge.

Damit das nicht passiert, ist in vielen Fällen die Verwendung einer Dampfbremse angeraten. Dabei handelt es sich um eine dünne Folie oder Pappe, die den Großteil der innen anfallenden Feuchtigkeit von der Dämmung fernhält. Da sie dafür unbedingt lückenlos aufgebracht werden muss, sollte ein Fachbetrieb diese Arbeit erledigen. Denn gerade an den Übergängen zu Fenstern und Türen sowie Lichtschaltern und Steckdosen ist besondere Vorsicht geboten. Gelingt dort der Anschluss nicht, ist der Schutzeffekt nicht mehr gegeben und in der Dämmung kann sich Feuchtigkeit sammeln und Schimmel wachsen.

Strebte man früher eine völlige Abdichtung der Innendämmung mittels Dampfsperre an, setzt man heute bei Wohnhäusern eher auf feuchtigkeitsspeichernde Dampfbremsen. | Abbildung: © thingamajiggs / Adobe Stock


Letzteres können Sie alternativ auch durch eine Dämmung mit Klimaplatten aus Calciumsilikat verhindern. Diese besitzen einen hohen pH-Wert und bieten dem Schimmel damit keinen Nährboden mehr. Mit ihrer hohen Kapillarität sind sie außerdem in der Lage, die Feuchtigkeit des Raums aufzunehmen, welche bei entsprechend hoher Lufttemperatur dann wieder verdunsten kann. Feuchten Wänden wird also effektiv vorgebeugt.

Bei Innendämmung sollten Sie außerdem darauf achten, sie nicht auf die Außenwände zu beschränken. Denn sind nur diese vor Kondenswasser geschützt, laufen Sie Gefahr, dass die Übergänge zu Innenwänden und Zimmerdecke sowie Tür- und Fensterlaibungen zu Wärmebrücken werden. Um dies zu verhindern, sollten Sie bei einer Innendämmung immer auch eine Flankendämmung, z. B. mittels Dämmkeilen, einplanen. Auf diese Weise verringern Sie den Temperaturunterschied zwischen den Bauteilen.

Vor- und Nachteile einer Innendämmung

Vorteile

Nachteile

günstiger als eine Außendämmung, da kein Baugerüst erforderlich

führt häufiger zu feuchten Wänden und Schimmelbildung

auch im Winter durch durchführbar

begünstigt die Entstehung von Wärmebrücken

Räume werden schneller warm

im Sommer gelangt weniger Kühle in den Raum

zur Dämmung von Gebäuden, deren Fassade (z. B. aufgrund von Denkmalschutz) nicht verändert werden darf

der Raum büßt an Wohnfläche ein

ermöglicht die Dämmung einzelner Räume (z. B. in Mietwohnungen)

das Anbringen von Gegenständen an der Wand ist nur noch bedingt machbar

manche Dämmstoffe erhöhen auch den Schallschutz

manche Dämmmaterialien können bei einem Brand zur Gefahr werden


Allgemeine Hinweise zum Dämmen

Es lässt sich also festhalten, dass Sie bei der Dämmung einiges beachten müssen. Denn insbesondere bei einem alten Haus ist die Bauphysik sehr empfindlich, sodass schon kleine Eingriffe das Gleichgewicht stören. Daher sollten Sie einen Energieberater in die Planung mit einbeziehen. Der kann Ihnen auch helfen, wenn Sie sich die Dämmmaßnahmen staatlich fördern lassen möchten.

Des Weiteren empfiehlt es sich für Hausbesitzer, einmal jährlich die Fassade auf Schwachstellen zu untersuchen und etwa alle zwei Jahre eine Thermografie zu machen – insbesondere nach Anbringen einer Innendämmung. Auf diese Weise entdecken Sie Undichtheiten und Wärmebrücken, bevor sie zu feuchten Wänden führen können.


Feuchte Wände trockenlegen und Schimmel entfernen

Haben Sie bereits feuchte Wände, ist es mit einer Abdichtung oder Dämmung meist nicht getan. Damit bekämpfen Sie zwar das Problem an der Wurzel. Doch solange die bereits entstandene Feuchtigkeit die Wand nicht verlassen hat, kann sie dort weiter Schaden anrichten und Schimmel einen Nährboden bieten.


Wie Sie eine feuchte Wand trocken bekommen

Nach Beseitigung der Ursache (z. B. durch Abdichtung) ist das Mauerwerk durchaus in der Lage, von allein zu trocknen. Sofern Sie ausreichend heizen und lüften. Das kann jedoch je nach Ursache und Grad der Durchfeuchtung mehrere Wochen bis Monate dauern. Schneller lässt sich die Gefahr bannen, wenn Sie die feuchte Wand trockenlegen. Dies können Sie auf verschiedene Weisen tun.


Betroffenen Putz austauschen

Bei nur oberflächlicher Feuchte reicht es oft schon, den geschädigten Putz plus einen etwa 80 Zentimeter darüber hinaus gehenden Bereich abzuschlagen und dann aufs gereinigte Mauerwerk frischen Kalkputz aufzutragen. Dieser verhindert mit seiner Alkalität, dass sich Schimmel bilden kann. Möchten Sie die Wand anschließend noch streichen, sollten Sie den Putz vorher mindestens zwei Tage lang trocknen lassen und anschließend nur Kalkfarbe verwenden, die ebenfalls zur Regulierung des Raumklimas beiträgt.

Bei oberflächlich feuchten Wänden genügt es meist, wenn Sie den betroffenen Putz abschlagen. Danach aufgebrachter Kalkputz verhindert das Wachstum von Schimmel. | Foto: © mhp / Adobe Stock


Mit Opferputz gegen Salzbelastung

Haben Sie es nicht nur mit Feuchtigkeit, sondern auch gelösten Salzen zu tun, sollten Sie zunächst einmal Opferputz aufbringen. Der Reparaturmörtel zeichnet sich durch eine hohe Porosität aus, die ihm die Aufnahme von Salzen ermöglicht. Dieser Prozess der Salzanreicherung kann je nach Feuchtebelastung des Mauerwerks mehrere Monate bis zu einigen Jahre dauern. Sobald er gesättigt ist, muss er wieder abgeschlagen, also für den Erhalt der Wand "geopfert", werden. Befinden sich weiterhin Wasser und Salze in der Wand, sollten Sie den Vorgang wiederholen.


Erwärmung der Raumluft mit Heizlüfter

Haben Sie die Feuchtigkeit hingegen frühzeitig entdeckt oder planen Sie den anschließenden Auftrag von salzbindendem Sanierputz, können Sie Ihre feuchte Wand trockenlegen, indem Sie durch gezielten Wärmeinsatz die Verdunstung beschleunigen. So erhöht beispielsweise ein Heizlüfter die Temperatur der Raumluft und damit deren Wasserspeicherfähigkeit. Damit die feuchte Luft sich dann nicht an anderer Stelle niederschlägt, kombiniert man den Heizlüfter meist mit einem Bautrockner.


Feuchte Luft abführen mit Bautrocknern

Kondensationstrockner saugen die Raumluft an und leiten sie danach über Kühlrippen, wo ihre Temperatur unter den Taupunkt gesenkt wird. Das entstehende Kondenswasser landet dann in einem Auffangbehälter, der auf die Raumgröße ausgelegt und regelmäßig geleert werden sollte. Die Luft wird indes erwärmt und wieder dem Raum zugeführt. Absorptionstrockner dagegen arbeiten mit einem Trockenmittel (z. B. Silikatgel oder Calciumchlorid), welches der Luft per Sorption das Wasser entzieht. Während sie auch hier erwärmt zurück in den Raum geleitet wird, befördert ein Rotor die entnommene Feuchtigkeit nach draußen.

Auf diese Weise können Sie die Trocknung der Wände etwas beschleunigen. Allerdings ist diese Methode mit hohen Stromkosten verbunden, zu welchen dann meist noch Leihgebühren für die Geräte kommen. Des Weiteren sind Bautrockner nicht für den Einsatz in bewohnten Räumen geeignet. Für feuchte Kellerwände oder bei Neubaufeuchte können sie jedoch recht wirksam sein.


Ein Bautrockner lässt die in der Wand befindliche Feuchtigkeit schneller verdunsten. | Foto: © Robert Kneschke / Adobe Stock


Schnellere Verdunstung durch Infrarotstrahlung

Noch effizienter ist die Verwendung von Infrarotstrahlung. Denn damit erwärmen Sie nicht großflächig die Luft, sondern gezielt die feuchte Stelle an der Wand, die es zu trocknen gilt. Dies tun Sie entweder über einen davor aufgestellten Heizstrahler oder durch das Anhängen von Infrarotplatten mittels Montageklammern. Mit einer Temperatur von 70 - 90 °C wird dann die Wand bis tief ins Mauerwerk bestrahlt, was die dortige Feuchtigkeit in den Raum hinein verdunsten lässt. Wird die Infrarotheizung in Intervallen von etwa drei bis vier Stunden genutzt, kann, während sie ausgeschaltet ist, auch das im Kern befindliche Wasser bis zur Oberfläche vordringen.

Somit bekommen Sie Ihre Wand um ein Vielfaches schneller trocken als mit Heizlüfter oder Entfeuchter. Da dabei kein Lärm entsteht und auch das Öffnen von Türen und Fenstern möglich ist, lässt sich diese Form der Trockenlegung auch in genutzten Räumen anwenden.


Mikrowellentrocknung für besondere Bereiche

Ebenfalls auf einer begrenzten Fläche anwendbar ist die Mikrowellentrocknung. So werden auch die Mikrowellen direkt auf die feuchte Stelle gerichtet. Anstatt jedoch diese zu erwärmen, versetzen sie die Wassermoleküle in Schwingungen, wodurch es zu Reibung kommt. Das Wasser selbst sorgt also für die Wärme und die daraus resultierende Verdunstung. Geeignet ist diese Methode besonders für schwer zugängliche Bereiche, massives Mauerwerk und Materialien von hohem Wert, die keiner langen Trocknung unterzogen werden sollten.

Außerdem lassen sich mithilfe der Mikrowellen biologische Strukturen thermisch abtöten. Dies bedeutet aber auch, dass eine Gefahr für im Raum befindliche Menschen und Tiere besteht. Denn wird die Bestrahlung nicht sofort nach Trockenlegen der Wand eingestellt, können sich die Mikrowellen auch darüber hinaus ausbreiten. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass sich kein Metall in der Wand befindet, da es sonst zu Hitzeschäden oder Spannungsüberschlägen kommen kann. Daher sollte Mikrowellentrocknung nur von geschultem Personal durchgeführt werden.


Feuchte Wand von Schimmel befreien

Manchmal hat das Wasser nicht nur die Wand durchfeuchtet, sondern auch für das Wachstum von Schimmel gesorgt. Dann reicht es nicht aus, nur die feuchte Wand trockenzulegen. Sie müssen auch gegen den Schimmel vorgehen. Welche Mittel Sie dabei einsetzen können, hängt von der Dauer und Größe des Schimmelbefalls ab.


Oberflächlichen Schimmelbefall mit Hausmitteln entfernen

Entdecken Sie den Schimmel schon kurz nach seiner Entstehung, lässt er sich meist noch mit einfachen Reinigungsmitteln bekämpfen. Viele enthalten Alkohol, da dieser desinfizierend wirkt und dem Schimmel das Wasser entzieht. Als Alternative können Sie auch puren Alkohol verwenden. Der verflüchtigt sich allerdings schnell, sodass Sie ihn mehrmals aufbringen müssen. Nutzen Sie hochprozentigen Brennspiritus, muss dieser anschließend gut durchtrocknen. Und während der Einwirkzeit gilt es, jede Form von Feuer zu vermeiden und gut zu lüften.

Nicht brennbar hingegen ist Wasserstoffperoxid, mit dem sich sowohl aktive Pilzzellen als auch Sporen bekämpfen lassen. Durch seine bleichende Wirkung sorgt es nebenbei noch dafür, dass hinterher nichts mehr von dem Befall zu sehen ist. Bei der Anwendung ist jedoch darauf zu achten, dass die Wand absolut trocken ist. Testen können Sie dies mit einem Blatt Löschpapier.

Auch Essig eignet sich zur Schimmelbekämpfung, da sein niedriger pH-Wert vom Pilz nicht vertragen wird. Reiben Sie dafür einfach die betroffene Stelle mit einem mit Essig beträufelten Tuch ein und wischen Sie sie anschließend mit einem feuchten Lappen ab. Für Kalkwände sollten Sie Essig allerdings nicht verwenden. Im Anschluss können Sie einen Dampfreiniger einsetzen, um die abgetöteten Pilze aus den Fugen zu entfernen.

Die Schimmelentfernung sollten Sie nicht ohne Schutzkleidung durchführen: Handschuhe, Mundschutz und Einweg-Overall sorgen dafür, dass weder Sie noch Ihre Sachen mit den schädlichen Sporen in Kontakt kommen. | Foto: © Jovica Varga / Adobe Stock


Größerer Befall erfordert professionelle Beseitigung

Konnte sich der Schimmel bereits etwas ausbreiten, bedarf es des Einsatzes chemischer Mittel auf Chlorbasis. Diese sind in der Lage, Schimmelsporen innerhalb von Sekunden zu zerstören. Sie haben allerdings den Nachteil, dass ihre Inhaltsstoffe der Gesundheit schaden können. Daher sollten Sie deren Anwendung nicht selbst durchführen, sondern dies einer Fachfirma überlassen.

Die sollten Sie auch hinzuziehen, wenn die betroffene Fläche größer als einen halben Quadratmeter ist. Denn dann ist davon auszugehen, dass der Schimmel bereits tiefer in die Wand eingedrungen ist und auch den Putz in Mitleidenschaft gezogen hat. Um ihn in dem Fall vollständig zu entfernen, muss der gesamte Bereich erneuert werden. Dabei ist gerade bei der Verfugung Sachkenntnis gefragt, sodass es nicht zu weiteren Schäden kommt.


Da so eine professionelle Schimmelentfernung und Trockenlegung mit einigen Kosten verbunden ist, sollten Sie stets die Augen offen halten, um Schimmelbildung frühzeitig zu bemerken und beseitigen zu können. Dafür lohnt sich dann auch mal ein Blick in die Ecke oder hinter Möbel. Auf diese Weise schonen Sie nicht nur Ihren Geldbeutel und Ihr Gebäude, sondern auch Ihre Gesundheit.


Vermeidung von feuchten Wänden durch Kondenswasser

Am besten ist es jedoch, dem Schimmel gar nicht erst eine Lebensgrundlage zu bieten – sprich: die Wand gar nicht erst feucht werden zu lassen. Während Wasserschäden infolge von Lecks und mangelhaften Abdichtungen nicht unbedingt vorhersehbar oder vermeidbar sind, haben Sie beim Kondenswasser großen Einfluss darauf, ob es zum Problem wird oder nicht. Neben Wärmebrücken, die durch unsachgemäße oder fehlende Dämmung zustande kommen, tragen vor allem nicht ausreichendes Heizen und Lüften sowie falsches Platzieren von Einrichtungsgegenständen zu dessen Entstehung bei.

Schließlich gelangt durch Atmen und Schwitzen, Kochen und Duschen sowie weitere Aktivitäten immer wieder Wasser in der Raumluft. Damit der Wasserdampf sich nicht kurz darauf an den Wänden oder anderen Oberflächen niederschlägt und dort kondensiert, gilt es, einiges zu beachten.


Richtig lüften

  • Regelmäßiger Luftaustausch sorgt dafür, dass der Wasserdampf nach draußen abgeführt wird und wieder kühlere und damit trockenere Luft in den Raum gelangt. Dafür sollten Sie mehrmals täglich die Fenster weit öffnen (Stoßlüften). Die Länge des Lüftens ist dabei abhängig von den jahreszeitbedingten Außentemperaturen, der Stärke des Windes und dem Zustand des Gebäudes. So reichen im Winter und bei Sturm schon wenige Minuten für einen Luftwechsel. Durch Undichtheiten in der Gebäudehülle kann indes auch bei geschlossenem Fenster Außenluft eindringen, wodurch sich die Zeit des Lüftens verkürzt.


  • Was die Häufigkeit des Lüftens angeht, so lauten die Empfehlungen: 2 – 5-mal täglich, nach Möglichkeit mindestens 3-mal. Am besten richten Sie sich nach der Nutzungsintensität der Räume. Wenn Sie also den Großteil des Tages nicht zuhause sind, reicht es meist schon, wenn Sie morgens nach dem Aufstehen und abends nach dem Heimkommen jeweils für Frischluft sorgen. Nach Aktivitäten, die viel Feuchtigkeit entstehen lassen (Kochen, Duschen oder ein intensives Indoor-Workout), sollten Sie dafür lieber einmal mehr das Fenster öffnen.


  • Was Sie hingegen nicht tun sollten, ist, Fenster über längere Zeit auf Kippstellung zu lassen. Einerseits findet dadurch kein richtiger Luftaustausch statt. Andererseits kühlt dadurch der Bereich rund um das Fenster aus und lässt sich hinterher nur schwer wieder erwärmen. Lüften Sie also besser einmal öfter kurz durch, als durch Dauerlüften kalte Oberflächen zu schaffen, die zum Kondensieren einladen.


  • Noch besser als Stoßlüften ist übrigens Querlüften. Wenn Sie also Fenster auf gegenüberliegenden Fassadenseiten haben, sollten Sie sie immer gleichzeitig öffnen. Dies erhöht den Luftzug, sodass der Luftaustausch schneller vonstattengeht.

Durch richtiges Lüften kommt es im Winter nicht zu feuchten Wänden und Schimmel. | Video: © Effizienzhaus Online


  • Sind bei Ihnen die Bedingungen fürs Querlüften gegeben, können Sie den Luftwechsel zusätzlich durch den Einbau von Fensterfalzlüftern unterstützen. Dabei handelt es sich um in den Fensterrahmen integrierte Belüftungsschlitze, durch automatisch frische Luft in den Raum geweht wird. Damit das funktioniert, müssen aber sich eventuell dazwischen befindliche Innentüren Zugluft durchlassen. Außerdem sollten Sie bedenken, dass sich diese Lüftungsöffnungen nicht verschließen lassen. Wohnen Sie also an einer viel befahrenen Straße oder leiden unter Allergien, ist die Fensterfalzlüftung eher nicht für Sie geeignet. In jedem Fall sollten Sie vor dem Einbau ein auf die baulichen Gegebenheiten abgestimmtes Lüftungskonzept erstellen lassen.


  • Die Erstellung eines Lüftungskonzepts empfiehlt sich auch nach der Durchführung von Dämmmaßnahmen, insbesondere dem Fenstertausch. Denn durch Beseitigung von Undichtheiten sind Ihre Innenräume keiner Zwangslüftung mehr ausgesetzt. Um weiterhin feuchte Wände und Schimmel zu verhindern, kann daher häufigeres Lüften erforderlich sein.


  • In Räumen, die verstärkt Feuchtebelastungen ausgesetzt sind, wie Küche und Bad, können Abluftanlagen dabei helfen, den Wasserdampf hinauszutransportieren. Oder Sie stellen Luftentfeuchter auf, die beispielsweise mittels Salzgranulaten die Feuchtigkeit aus der Luft aufsaugen. Manche Modelle erkennen sogar eigenständig, wenn der Feuchtegehalt im Raum zu hoch ist, beziehungsweise sorgen für eine konstante Luftfeuchtigkeit.


  • Im Keller dagegen müssen Sie eher darauf achten, dass Sie die Feuchtigkeit nicht von außen hereinholen. Denn da dort oft eine niedrigere Temperatur als im Rest des Hauses herrscht, können hohe Sommertemperaturen schnell zur Gefahr werden. Lüften Sie also nicht während der Mittagshitze, sondern nur früh am Morgen oder spät am Abend. Dadurch vermeiden Sie, dass die warme Außenluft an den kühlen Kellerwänden kondensiert.

Im Winter sollten Sie nicht nur immer mal wieder stoßlüften, sondern auch durch Heizen für durchgängig warme Räume sorgen. | Bild: © Peter Jurik / Adobe Stock


Angemessenes Heizen

  • Im Winter müssen Sie derweil dafür sorgen, dass die Temperatur der Raumluft hoch genug ist, um die im Haus anfallende Feuchtigkeit aufnehmen zu können. Daher sollten Sie stets alle Räume ausreichend warm halten. Indem Sie kontinuierlich heizen, verhindern Sie außerdem, dass die Wände auskühlen.


  • Die Heizung immer laufen zu lassen, spart übrigens auch Heizkosten. Denn es ist mehr Energie nötig, die Raumtemperatur in kurzer Zeit um mehrere Grad zu erhöhen als sie den ganzen Tag über auf gleichem Niveau zu halten. Auch eine fehlerhafte Heizungsanlage sorgt für unnötige Ausgaben. Daher sollten Sie einen hydraulischen Abgleich durchführen lassen, um sicherzustellen, dass alle Heizkörper gleichmäßig mit Wärme versorgt werden.


  • Was die Höhe der Raumtemperaturen angeht, richten Sie sich am besten nach der jeweiligen Nutzung. Die meisten Menschen fühlen sich bei ungefähr 20 °Celsius und einer Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 % am wohlsten.

Wie stark Sie die einzelnen Räume heizen sollten, orientiert sich daran, wie Sie diese nutzen. | Grafiken: © mayalis / Adobe Stock


  • Auch in wenig genutzten Räumen sollten Sie stets für eine Mindesttemperatur von 16 °C sorgen. Denn lassen Sie diese auskühlen, sinkt auch die Wandtemperatur angrenzender Zimmer. Herrschen in zwei Räumen unterschiedlich hohe Temperaturen, dürfen außerdem die Verbindungstüren nicht zu lange offen stehen. Sonst zieht die warme Luft in den kühleren Raum und gibt an den dortigen Wänden ihre Feuchtigkeit ab. Gleiches gilt übrigens auch beim Kochen und Duschen. Durch offene Türen kann der Wasserdampf sich im Haus ausbreiten.


  • Außerdem sollten Sie in Küche und Bad anfallende Feuchtigkeit sofort wegwischen. Gleiches gilt für Kondenswasser an Fenstern. Auch ist es nicht empfehlenswert, Wäsche in der Wohnung zu trocknen. Sofern möglich, sollten Sie dafür einen separaten Trockenraum oder den Balkon nutzen.


  • Um sicherzugehen, dass die Temperatur für die Raumfeuchte angemessen ist, sollten Sie außerdem regelmäßig mit einem Hygrometer die relative Luftfeuchtigkeit überprüfen. Liegt diese über 65%, müssen Sie mehr heizen und öfter lüften. Denn bereits ab ungefähr 70 % kann sich an einer kalten Wand Schimmel bilden.


  • Aber selbst, wenn Sie die Heizung immer entsprechend aufdrehen, sind Sie nicht unbedingt vor feuchten Wänden gefeit. Denn die Heizwärme muss sich auch im Raum ausbreiten können. Daher sollten Sie darauf achten, dass der Heizkörper nicht verdeckt wird. So verhindern lange Vorhänge und ungünstig platzierte Möbel, dass die warme Luft in voller Stärke jeden Winkel erreicht.


  • Auch direkt vor den Wänden sollte nichts die Luftzirkulation behindern. Daher dürfen Sie nichts zu dicht davor aufstellen. Bei Möbeln sollte ein Mindestabstand von 5 Zentimetern gewahrt werden. Noch besser wären 10 Zentimeter. Nur so ermöglichen Sie es der Heizluft, auch dahinter die Wand zu erwärmen. Insbesondere im Schlafzimmer, wo es im Winter meist kühler ist als in anderen Räumen, dafür aber nachts viel feuchte Atemluft anfällt, sollten Sie die Außenwände vielleicht sogar ganz freilassen. Und auch große Bilder können zu feuchten Stellen führen. Indem Sie beispielsweise Korkstückchen zwischen diese und die Wand klemmen, sorgen Sie auch dort für eine Erwärmung der Oberfläche.


Wenn Sie all diese Tipps beherzigen, dürfte Kondenswasser gar nicht erst entstehen beziehungsweise schnell wieder verdunsten. Feuchte Wände aufgrund falscher Raumnutzung gehören dann der Vergangenheit an. Da aber Kondenswasser nur eine der Ursachen für eine feuchte Wand ist, müssen Sie auch dann damit rechnen, wenn Sie beim Lüften und Heizen alles richtig machen.

Daher sollten Sie immer wieder einmal einen kritischen Blick auf Ihre Wände werfen. Je früher Sie feuchte Stellen entdecken, desto eher können Sie dagegen vorgehen. Feuchte Wände sanieren und trockenlegen zu müssen ist natürlich mit Kosten verbunden. Kommen diese gerade ungelegen, sind Sie vielleicht verleitet, die Maßnahmen aufzuschieben. Abwarten erhöht jedoch das Risiko, dass Ihr Gebäude, Ihre Einrichtung und Ihre Gesundheit Schaden nehmen. Handeln Sie also, bevor die feuchte Wand zu einem noch größeren und teureren Problem wird.

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