Wärmebrücken - steigende Heizkosten & Schimmel vermeiden

7. Oktober 2020
Wärmebrücken sind Bereiche eines Gebäudes, an denen Wärme in besonders hohem Maß entweicht. Es gibt typische Bereiche wie Mauerecken, Balkonträger oder Fensterrahmen, an denen Wärmebrücken auftreten. Beim Neubau sollte man sie vermeiden, beim Bestandsbau beseitigen, denn Wärmebrücken erhöhen nicht nur Heizkosten: eine Wärmebrücke fördert auch die Bildung von Schimmel.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Christian Märtel, Redakteur www.Daemmen-Und-Sanieren.de
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Wärmebrücken vermeiden oder beseitigen

Eine Wärmebrücke – etwa an Balkon oder Fenster – lässt also Wärme aus dem Haus entweichen und steigert so die Heizkosten. Das ist allerdings keineswegs der einzige Grund, Wärmebrücken möglichst zu vermeiden oder zu beseitigen:

  • Wärmebrücken senken die thermische Behaglichkeit eines Raums. Nahe einer Wärmebrücke wirkt ein Raum oft kühl, selbst bei aufgedrehter Heizung. Auch aus diesem Grund sollte man sie möglichst vermeiden oder beseitigen.

Wärmebrücke

  • Wärmebrücken haben Einfluss auf den so genannten Taupunkt. Er bezeichnet den Punkt, an dem der Feuchtigkeitsgehalt der Luft auf 100 Prozent angestiegen ist. Luft verliert bei kühleren Temperaturen an Volumen. Der prozentuale Feuchtigkeitsgehalt in ihr steigt dadurch. Erreicht er 100 Prozent, kondensiert die Feuchtigkeit bei einer weiteren Kühlung der Luft. Wärmebrücken an Fenster oder Balkon sind Kaltzonen eines Raums. Daher kondensiert Luftfeuchtigkeit hier besonders oft. Es drohen feuchte Stellen und Schimmel.

Geometrische und konstruktive Wärmebrücken

Generell lassen sich geometrisch und konstruktiv bedingte Wärmebrücken unterscheiden.

  • Eine geometrische Wärmebrücke entsteht etwa an Hausecken, an denen die Fläche der Innenseite geringer ist als die der Außenseite.
  • Konstruktive Wärmebrücken entstehen, wenn gut Wärme leitende Bauteile aus der Fassade herausragen. Beispiel dafür sind eine Stahlbetonplatte für den Balkon oder der Fenstersturz, also die obere Grenze zwischen Fenster und Mauerwerk.

Komplett vermeiden lassen sich Wärmebrücken auch bei guter Wärmedämmung im Neubau nicht und selbst eine optimale energetische Sanierung wird Wärmebrücken kaum vollständig beseitigen, aber durch fachgerecht ausgeführte Dämmung lässt sich der Wärmeabfluss über eine Wärmebrücke deutlich senken.

Durch mangelhafte Dämmarbeiten wird dieser Effekt nicht erzeugt: Wärmebrücken an Fenster oder Balkon lassen sich durch sie weder vermeiden noch beseitigen. Wer ein Haus baut oder saniert, sollte mit Fachbetrieben für Dämmungsarbeiten über den Umgang mit Wärmebrücken sprechen und Arbeiten in schwierigen Bereichen Fachleuten überlassen.

Thermografische Verfahren erkennen zuverlässig Wärmebrücken

Bei einer Thermografie können Wärmebildkameras im Hausinneren farbige Infrarotbilder schießen. Anhand der visualisierten Wärmeabgabe verschiedener Bauteile wird eine Wärmebrücke an Balkon, Fenster oder anderswo im Raum schnell geortet. Die Auswertung von Wärmebildern sollte ebenfalls Fachleuten überlassen werden.

Wärmebrücken, Dämmung und die DIN 4108

Bauherren sollten darauf achten, dass sich Bauunternehmen an der DIN 4108 (Wärmeschutz im Hochbau) orientieren, um den Einfluss von Wärmebrücken möglichst gering zu halten. Der Teil DIN 4108-2 der Norm beschreibt „Mindestanforderungen an den Wärmeschutz“ und DIN 4108-10 enthält anwendungsbezogene Anforderungen an Wärmedämmstoffe.

In Bezug auf Wärmebrücken ist der Anhang 2 der DIN 4108 mit Planungs- und Ausführungsbeispielen für Bauarbeiten wichtig, durch die sich Wärmebrücken und die Schimmel-Gefahr weitgehend beseitigen oder vermeiden lassen. Weitere Informationen zur Wärmebrücke und den mit ihr verbundenen Normen wie der DIN 4108 gibt das Hessische Umweltministerium.

Gerade bei der Wärmedämmung im Altbau muss besonders darauf geachtet werden, dass die Arbeiten das ganze Bauumfeld berücksichtigen und Wärmebrücken vermeiden werden.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Wärmebrücken

Wärmebrücken im Dach / Feuchtigkeit in Zimmerecken nach Dachdämmung

Ich habe nach der Dachdämnung ( nach isover Angaben) diverse, ich vermute, Wärmebrücken in den Zimmerecken. Teilweise starke Nässe an der Giebelwand. Trotz Lüften und Heizen bekomme ich diese nur kurzzeitig weg. Brauche dringend einen fachmännischen Rat. Rel. zeitnah wäre schön.
Antwort von MARR BAU-Montagen

Wahrscheinlich sind die Anschlüsse nicht korrekt verklebt,oder die Dampfbremse hat Löcher.(z.B. bei unvorsichtiger Montage)
Das sieht man erst bei demontierter Decke.

Kann die Dämmung in diesem Fall abrutschen? Wärmebrückengefahr?

Die Außenwand ist gedämmt mit Holzfaser Fassadenplatten außen und verputzt innenseitig habe ich jedoch senkrechte Holzständer Abstand 40 cm und tiefe 120 cm Die würde ich gerne mit 120 cm Klemmfilz isolieren ca 2.20 m hoch. Jetzt habe ich bedenken das der Klemmfilz im laufe der Jahre nach unten rutscht und sich oben starke Wärmebrücken bilden. Ist die Annahme gerechtfertigt?
Antwort von Kirchmayer Bausanierung

Ich nehme an, dass sie 120 mm meinen und nicht 120 cm.
Wenn der Klemmfilz fachgerecht eingebracht ist und das Gefache zum Zeitpunkt der Ausführung voll ausfüllt hat er keine Gelegenheit nach unten zu rutschen.
Bitte vergessen Sie bei Ihrer Dämmung nicht, einen Fachmann hinzuzuziehen hinsichtlich der notwendigen Dampfsperrfolie. Sie muss den richtigen sd-Wert haben und natürlich fachgerecht verklebt werden. Da sind dann auch Steckdosendetails, etc. fachgerecht einzuarbeiten.

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