Polystyrolplatten

22. April 2021
Polystyrolplatten (auch: Polystyrol Hartschaumplatten) zur Wärmedämmung gibt es als EPS Platten mit expandiertem Polystyrol und als XPS Platten aus extrudiertem Polystyrol. Beide Varianten der Polystyrolplatten haben jeweils etwas unterschiedliche Eigenschaften und sind nicht genau für dieselben Dämmzwecke geeignet.
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Daemmen-Und-Sanieren.de verfasst.
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DämmungDämmplattenPolystyrolplatten

Polystyrolplatten als Dämmmaterial: Einsatzbereiche & Eigenschaften

© Wolfgang Kruck - Fotolia.comBeide Arten der Polystyrolplatten (EPS und XPS) lassen sich laut WECOBIS, dem Ökologischen Baustoff­informations­system, im Bereich Decke und Dach verwenden für eine vor der Witterung geschützte Außendämmung (unter Abdichtung oder Dachdeckung); für eine Innendämmung des Dachs unter den Sparren oder als abgehängte Decke sowie für eine Innendämmung der Decke oder der Oberseite einer Bodenplatte unter dem Estrich ohne Schallschutz­anforderungen.

Eine der Witterung ausgesetzte Dämmung ist nur mit XPS Platten, nicht mit EPS Platten möglich. Dagegen eignen sich laut Wecobis EPS Polystyrol Hartschaumplatten für eine Zwischensparren­dämmung, ein zweischaliges Dach sowie nicht begehbare, aber zugängliche oberste Geschoss­decken sowie für eine Innendämmung der Decke oder der Oberseite einer Bodenplatte unter dem Estrich mit Schallschutzanforderungen.

Beide Varianten der Polystyrolplatten eignen sich wiederum in der Fassaden-Dämmung für eine Außendämmung hinter Bekleidung und Abdichtung sowie unter Putz. Dagegen eignen sich nur EPS Platten für die Dämmung von Wänden in Holzrahmen- und Holztafelbauweise sowie generell für Innendämmung. Perimeterdämmung, die Wände oder die Bodenplatte gegen Erdreich abgrenzt, ist wieder mit beiden Varianten der Polystyrolplatten möglich.

Was ist Polystyrol?

Polystyrolplatten gehört zu den organisch-synthetischen Dämmplatten. Basisstoff ist für XPS wie EPS Platten Erdöl. Produziert wird EPS durch ein Vorschäumen von Polystyrol mit dem Treibmittel Pentan und ein anschließendes Aufschäumen. Der Polystyrol-Anteil liegt bei Polystyrolplatten bei etwa zwei Prozent. Der Rest ist Luft, weshalb Polystyrol Hartschaumplatten sehr leicht sind.

Ein Stück expandiertes Polystyrol (EPS) | Autor: Vmadeira | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Bei XPS Platten sind die ersten Produktionsschritte gleich. Allerdings presst man Polystyrol und Treibmittel durch einen sogenannten Extruder, weshalb XPS Polystyrolplatten eine besonders homogene Zellstruktur bekommen, weniger Feuchtigkeit aufnehmen und stärkeren Druck aushalten. EPS haben wie XPS Platten eine Wärmeleitfähigkeit von etwa 35 bis 40 W/(m•K), sind praktisch unverrottbar sowie fäulnisresistent. Was den Preis angeht sind EPS Platten meist deutlich preisgünstiger als XPS Platten.

Polystyrolplatten verarbeiten

Für die Bearbeitung von EPS Platten wird Schneiden empfohlen, da bei der Arbeit mit Säge oder Fräse schnell viel Staub entsteht. Bei XPS Polystyrol Hartschaumplatten ist die Arbeit mit Sägen oft einfacher. Die Polystyrol Hartschaumplatten werden mit Dübeln befestigt oder mit speziellem Kleber verklebt.

Kritische Stimmen

Teils stehen Polystyrolplatten in der Kritik. Kritiker bemängeln ein ungünstiges Brandverhalten von Polystyrolplatten, wobei unter anderem die Deutsche Energieagentur (DENA) die Kritik zurück gewiesen hat. Die Diskussion bleibt kontrovers.

Im Zweifel helfen Fachbetriebe für Dämmung bei der Einschätzung, wie gut Polystyrolplatten für ein konkretes Dämmvorhaben geeignet sind. Weiterführende Informationen hält auch diese Broschüre sowie unsere Übersicht zu weiteren Dämmplatten bereit.

Weiterlesen zum Thema "Polyurethanplatten"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Polystyrolplatten

Angebote für Dämmung einer Fertig-Garage: Was ist angemessen?

Ich möchte eine 17 Jahre alte Fertiggarage dämmen. Die Garage wird nicht als PKW-Garage genutzt. Sie hat eine Zugangstür zum Haus und weiterhin eine Nebeneingangstür. Das Schwingtor, die Nebenseingangstür, sowie ein weiteres Fenster sind nicht gedämmt. Die Garage soll keine Heizung bekommen, aber im Sommer kühl und im Winter frostfrei sein. Ich plane ein gedämmtes Sectionaltor, eine gedämmte Nebeneingangstür, die Fassade und das Dach zu dämmen. Die Garage ist 3x9 Meter (Kesting. Habe drei Angebote eingeholt) - Sectionaltor und Nebeneingangstür - Fassadendämmung und Putz - Dachdämmung mit Verfüllung des Hohlraums zwischen Haus und Garage. Zusammen soll die Maßnahme ca. 14.500€ kosten. Das erscheint mir recht hoch. - 4.350,00€ Garagentor + Nebeneingangstür - 6.450,00€ 27m² Flachdach dämmen und Wand zum Haus verfüllen - 3.000,00€ 31² Polystyrolplatten verkleben und putzen - 700,00€ 25m² Wetterschutzfarbe für Dachüberstand Sind die Preise angemessen? Welche Alternativen gibt es?
Antwort von Dächer von Krause GmbH

Da diese Preise höchstwahrscheinlich die Mehrwertsteuer enthalten, finde ich persönlich die Preise für angemessen.

Um aber eine konkrete Aussage treffen zu können, müsste man einen Blick auf die einzelnen Positionen haben. Aber im Großen und Ganzen kommt das schon hin.

EPS Platten zwischen Konterlattung legen?

Wir haben unser Dach komplett saniert, dabei wurde folgende Schichten eingebaut (außen nach innen). Ziegel, unterspannbahn, Beplankung (voll), zwischensparrendämmung (Steinwolle), Dampfbremse. Nun habe ich von anderen arbeiten noch EPS Platten übrig die ich zwischen die Konterlattung für den Innenausbau legen könnte. Wäre dies sinnvoll?
Antwort von Weißer Bedachungen GmbH

Als sogenannte Untersparrendämmung völlig OK, solange es nicht mehr als 20% vom gesamten Dämmwert sind welche unterhalb der Dampfsperre angeordnet werden.

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