Hausbau & Wärmedämmung nach EnEV 2014

7. Oktober 2020
Für die Wärmedämmung im Hausbau ist die Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014 ein entscheidendes Dokument. Sie gibt anhand von vergleichbaren Gebäuden vor, wie hoch der Energieverbrauch vom Neubau sein darf. Dies hat indirekt großen Einfluss auf die notwendige Wärmedämmung.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Thorben Frahm, Redakteur www.Daemmen-Und-Sanieren.de
Jetzt Fachbetriebe für Dämmung finden
  • Geprüfte Fachbetriebe vor Ort finden
  • Mit einer Anfrage bis zu 5 Angebote erhalten
  • Garantiert einfach, kostenlos und unverbindlich!

Wärmedämmung im Neubau: wie stark muss die Dämmung sein?

Wärmedämmung NeubauFür die Wärmedämmung ist der Primärenergiebedarf der
entscheidende Richtwert, Bild: Hornbach Holding AG
Der Primärenergiebedarf eines Hauses ist der gesamte Energiebedarf, der für Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung und Kühlung im Neubau anfällt und der durch eine gute Wärmedämmung sinkt.

In den Primärenergiebedarf wird etwa beim Neubau mit Ölheizung auch diejenige Energie eingerechnet, die zur Aufbereitung von Erdöl zu Heizöl und zum Transport des Heizöls aufgewendet wird.

Der maximal zulässige Primärenergiebedarf für einen Neubau wird von Fachleuten beim Hausbau mit einem in der EnEV definierten Referenzgebäude und vorgegebenen Werten für die Dämmung ermittelt.

Die Wärmedämmung wird über vergleichbare Referenzgebäude bestimmt

Für die Berechnung geht man von einem Referenzgebäude mit Wärmedämmung aus, das die gleiche Geometrie, Nutzfläche und Ausrichtung wie der geplante Neubau besitzt. Zugleich hat die EnEV 2014 bei bestimmten Bauteilen des Referenzhauses Werte für den Wärmedurchgangskoeffizienten definiert.

Kurz beschrieben ist ein Wärmedurchgangskoeffizient ein in der Einheit „W/(m²·K)“ angegebener Messwert für die Wärmedurchlässigkeit eines Bauteils. Bauteile mit guter Dämmung besitzen einen möglichst geringen Wärmedurchgangskoeffizienten (auch „U-Wert“ genannt), während der Koeffizient bei schlechter Wärmedämmung größer ist. Mit dem in der EnEV 2014 angegebenen Referenzhaus für Neubau-Wohnhäuser wurden beispielsweise folgende Referenzwerte festgelegt:

  • Außenwand, Geschossdecke gegen Außenluft: U = 0,28 W/(m²·K)
  • Außenwand gegen Erdreich, Bodenplatte, Wände und Decken zu unbeheizten Räumen: U = U = 0,35 W/(m²·K)
  • Dach, oberste Geschossdecke, Wände zu Abseiten: 0,20 W/(m²·K)
  • Fenster: 1,3 W/(m²·K)
  • Außentüren: 1,8 W/(m²·K)

Der Primärenergiebedarf entscheidet beim Hausbau, nicht einzelne Bauteile

Wenn das Referenzhaus in der EnEV 2009 für Außenwände einen U-Wert von 0,28 W/(m²·K) vorgibt, so ist dieser Wert NICHT zwangsläufig für die Wärmedämmung der Außenwände beim Hausbau verbindlich. Dieser Wert wird nur zugrunde gelegt, um mit dem Referenzhaus den für den Neubau maximal zulässigen Primärenergiebedarf zu errechnen.

Das bedeutet: Die Außenwände vom Neubau können die vorgegebenen Werte der Dämmung für die Außenwände des Referenzgebäudes überschreiten, sofern der Neubau dadurch nicht einen höheren Primärenergiebedarf aufweist als das Referenzgebäude. Die EnEV gibt beispielsweise auch nicht vor, ob sich Bauherrn bei der Neubau-Dämmung für Innendämmung oder Außendämmung entscheiden.

Zusätzliche Regeln für die Wärmedämmung im Hausbau

Die bisher genannten Regeln der EnEv 2014 nehmen also nur indirekt über den vorgeschriebenen maximalen Primärenergiebedarf Einfluss auf die Wärmedämmung beim Hausbau. Es gibt aber auch direkt die Wärmedämmung betreffende Regeln. So gibt die EnEV beispielsweise bei Wohngebäuden einzuhaltende Grenzwerte für den Transmissionswärmeverlust über die gesamte Gebäudehülle vor, der durch eine gute Dämmung verringert wird. Bei einem freistehenden Wohngebäude mit einer Nutzfläche von maximal 350 m² darf der Wärmeverlust beispielsweise maximal 0,40 W/(m2·K) betragen. Zudem fordert etwa:

  • Paragraf 7, Absatz 1 der EnEV eine Ausführung von „Bauteilen, die gegen die Außenluft, das Erdreich oder Gebäudeteile mit wesentlich niedrigeren Innentemperaturen abgrenzen“, durch die „die Anforderungen des Mindestwärmeschutzes nach den anerkannten Regeln der Technik eingehalten werden“.
  • Paragraf 7, Absatz 2, den „Einfluss konstruktiver Wärmebrücken auf den Jahres - Heizwärmebedarf nach den anerkannten Regeln der Technik“ unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte „so gering wie möglich zu halten“.

Für detailliertere Informationen über die Wärmedämmung im Neubau sollten Sie regionale Fachbetriebe für Wärmedämmung finden, um im persönlichen Gespräch eine individuelle Beratung in Anspruch zu nehmen. So erhalten Sie eine gute Wärmedämmung nach EnEV.

Nächste Seite

Erfahrungen & Fragen zum Thema Wärmedämmung im Neubau

Fachexperte für Sparrendämmung gesucht

Wir suchen einen zertifizierten Fachbetrieb, der in unserem Neubau die Sparrenebene ( ca. 170m² plus Krempel) mit Holzfasern (Steico, Gutex) ausblasen kann.
Antwort von Köhler-Dämmstoffe

Guten Tag,

seit 1990 bieten wir Einblasdämmung an und sind von mehreren Herstellern von Einblasdämmstoffen zertifizierter Fachbetrieb und sicherlich der richtige Partner für Ihr Bauvorhaben.

Mit freundlichen Grüßen aus Walsrode
Rüdiger Köhler

Neubau: Entspricht der Aufbau der Außenhülle der aktuellen EnEv 2016?

Ich lasse gerade ein EFH bauen und weiß nicht ob der Aufbau der Außenhülle richtig ist und der aktuellen EnEv 2016 entspricht. Folgendes ist jetzt vorhanden: Porit Planstein, 2 Lagen ISOVER Kern Dämmplatte Wärmeleitfähigkeit 0,035 Dicke 80mm und dann der Verblender. Bauanzeige und Beginn waren im Oktober 2016.
Antwort von Dierks-BauPartner

Hallo,
tippen sie ihren Wandaufbau einfach selber bei U-Wertz.net ein, das Ergebnis wird anschaulich dargestellt, die Seite ist erstmal kostenfrei...

Bestimmter U- Wert für Fußboden nötig?

Folgende Frage: Muss der Fußboden bei einem Neubau im Erdgeschoss der an einen unbeheizten Keller grenzt einen besonderen U- Wert haben?
Antwort von Wirkungsgrad - Ingenieurbüro für Bauphysik und Energieeffizienz

Hallo,

der Fußbodenaufbau im EG muss den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 erfüllen(Rmin=0,90(m²K)/W)). Das entspricht einem U-Wert von ca. 0,80 W/(m²K).
Wenn eine Fußbodenheizung eingebaut werden soll, gilt es bei der Auslegung zu beachten, dass gemäß DIN EN 1264 Teil 4 die Dämmung unter der Fußbodenheizung einen R-Wert von mindestens 1,25 (m²K)/W haben muss, das entspricht ca. 5cm Wärmedämmung WLG 040 bzw. 4,5 cm WLG 035.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Ing. (FH) Dirk Schwamborn

Was ist für einen optimalen Schutz vor Nässe beachten?

Wir planen einen Neubau in Hanglage. Was müssen wir für einen optimalen Schutz vor Nässe an den Kellerwänden und Boden beachten?
Antwort von Gratt Bautenschutz

Die Abdichtung auf dem Mauerwerk, sowie auf der Dämmung sollte Fachgerecht ausgeführt werden, um evtl. Feuchtigkeitsprobleme vorzubeugen.
Da Sie an einem Hang bauen, sollten sie Prüfen lassen, welche art von Belastungen sie haben.

Mit freundlichen Grüßen
Benjamin Gratt

Eigene Frage stellen
Ihre Frage an die Experten

Sie stellen Ihre Frage

Haus&Co richtet diese an Experten

Sie erhalten schnell und kostenlos Antwort

?
Experten & Fachbetriebe beantworten kostenlos Ihre Fragen
Jetzt Frage stellen
Ihre Frage an die Experten

Sie stellen Ihre Frage

Haus&Co richtet diese an Experten

Sie erhalten schnell und kostenlos Antwort