Was ist ein Wärmedämmverbundsystem?

1. März 2021
Das Kürzel WDVS steht für den Begriff "Wärmedämmverbundsystem". Es beschreibt ein System, das hauptsächlich bei der Außendämmung von Gebäuden eingesetzt wird. Ein Verbund aus mehreren fein abgestimmten Ebenen aus verschiedenen Baustoffen stellt sicher, dass die Dämmung ihre Aufgaben erfüllt: Wärmeverluste durch Abstrahlung verhindern, Luftwechsel einschränken und die Ansammlung von Wasser innerhalb der Gebäudewand vermeiden.
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DämmungAußendämmungWDVS

WDVS: so funktionieren Wärmedämmverbundsysteme

Welches Material wird für eine WDVS Wärmedämmung genutzt?

Zentraler Teil eines WDVS ist der Dämmstoff. Die Bandbreite ist groß: neben Mineralwolle können unter anderem auch EPS, XPS, PUR, Holzfasern, Perlite, Kork oder Mineralschäume und weitere Stoffe eingesetzt werden. Die einzelnen Dämmstoffe bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile. Während EPS ist zwar preisgünstig allerdings auch grundsätzlich brennbar. Der Einbau von Brandriegeln ist möglich - allerdings haben sich in den letzten Jahren eher mineralische Stoffe wie Steinwolle durchgesetzt, die nicht brennbar sind und die höchste Brandschutzklasse aufweisen (gemäß DIN EN 13501-1).

Aufbau der Wärmedämmverbundsysteme

Der grundsätzliche Aufbau ist schnell erklärt: Der gewählte Dämmstoff wird an der Außenwand befestigt. Dies kann über Kleben, Dübeln oder eine mechanische Befestigung (Schiene) geschehen. Reines Kleben mit einem Klebemörtel ist am günstigsten, aber bei schwereren WDVS nicht immer möglich. In diesem Fall wird auf Dübel zurückgegriffen.

Der Dämmstoff wird dann mit einem Unterputz (Armierungsschicht + Armierungsgewebe) versehen, die gegen Umwelteinflüsse schützt. Auf die Armierungsschicht wird als Schlussbeschichtung der Außenputz verbracht. Auch Holz, Keramik Klinker oder Metall können die Schlussbeschichtung bilden.

Die einzelnen Schichten einer Wärmedämmung - Bildquelle © bauexpert.it

Warum macht eine Armierung bei WDVS Sinn?

Als Armierung oder Bewehrung bezeichnet man die Verstärkung eines Bauteils, um Belastungen und Umwelteinflüssen zu bestehen. Das bedeutet: durch die Armierung besitzen Wärmedämm-Verbundsysteme eine deutlich verbesserte Haltbarkeit und Widerstandskraft gegen Frost, Wasser, Sonneneinstrahlung oder anderen Stoffen.

Ein gutes WDVS-System gewährleistet:

1. Wärmeschutz - die Energie bleibt im Gebäude
2. Witterungs- und Feuchteschutz - Innen & Außen: das Gebäude soll vor Schlagregen, wie auch vor Kondenswasser sicher sein
3. Brandschutz - Feuerbeständigkeit der Baustoffe muss vorhanden sein
4. Schallschutz - das WDVS kann so gestaltet werden, dass die Geräuschbelastung durch Autolärm etc. abnimmt

Ein WDVS ist für fast alle Gebäudetypen eine interessante Dämmmethode - vom Bestandsbau bis hin zum Neubau. Auch die Größe der Immobilie spielt bei einem WDVS keine besondere Rolle. Die Kosten der Dämmung mit Wärmedämmverbundsystem variieren deutlich - sie sind neben dem Gebäude selbst vor allem von den verwendeten Baustoffen abhängig.

Das hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz geht in einer Broschüre unter Berufung auf die Deutsche Energieagentur (DENA) von 123 Euro pro Quadratmeter Wandfläche bei Verwendung von einer 15cm starken Dämmung mit einem WDVS mit Polystyrolplatten aus. Bei einem Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wandfläche ergab die Untersuchung Kosten von durchschnittlich 18.000 Euro. Die Durchschnittskosten lassen sich reduzieren, wenn andere anstehende Sanierungsmaßnahmen kombiniert durchgeführt werden.

Verdübelung des Systems

Das WDVS wird aus folgenden Gründen verdübelt:

  • die Eigenlast des WDV-Systems wird über den Kleber und die Dämmung übertragen
  • die verwendeten Tellerdübel sorgen dafür, dass ein dauerhafter Anpressdruck vorhanden ist

Daraus resultiert eine höhere Sicherheit bzgl. des Windsogs und ein dauerhafter Reibschluss zwischen dem Kleber und dem Untergrund.

Fachbetriebe helfen bei der Montage eines Wärmedämmverbundsystems

Beachten Sie bei einer Dämmung - ob mit WDVS oder nicht - dass Sie auch alle anderen Komponenten ihres Gebäudes genau untersuchen. Die beste Außendämmung wird durch schlecht isolierte Fenster, Keller oder Dachgeschosse um ihren Vorteil gebracht. Außerdem: eine Selbstmontage empfiehlt sich bei einem WDVS generell nicht. Hier sollte eine wirklich sachgerechte Montage durch den Fachmann erfolgen. Die Montage ist im Detail aufwendig und selbst kleine Montagefehler können zu Problemen wie Schimmelbildung führen. Ein weiterer Vorteil: die Immobilie gewinnt durch eine fachgerecht durchgeführte WDVS durch den verringerten Energiebedarf enorm an Wert.

Fachbetriebe für Dämmung & Sanierung helfen Ihnen bei allen Fragen und Planungsschritten rund um Wärmedämmverbundsystem und Gebäudesanierung.

Weiterlesen zum Thema "Transparente Dämmung"

Erfahrungen & Fragen zum Thema WDVS

Reichen unsere Pläne aus, um die Anforderungen der 2016 verschärften EnEV zu erfüllen?

Wir wollen 2017 ein EFH mit einer NFL von 216 qm - bzw. 1.090 Kubikmeter BRI bauen, als Baustoff für die Außenwände ist 36,5 cm Ytong oder falls notwendig auch 42,5 cm vorgesehen. Die Außenwände sollen monolithisch - ohne WDVS - erstellt werden und auf die Gasbetonwände soll ein 11 cm Klinker - ohne weitere Dämmung vorgeblendet werden. Zu dem genannten Gas-Hybrid-Kompaktgerät kommt noch ein Kaminofen mit Holzfeuerung dazu. Nun zu meiner Frage: Reicht diese Gebäudehülle und Heizanlage Ihres Erachtens für die Anforderung der 2016 verschärften EnEV aus?
Antwort von Architekturbüro Hahne

Hallo Bauherr,

sie müssen beim Bauantrag einen Wärmeschutz entsprechend der EneV einreichen, und dadurch entfällt Ihre erste Frage nach der Bewertung.
Ein Kaminofen findet bei der Energieberechnung keine Bewertung, kann nur als zusätzliche, eigene Energeieinsparung gesehen werden.
Die Berechnung des Energiebedarfs hängt von verschiedenen Faktoren, Umbauter Raum, Außenwandflächen, U-Werte der Bauteile etc ab.
Mit freundlichen Grüßen
Dipl. Ing. H. Hahne
Architekt und Energieberater

Kosten für WDVS für 1200m2 Fassadenfläche

Unsere Eigentümergemeinschaft trägt sich mit dem Gedanken unsere Wohnanlage mit einem WDVS aus 14cm starkem EPS an der Fassade anzubringen. Dazu ist es notwendig, die alte Fassade bestehend aus Asbestzement-Platten verschraubt auf einen Lattengerüst zu entfernen. Um eine Entscheidung treffen zu können wäre für uns hilfreich wenn wir die ungefähren Kosten für die 1200 m2 Fassadenfläche wüsten.
Antwort von Baudienstleistungen C o C o 24 Ug

Um die Kosten ungefähr für die Fassade zu schätzen sollte ich eigentlich ein Bild haben. Denn es hängt von den Eck zuschnitten, Fenster und Leibungen als auch Übergang im Detail aus. Gerüst, Rückbau Asbest + Unterkonstruktion, Entsorgung. Die WDVS mit
14 cm. Würde ich so um die 135 € netto schätzen. Mfg mathias fey meister + energieberater

Hartschaumplatten schneiden

1. Sind PUR-Hartschaumplatten mit Heizdrahtschneider zu schneiden? 2. Gibt es für diese bei Verwendung im WDVS (Außendämmung) geeignete Vor-Putz (Einlagerung der Armierung) und Hauptputzsysteme wie etwa bei XPS-Platten?
Antwort von Just Immobilien u. Bauservice

Bei Wärmedämmverbund-Systemen werden die Polyurethan-Dämmplatten mit Klebemörtel/oder-schaum auf der Außenwand aufgeklebt und mit Dübeln mechanisch befestigt. Auf die Dämmplatten wird anschließend eine mehrlagige, armierte Schicht aus Armierungsmörtel, Armierungsgewebe und Oberputz aufgebracht. Klebemörtel/-schaum, Dübel, Dämmstoff, Armierungsschicht, Armierungsgewebe und Oberputz müssen aufeinander abgestimmt, als Gesamtsystem geprüft und bauaufsichtlich zugelassen sein.
Anstelle des üblichen Heißdrahts erfolgt das mechanische Schneiden des Dämmstoffs mit Messer oder Säge.

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