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Aktualisiert: 23.05.2019

Einblasdämmung für Fassaden, Fußböden und Decken

Sowohl mit der Dämmstoff-Schüttung als auch mit der Einblasdämmung kann man Hohlräume im Haus mit Dämmstoffen wie etwa mit Zellulose füllen. Gerade bei der Altbausanierung gibt es Hohlräume, an die man nur schlecht herankommt. Einblasdämmung ist hier oft das Mittel der Wahl, um durch Einblasdämmstoffe eine gute Wärmedämmung des jeweiligen Bauteils zu gewährleisten.
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Einblasdämmung - Einsatzgebiete, Arbeitsschritte & Dämmstoffe

  1. Ablauf einer Einblasdämmung
  2. Baustoffkunde & Kennwerte
  3. Einblasdämmstoffe in der Übersicht
  4. Vorteile und Nachteile der Einblasdämmung
  5. Einsparungsmöglichkeiten
  6. Förderungen für Einblasdämmung
  7. Fachbetriebe für Einblasdämmung

Einblasdämmung ist bei der nachträglichen Kerndämmung eines Hauses sehr häufig im Einsatz - z.B. bei Außenwänden mit zweischaligem Mauerwerk. Zweischalig bedeutet: jede Außenwand besteht aus zwei Mauern, zwischen denen ein Hohlraum existiert. An diesen Hohlraum kommt man nicht ganz einfach heran. Durch eine Einblasdämmung lässt er sich dennoch mit Einblasdämmstoff füllen.

Mit der Einblasdämmung wie Zellulose lassen sich aber auch Hohlräume zwischen dem Dach füllen, wie zum Beispiel zwischen Dachsparren und einer Holzplatten-Verkleidung. Möchte man vom Dachboden aus die oberste Geschossdecke dämmen, so ist beispielsweise eine Holzrahmen-Konstruktion im Fußbereich des Dachbodens möglich, die mit Dämmstoffen gefüllt und anschließend mit Platten begehbar gemacht wird. Daneben können Einblasdämmstoffe Hohlräume in der Decke oder im Fußboden dämmen wie so genannte Kriechkeller.

Kerndämmung durch Einblasdämmung – exemplarischer Ablauf

  • Bisweilen muss vor einer möglichen Einblasdämmung bei zweischaligem Mauerwerk der Zwischenraum zwischen den beiden Mauern untersucht werden. Dafür wird beispielsweise von außen ein kleines Loch ins Mauerwerk gebohrt. Mit Hilfe eines endoskopischen Geräts wird dann geprüft, ob dieser Zwischenraum für eine Einblasdämmung groß genug ist.
  • Wird das grundsätzliche OK für eine Einblasdämmung gegeben, werden weitere Löcher ins Mauerwerk gebohrt. Als Orientierung: Man bohrt knapp 2,5 Zentimeter große Löcher im Abstand von etwa drei Metern in die Hauswand.
  • Anschließend beginnt die eigentliche Einblasdämmung mit Hilfe eines so genannten Einblasgeräts. Der Einblasdämmstoff wird in den Hohlraum zwischen den Mauerschalen eingeblasen.
  • Ist der Hohlraum durch die Einblasdämmung vollständig mit Einblasdämmstoff gefüllt, können die gebohrten Löcher wieder verschlossen werden.

Die Kerndämmung durch Einblasdämmung kann bei passender Fassade mit zweischaligem Mauerwerk eine kostengünstigere Alternative sein zu anderen Varianten einer Wärmedämmung für Fassaden. Es muss etwa nicht unbedingt ein Gerüst aufgebaut werden, was Extrakosten verursachen würde.

Baustoffkunde für Einblasdämmung: Kennwerte in der Übersicht

Dämmstoffe für eine Einblasdämmung werden mit Hilfe einer Einblasmaschine durch eine Öffnung in einen Hohlraum eines Gebäudes eingeblasen. Dort dienen sie einerseits der Wärmedämmung, können aber auch zum Schallschutz beitragen.

Einblasdämmung ist überall dort möglich, wo Hohlräume bestehen: also beispielsweise als Kerndämmung eines zweischaligen Mauerwerks, als Dämmung des Dachs, der Zimmerdecke oder des Fußbodens. Dabei muss die Einblasdämmung keineswegs die einzige Dämmmaßnahme sein. Sie kann mit anderen Dämmungen kombiniert werden. So ist etwa an einer Wand mit Hohlraum eine Einblasdämmung denkbar, die mit einer Außendämmung mit Dämmplatten kombiniert wird.

Geeignete Dämmstoffe für eine Einblasdämmung

Für eine Einblasdämmung kommen sowohl synthetische als auch organische und mineralische Einblasdämmstoffe in Frage. Ein Beispiel für einen mineralischen Einblasdämmstoff sind Steinwollflocken, synthetische Dämmstoffe für eine Einblasdämmung sind beispielsweise Polystyrol- oder Polyurethangranulate und als organische Dämmstoffe kommen beispielsweise Kork- oder Zelluloseflocken in Frage.

Materialkunde zu Einblasdämmung

Eigenschaften und Kennwerte rund um Einblasdämmung

Die Qualität einer Einblasdämmung hängt von diversen Kennwerten ab. Erläutert werden hier Dämmwert, U-Wert, Taupunkt, Schallschutz und Gewicht.

Dämmwert und U-Wert

Der U-Wert wird auch Wärmedurchgangskoeffizient genannt. Er gibt an, wie viel Wärme einen Quadratmeter eines Bauteils (z.B. Wand) innerhalb von einer Stunde durchfließt, wenn die Temperatur auf der einen Seite des Bauteils ein Grad niedriger ist als auf der anderen Seite. Das bedeutet auch: Je geringer der U-Wert, desto höher der Dämmwert. Bei Dämmstoffen geht es dagegen um den λ (Lambda) Wert für die Wärmeleitfähigkeit. Auch hier gilt: Je geringer dieser Wert ist, desto höher ist der Dämmwert und desto dünner kann die Dämmstoffschicht sein, um einen vorgegebenen U-Wert zu erreichen. Damit ein optimaler Dämmwert erreicht wird, sollten Fachbetriebe die Einblasdämmung durchführen.

Taupunkt

Als Taupunkt wird die Temperatur bezeichnet, ab der die Luft zu 100% mit Wasser gesättigt ist. Das bedeutet: Sinkt die Temperatur unter diesen Taupunkt, kondensiert das Wasser. Bei einer nicht sachgerechten ausgeführten Einblasdämmung können – beispielsweise an Wänden – Kältebrücken entstehen, an denen die Luftfeuchtigkeit den Taupunkt unterschreitet und kondensiert, wodurch Schimmelbildung begünstigt wird.

Schallschutz

Eine Einblasdämmung kann auch dem Schallschutz dienen, wobei man hier Luftschall- und Trittschalldämmung unterscheidet. Die Luftschalldämmung kann etwa bei der Einblasdämmung in Wänden wichtig sein, die Trittschalldämmung als Schallschutz bei der Einblasdämmung mit Dämmstoffen in Bodenhohlräumen. Für den Schallschutz beim Trittschall ist das Trittschallverbesserungsmaß ein wichtiger Wert. Er gibt an, um wie viel Dezibel die Einblasdämmung die Lautstärke reduziert.

Gewicht

Das Gewicht des Dämmstoffs ist bei der Einblasdämmung vor allem aufgrund des Kennwerts Einblasrohdichte wichtig. Die Einblasrohdichte ist abhängig davon, wie dicht die in den Hohlraum eingeblasene Dämmschicht wird und wie hoch das eigene Gewicht des Dämmstoffs ist. Gemessen wird die Einblasrohdichte in Gewicht pro Kubikmeter (kg/m³).

Wichtig ist, dass die mit Einblasdämmung gedämmte Gesamtkonstruktion das zusätzliche Gewicht tragen kann, dass sich durch die Einblasdämmung ergibt. Teils verlangen Handwerker bei Einblasdämmstoffen mit einem höheren Gewicht einen höheren Preis für die Einblasdämmung.

Einblasdämmstoffe in der Übersicht: Schäume, Fasern, Granulat

Wie bei der Wärmedämmung mit Dämmmatten und Dammplatten hat man auch bei der Einblasdämmung die Wahl aus mehreren möglichen Dämmstoffen. Als Einblasdämmstoffe für die Kerndämmung einer Fassade kommen beispielsweise mineralische Stoffe wie etwa Perlite (Vulkanstein) oder Blähglas in Frage, aber auch ein synthetischer Einblasdämmstoff wie Polyurethan-Granulat und spezielle Schäume. Für die Einblasdämmung bei Dächern oder Geschossdecken eignen sich etwa Einblasdämmstoffe wie Mineralwolle (wie z.B. angeboten von Knauf), Holzfasern und Zellulose. Zellulose für die Einblasdämmung besteht überwiegend aus recyceltem Altpapier und besitzt eine Reihe von guten Eigenschaften für eine Einblasdämmung:

  • Bei der Einblasdämmung verwendete Zellulose-Flocken eignen sich sowohl für die Winterwärmedämmung (Wärme bleibt im Haus) als auch für die Sommer-Wärmedämmung (Wärme dringt kaum ins Haus) gut.
  • Zellulose kann bis zu einem gewissen Grad Feuchtigkeit aufnehmen, ohne dabei seine Wärmedämm-Eigenschaften zu verlieren.

Generell gilt für Einblasdämmstoffe: Sie bilden nach gut durchgeführter Einblasdämmung eine fugenfreie Dämmeinheit. Fugen entstehen etwa beim Anbringen von Dämmplatten, wo Dämmplatte an Dämmplatte stößt. Solche Fugen können zu so genannten Wärmebrücken werden, an denen Wärme weiterhin aus dem Haus entweicht. Einblasdämmung kennt die Gefahr solcher Wärmebrücken nicht.

Die Gruppe der Einblasdämmstoffe ist groß. Bei all diesen Dämmstoffen handelt es sich um Material, das im Rahmen einer Einblasdämmung in Hohlräume von Immobilien eingeblasen wird. Dort dienen sie der Wärme- und teils auch der Schalldämmung. Blickt man über diese Hauptgemeinsamkeit hinaus, trifft man auf fast ebenso viele Unterschiede wie Gemeinsamkeiten.

Einblasdämmstoffe sind Dämmstoffe, die mittels einer Einblasmaschine in Hohlräume eingeblasen werden. Viele Dämmstoffe für eine Einblasdämmung gehören zur Gruppe der Granulate. Beispiele dafür sind:

  • Glaswolle- und Steinwolle-Granulat,
  • Polystyrol-Granulat (EPS oder XPS). Diese Einblasdämmstoffe sind Schaum-Granulate.
  • Perlite Granulat. Perlite sind vulkanisches Glas.

Neben Granulat kommen unter anderem Fasern als Einblasdämmstoffe in Frage. Zum faserigen Material zählen Einblasdämmstoffe wie die Holzfaser und Zellulose.

Synthetische, organische, mineralische Einblasdämmstoffe

Einblasdämmstoffe lassen sich auch in die Material-Kategorien „organisch“, „mineralisch“ und „synthetisch“ einteilen. Beispiele für mineralische Dämmstoffe einer Einblasdämmung sind Glaswolle, Steinwolle, Perlite. Holzfaser und Zellulose sind Beispiele für organisches Material und in die Gruppe der synthetischen Einblasdämmstoffe gehören Schaum-Granulate aus Polystyrol wie EPS und XPS, aber auch Aerogel.

Bei Aerogel handelt es sich um Material aus amorpher Kieselsäure. Bei amorphem Material bilden die Atome unregelmäßige Muster und keine geordneten Strukturen. Aerogel Einblasdämmstoffe zeichnen sich durch ein extrem geringes Gewicht sowie einen äußerst geringen Festkörpergehalt und einen sehr hohen Anteil an Poren aus. Als Einblasdämmstoffe hat Aerogel eine sehr geringe Wärmeleitfähigkeit.

Einblasdämmstoffe werden stetig weiterentwickelt und es kommen Varianten mit neuen Markennamen und neuen Eigenschaften auf den Markt. Insofern lohnt sich vor einem aktuellen Dämmprojekt eine Recherche, welche Einblasdämmstoffe aktuell existieren.

Wichtig: die Eigenschaften der Einblasdämmstoffe

Wer sich entscheiden muss, welche Dämmstoffe er für eine Einblasdämmung wählt, sollte vor allen Dingen darauf achten, welche konkreten Anforderungen ans Material aufgrund der anstehenden Dämmaufgabe existieren. So kann es etwa bei einer Kerndämmung von Außenwänden wichtig sein, dass Einblasdämmstoffe wasserabweisend sind, während bei der Fußbodendämmung vielleicht neben der Wärme- auch Trittschalldämmung entscheidend wird.

Bei der Auswahl der Einblasdämmstoffe für ein konkretes Dämmprojekt sollte man auch prüfen, ob sich eventuell vorhandene Vorgaben der Energieeinsparverordnung mit dem jeweiligen Dämmstoff erreichen lassen. Unter anderem folgende Kriterien können bei der Auswahl der Einblasdämmstoffe wichtig sein.

  • Wärmeleitfähigkeit: Die Wärmeleitfähigkeit wird in der Einheit λd [W/mK] angegeben. Je geringer die Wärmeleitfähigkeit ist, desto besser dämmt das Material. Einblasdämmstoffe wie Aerogel, EPS, XPS besitzen eine besonders niedrige Wärmeleitfähigkeit.
  • Preis: Der Preis der Einblasdämmstoffe ist ein wichtiger Baustein bei den Kosten einer Einblasdämmung. Relativ günstige Einblasdämmstoffe sind Zellulose und Glaswolle, tendenziell teurere Varianten sind Aerogel und Perlite.
  • Rohdichte des Dämmstoffs: Die Dämmstoffdichte wird in kg/m³ gemessen. Unter Umständen ist sie bei der Frage wichtig, ob das gedämmte Bauteil statistischen Vorgaben genügt.
  • Wasserabweisende Eigenschaft: Wasserabweisend sind Einblasdämmstoffe wie Perlite, EPS und Polyurethan. Nicht wasserabweisend sind dagegen beispielsweise Dämmungen aus Holzfaser und Zellulose.
  • Primärenergiegehalt: Wer besonders großen Wert auf ökologische Kriterien bei der Einblasdämmung legt, für den ist der Primärenergiegehalt der Einblasdämmstoffe wichtig. Der Primärenergiegehalt (kWh/m³) ist die Menge der Energie, die zur Herstellung des Dämmstoffs benötigt wird. Recht hoch ist der Primärenergiegehalt von Polyurethan, relativ niedrig der von Holzfaser-Dämmstoffen.

Neben diesen Kriterien gibt es weitere, die bei der Auswahl der Einblasdämmstoffe wichtig werden können. Bei der Auswahl sollte man abwägen, welche Kriterien man wie hoch gewichtet und welche Einblasdämmstoffe die individuell als wichtig empfundenen Kriterien am ehesten erfüllen.

Einblasdämmung: Vorteile & Nachteile in der Übersicht

Ob Einblasdämmung gut oder schlecht ist, lässt sich pauschal nur bis zu einem gewissen Grad klären. Es gibt einige Vorteile und Nachteile die praktisch bei jeder Einblasdämmung gegeben sind. Solche Vorteile und Nachteile werden hier aufgezählt. Wie gut oder schlecht eine Einblasdämmung durch sie wird, ist jedoch eine Frage der individuellen Einschätzung. Jedes Pro und jedes Contra Argument wird oft unterschiedlich gewichtet.

Einige Vorteile und Nachteile gelten nicht generell für jede Einblasdämmung, sondern sind abhängig von der Auswahl der Einblasdämmstoffe. So kann es beispielsweise, abhängig vom Dämmstoff, vorteilhaft sein, dass die Einblasdämmung auch gute Schalldämmung bietet, dass sie Wasser abweist und/oder der Primärenergiebedarf zur Produktion des Dämmstoffs niedrig ist. Solche Vorteile und Nachteile, die sehr von der Art der Einblasdämmstoffe abhängen, werden hier nicht thematisiert.

Ebenfalls nicht thematisiert werden Pro und Contra Argumente von Dämmung allgemein, die auch die Einblasdämmung betreffen, also Senkung der Heizkosten etc. Die Frage hier lautet: Was ist gut und was eher schlecht an der Einblasdämmung im Vergleich zu anderer Dämmung?

Pro Einblasdämmung: die Vorteile

  • Einblasdämmung geht schnell und dauert meistens nicht lange. In der Regel lassen sich die Arbeiten gut innerhalb eines Tages abschließen. Eindeutig ein Pro-Argument.
  • Dämmen mit einem effizienten Dämmstoffeinsatz: bei Dämmarbeiten mit Dämmstoffplatten muss man immer mit etwas Verschnitt rechnen. Das ist schlecht, weil ein Teil des Dämmstoffs dadurch ungenutzt bleibt. Bei Dämmstoffen für Einblasdämmung entsteht während der Verarbeitung nahezu kein Ausschuss, was am Ende auch gut ist fürs Portmonee.
  • Die Gefahr von Wärmebrücken ist gering. Vorteile wie dieser sind sehr davon abhängig, dass Fachbetriebe die Arbeiten sorgfältig ausführen. Dann entsteht eine Dämmschicht ohne größeres Risiko einer Wärmebrücke, durch die Wärme doch noch entweicht.
  • Einblasdämmung ist meistens kostengünstig. Die Kosten sind häufig ebenfalls ein Pro-Argument. Im Vergleich zum Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) ist die Einblasdämmung bei einer zweischaligen Außenwand zumeist günstiger.

Contra Einblasdämmung: die Nachteile

  • Fast immer nur bei Hohlräumen einsetzbar: Einblasdämmung braucht fast immer einen Hohlraum, in den der Dämmstoff eingeblasen wird. Kein Hohlraum, keine Einblasdämmung. Das ist eindeutig schlecht. Eine Ausnahme kann der Dachboden sein, auf den bisweilen Dämmstoff geschüttet oder aufgeblasen wird, der anschließend frei auf dem Boden liegt.
  • Eigener Arbeit sind enge Grenzen gesetzt: Einblasdämmung erfordert den Einsatz von Einblasmaschinen und oftmals viel Wissen, damit tatsächlich eine durchgehende Dämmschicht entsteht. Schlecht für Heimwerker, denn professionelle Einblasdämmung ist nur eine Arbeit für Fachleute. Das kann ein Contra-Argument sein.
  • Bisweilen kann die Staubbelastung hoch werden. Ein erhöhtes Staubaufkommen kann einer der vorübergehenden Nachteile während der Verarbeitung von Einblasdämmstoffen sein. Ist ein Fachbetrieb gut, kann er das Staubaufkommen aber deutlich reduzieren.

Einblasdämmung: Wie hoch ist die Heizkosten-Einsparung?

Die hier präsentierten Beispiele drehen sich um eine Ersparnis durch Einblasdämmung bei einer Wand, aber auch für andere Dämmungen lässt sich die Ersparnis berechnen. Folgende zwei Rechner geben Orientierungswerte für die mögliche Einsparung durch Einblasdämmung:

Heizkosten Einsparung durch Gebäudesanierung

Beispielhaft wird hier als geplante Dämmung eine Wanddämmung bei einem freistehenden Einfamilienhaus angenommen, die innerhalb der nächsten drei Monate durchgeführt werden soll. Das Haus hat eine Wohnfläche von 120 m². Es wurde zwischen 1978 bis 1983 erbaut, besitzt eine zehn bis 15 Jahre alte Gasheizung und zwei Stockwerke sowie eine Fassade aus Klinker/Ziegelstein und ein Dach mit Dachziegeln. Laut Dämmungsrechner zahlt man mit Dämmung 795€ im Vergleich zu 1.064€ Heizkosten, was eine Einsparung von 269€ ausmacht. Die Prognose für 10 Jahre lautet: 1.451€ mit Dämmung und 1.943€ ohne Dämmung, was eine Einsparung von 492€ bedeutet.

Der Rechner auf U-Wert.net verrät, wie sich U-Wert und Wärmeverluste bei einem Bauteil verändern, wenn man das Bauteil selbst verändert. Man gibt in den Rechner beispielsweise folgenden Aufbau einer Wand ein (innen => außen):

  • Gipsputz: 2,5 Zentimeter
  • Hochlochziegel: 20 Zentimeter
  • Hohlraum mit Luft: 24 Zentimeter
  • Hochlochziegel: 12 Zentimeter
  • Kalkzementputz: 2,5 Zentimeter

Laut Rechner liegt der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) hier bei 1,25 W/m²K, was den laut Energieeinsparverordnung (EnEV) nach einer Sanierung erlaubten Maximalwert von 0,24 W/m²K deutlich übersteigt. Der Rechner verrät zudem, dass man durch das Bauteil in Aachen bei einer Heizperiode von Mitte Oktober bis Ende April 86 kWh Heizenergie pro m² und Heizperiode verliert. Andere Städte und Heizperioden sind einstellbar.

Nun gibt man ein, dass der Wandhohlraum durch Einblasdämmung mit EPS-Granulat HK 33 gefüllt wurde. Der U-Wert erreicht nur noch 0,120 W/m²K. Der Wärmeverlust von nur 8 kWh pro m² und Heizperiode bedeutet eine deutliche Einsparung durch die Einblasdämmung.

Vorgaben der EnEV beachten

Jede größere Sanierung beim Bestandsbau führt dazu, dass man Vorgaben der EnEV bezüglich des U-Werts beachten muss. Die EnEV sollte man daher neben der Einsparung von Heizkosten immer im Blick haben. Zusätzlich ist bei einer möglichen Einblasdämmung die Frage wichtig, wann sich die Einblasdämmung amortisiert. Antworten sind alleine mit Blick auf Einsparungen nicht möglich.

Die Wirtschaftlichkeit einer Einblasdämmung kann nur kalkulieren, wer die Heizkosten-Einsparung und Kosten der Maßnahme berücksichtigt.

Förderung für Einblasdämmung durch die KfW-Bankengruppe

Die KfW Bankengruppe vergibt für die energetische Sanierung mit Maßnahmen wie einer Einblasdämmung entweder eine Förderung durch zinsgünstige Kredite oder durch einen Zuschuss. Unterschieden werden daneben die Förderung für Maßnahmen zur Umwandlung einer Bestandsimmobilie in ein KfW-Effizienzhaus, und die Förderung von Einzelmaßnahmen (wie Einblasdämmung) für steigende Energieeffizienz.

Schaut man sich die Sache mit Bezug zu den verschiedenen KfW Programmen an, so handelt es sich bei den Programmen 151 und 152 um Förderung durch vergünstigte Kredite und beim Programm 430 um einen Investitionszuschuss. In allen Fällen kann man sich auch für eine Einblasdämmung entscheiden.

KfW Programme 151 und 152

Das Programm 151 ist eine Förderung für ein Maßnahmenpaket, das eine Bestandsimmobilie in ein KfW Effizienzhaus verwandelt. Erreicht werden muss mit Maßnahmen wie einer Einblasdämmung einer der Standards Effizienzhaus 55, 70, 85, 100 und 115. Daneben gibt es zusätzlich einen Spezialstandard für denkmalgeschützte Häuser.

Die jeweilige Zahl wie etwa „55“ steht für eine Prozentzahl. Beim Effizienzhaus 55 liegt der Jahresprimärenergiebedarf des Hauses bei 55% der vorgegebenen Höchstwerte bei einem Neubau. Der Jahresprimärenergiebedarf beziffert laut KfW die Energie, die „im Verlauf eines durchschnittlichen Jahres für Heizen, Lüften und Warmwasserbereitung benötigt wird“.

Um einen Effizienzhaus-Standard zu erreichen, muss man fast immer ein ganzes Maßnahmenpaket umsetzen. Eine einzelne Maßnahme wie (nur) eine Einblasdämmung reicht dafür meistens nicht aus. Mit Programm 152 ist allerdings auch eine Förderung für Einzelmaßnahmen möglich, mit denen die Immobilie keinen Effizienzhaus-Standard erreicht.

Für solche Maßnahmen erhält man beispielsweise bis zu 50.000€ für jede (vor der Sanierung bestehende) Wohneinheit bei einem effektiven Jahreszins von 1%. Die Förderung kann den selbst zu tragenden Anteil an den Kosten einer Einblasdämmung deutlich reduzieren.

KfW Programm 430

Programm 430 ist ebenfalls eine Förderung für energetische Sanierungen, zu denen die Einblasdämmung gehört. Anders als die Programme 151 und 152 bietet diese Förderung aber keinen zinsgünstigen Kredit, sondern einen finanziellen Zuschuss. Sie kann ebenfalls einerseits für Maßnahmen eingesetzt werden, die eine Bestandsimmobilie in ein Effizienzhaus verwandeln. Andererseits ist auch hier eine Förderung von Einzelmaßnahmen wie einer einzelnen Einblasdämmung machbar.

Auch Unternehmen können Förderung erhalten

Die bisher genannte KfW Programme wurden für Privatpersonen konzipiert. Daneben bietet die KfW aber auch Programme für Unternehmen, wobei etwa das Programm 252 unter anderem zinsgünstige Kredite für die Sanierung von Gebäuden für mehr Energieeffizienz bietet. Zu den geförderten Maßnahmen kann dann auch eine Einblasdämmung gehören.

Weitere Förderungen für Einblasdämmung

Die KfW Bankengruppe ist keinesfalls die einzige Adresse für die Fördergelder bei einer geplanten Dämmung. Eine erste Adresse für die Recherche nach weiteren Förderprogrammen ist die Seite Energiefoerderung.info des BINE Informationsdienstes in Kooperation mit der Deutschen Energie-Agentur (dena). Hier findet man auch Informationen zur Förderung durch die Bundesländer.

Einblasdämmung: auch die Verarbeitung ist wichtig!

Das Material ist nicht alleine wichtig: Die Einblasdämmstoffe müssen auch fachmännisch eingeblasen werden. Ansonsten kann es beispielsweise bei manchen Dämmstoffen geschehen, dass sie sich nachträglich setzen. Dadurch können Lücken in der Dämmschicht entstehen, durch die Wärme entweicht.

Gute Fachbetriebe für Dämmungsarbeiten kennen die einzelnen Einblasdämmstoffe und entscheiden auf dieser Basis kompetent, welcher Einblasdämmstoff für welche Einblasdämmung taugt. Wir haben zudem die Möglichkeit, dass Sie Ihre Frage von Fachbetriebe beantworten lassen können.

Viele Fachbetriebe für Dämmungen geben ebenfalls nicht nur Auskunft bei handwerklichen Fragen rund um Einblasdämmung, sondern können auch erste Orientierung bei Fragen zur Förderung geben.

Erfahrungen & Fragen zum Thema Einblasdämmung

Einblasdämmung: Welche Methode eignet sich am besten?

Ich wohne in einem Reihenhaus (Baujahr 1969) mit Klinkermauerwerk außen und innen Kalksandstein. Dazwischen befindet sich eine Hohlschicht mit einer Dicke von ca. 6-7 cm. Nun meine Frage: Mit welchem Mittel soll Hohlschicht am besten gedämmt werden? Ich meinte damit speziell unterschiedliche Methoden von Einblasdämmverfahren. Es soll effizient sein und keine späteren Nachfolgeschäden wie Schimmel hervorrufen.
Antwort von Ingenieurbüro Winkler

Rigibead eignet sich gut. Ist ein Schüttdämmstoff, verhakt sich nicht, WLG 033, förderfähig (KfW), kein Formaldehydabspalter (Schaum). Die WLG (Wärmeleitfähigkeitsgruppe) ist ganz entscheidend für den Dämmwert. Einbringkontrolle durch Thermografie
wichtig!

Dämmung einer alten Kellerdecke durch Einblastechnik möglich?

Ich plane gerade die Dämmung einer Kellerdecke im Altbau. Kann man in einem dort mittels der Einblasetechnik dämmen?
Antwort von Nathanael Tjhen Zimmerei

Wenn der Hohlraum über der KEllerdecke (unter dem Fußboden EG) mittels Schlauch zu erreichen und mindesten 100mm hoch ist, wäre das i. d. R. kein Problem.

Als Dämmmaterial imprägnierte Kerndämmung verwenden (z. B. Perlite). Das ist mit starker Staubentwicklung verbunden.

Kosten für Einblasdämmung von 80qm Flachdach

Mit welcher Preisklasse müsste ich rechnen für eine Einblasdämmung bei 80qm (Kalt-) Flachdach?
Antwort von Karl Hinkel

ab 25 Euro, ggf. plus die Gebühren für Bohren der Einblaslöcher und das Wiederverschließen.

Schimmel trotz Dampfsperre unter der Dämmung

Ich habe vor mein Dachboden auszubauen. Das Haus ist Baujahr 2011 und ein Bungalow. Oben über der Dämmung haben wir ca. 3 cm dicke Osb-Platten verschraubt. Nun habe ich am Rand 2 Platten wieder abgeschraubt und Schimmel darunter gefunden. Es ist richtig nass unter der Platte. Ich frage mich warum, denn unter der Dämmung ist doch eine Dampfsperre.
Antwort von Günter Haase Malerfachbetrieb

Die unterhalb Ihrer Dämmschicht verlegte Dampfsperre ist nicht absolut dicht. Aufgrund aus dem Erdgeschoß steigender Warmluft (Relative Luftfeuchte), kondensiert Feuchtigkeit innerhalb kälterer Bereiche in Ihrer Dämmschicht. Bei groben bauphysikalischen Ausführungsfehlern kommt es dann unweigerlich zu Schimmelbildung.
Ich empfehle Ihnen umgehend einen Sachverständigen und oder einen kompetenten Betrieb einzuschalten, der sich das Problem ansieht.

Einblasdämmung nachtäglich überprüfen: Wer kann helfen?

Wir haben bei zwei Wänden eine Einblasdämmung durchführen lassen (mit Rockwohl). Jetzt haben wir die Bohrlöcher mal näher betrachtet und uns ist aufgefallen, dass über den Fenstern keine vorhanden sind. Auch nicht im Bereich weiter oben. Kommt in diese Bereiche überhaupt genügend Dämmung hin? Die Luftschicht soll 7cm betragen. Es ist ja sehr schwer nachvollziehbar, ob diese wirklich komplett gedämmt ist. Wer kann uns helfen die Dämmung nachträglich zu überprüfen?
Antwort von Köhler-Dämmstoffe

Guten Tag,

durch anbohren der Flächen und endoskopieren also reinsehen mit entsprechendem Werkzeug.
Oder eine Thermografie durchführen lassen.

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