Wärmedämmung: welche Maßnahmen lohnen sich?

Das beste Heizsystem nutzt nicht viel, wenn ein Gebäude die Energie nicht halten kann und wieder an die Umwelt abgibt. Eine effektive Wärmedämmung hält die Wärme im Inneren. Im Neubau ist ein guter Standard der Wärmedämmung durch die EnEV 2014 vorgeschrieben - aber auch im Altbau kann man mit einer Wärmedämmung die Heizkosten merklich senken. Mithilfe einer Thermografie lässt sich schnell ermitteln, wie gut die Wärmedämmung eines Hauses wirklich ist.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Daemmen-Und-Sanieren.de verfasst.
Jetzt Fachbetriebe für Ihr Projekt finden
  • Fachbetriebe vor Ort finden
  • Mit einer Anfrage bis zu 5 Angebote erhalten
  • Garantiert einfach, kostenlos und unverbindlich!
DämmungWärmedämmung

Gute Wärmedämmung spart Heizkosten und schont die Umwelt

Für die Wärmedämmung im Neubau und die Sanierung von Altbauten hat die Energieeinsparverordnung EnEV 2014 Regeln erlassen, die Einfluss auf die Mindest-Wärmedämmung des Hauses haben. Während bei der Sanierung eines Altbaus Vorgaben zur Effektivität der Wärmedämmung bestehen, existiert keine generelle Pflicht zur Wärmedämmung im Altbau (abgesehen von der verpflichtenden Dämmung der obersten Geschossdecke / eines Daches).

Das bedeutet: der Hausherr entscheidet selbst, ob er in nachträgliche Wärmedämmung investieren möchte oder nicht. Insbesondere Besitzer von Altbauten der 60er, 70er und teils noch der 80er Jahre ohne nach­trägliche Wärmedämmung können einen derart hohen Wärmeverbrauch haben, dass sich eine nachträgliche Dämmung auf jeden Fall lohnt.

Bei älteren Bauten aus den 20er und 30er Jahren sind der Wärmebedarf und der Nutzen einer nachträglichen Wärmedämmung aufgrund des damals üblichen dickeren Mauerwerks dagegen geringer.

Abbildung: Hier verschwenden vor allem die Fenster Energie | Bildquelle: BHW Bausparkasse / T. Pingel Energieberatung

Wärmebildkameras zeigen Schwachstellen

Aufnahmen von Wärmebildkameras helfen bei der Entscheidung, ob sich eine nachträgliche Dämmung rechnet. Eine solche Thermografie gibt einen guten Ersteindruck, wie es um die Wärmedämmung eines Hauses bestellt ist.

Bauteile mit hoher Wärmestrahlung erscheinen auf dem Infrarotbild dann in leuchtendem Rot, während blau dargestellte Bauteile auf der Wärmebild­aufnahme für kühle Stellen des Hauses stehen. Wird beispielsweise mit einer Wärmebildkamera ein Bild von der Fassade eines Hauses aufgenommen, die wie rot glühend wirkt, so spricht das für eine schlechte Wärmedämmung der Fassade. Die Fassade strahlt viel Wärme ab.

Nimmt man etwa im Inneren eines Hauses das Bild eines Fensterbereichs auf, bei dem sich am Rand deutliche blaue Stellen zeigen, so scheint auch die Wärmedämmung des Fensters nicht optimal zu funktionieren. Die blauen Stellen sprechen hier eher für eine schlechte Wärmedämmung - über das Fenster geht viel Wärme verloren und die entsprechende Stelle ist ausgekühlt.

Weitere Fachbegriffe und Kennwerte zur Wärmedämmung

Stellen eines Hauses, an denen Wärme besonders schnell nach außen entweicht, werden als Wärme­brücken bezeichnet. Typische Wärmebrücken eines Hauses sind Fensterrahmen, Hausecken oder Balkone. Neben dem Begriff „Wärmebrücke“ sind für eine Wärmedämmung zwei weitere Begriffe von besonderer Bedeutung:

  • Transmissionswärmeverlust: Als Transmissionswärmeverlust wird die Menge an Wärme­energie bezeichnet, die durch die Hülle eines Gebäudes (z.B. Dach, Außenwände etc.) aus dem Inneren verloren geht. Durch gute Wärmedämmung von Hausteilen wie Dach, Keller und oberste Geschossdecke kann dieser Verlust gesenkt werden.
  • Wärmedurchgangskoeffizient: Er wird auch U-Wert genannt und bezieht sich auf einzelne Bauteile eines Hauses. Er beschreibt die Wärmeenergie pro Zeiteinheit, die durch ein Bauteil fließt, wenn die Temperatur auf der einen Seite des Bauteils um ein Grad Kelvin niedriger ist als auf der anderen Seite. Ein hoher U-Wert eines Bauteils steht also für schlechte Wärme­dämmung und hohe Wärmeverluste an die Umwelt. Gemessen wird der Wärmedurch­gangskoeffizient in Watt pro Quadratmeter und Kelvin: W/(m²·K). Bei der Wärmedämmung nach EnEV 2014 ist beispielsweise bei der Sanierung von Außenwänden ein U-Wert von maximal 0,24 W/(m²·K) vorgeschrieben. Nicht gedämmte und 25 Zentimeter dicke Beton-Außenwände haben einen U-Wert von über drei W/(m²·K).

Mit welchen Maßnahmen die Wärmedämmung verbessern?

Ansatzpunkte, um die Wärmedämmung eines Hauses zu verbessern, finden sich auf den ersten Blick also recht schnell. Beobachtungen durch Thermografieaufnahmen können jedoch nicht die letztendliche Entscheidungsgrundlage sein, da sie erst einmal nur thermische Schwachstellen an der Gebäudehülle aufdecken. Einen Energieausweis (Energiebedarfs- und Energieverbrauchsausweis) erstellen zu lassen ist der nächste sinnvolle Schritt, um das konkrete Einsparpotenzial für den Endenergiebedarf und -verbrauch zu ermitteln, der hauptsächlich für die Raumheizung anfällt. Anschließend können die verschiedenen Maßnahmen an den einzelnen Gebäudeteilen - Keller, Fassade, Fenster und Dach - und ihr Kosten-Nutzen-Verhältnis für die Wärmedämmung des gesamten Gebäudes durchgerechnet werden.

Einen ersten Eindruck, wie viel die einzelnen Dämmmaßnahmen überschlägig kosten und welche Einsparungen ungefähr möglich sind, liefert unser nachfolgender Dämmungsrechner. Das Ergebnis des Rechners können Sie als Gebäudeeigentümer direkt dazu nutzen, unverbindlich Fachbetriebe aus Ihrer Nähe für eine Beratung zu kontaktieren.

Weiterlesen zum Thema "EnEV Vorgaben"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Wärmedämmung

Einfamilienhaus von 1966: Grundsanierung + Renovierung: Beratung und Kosten?

Hallo, ich plane eine Komplettsanierung und Renovierung eines Einfamilienhauses aus dem Jahr 1966. Hierzu bin ich auf der Suche nach Kosteneinschätzungen und Fachprofis aus meiner Region: Was kostet eine Pelletheizung (zzgl. laufende Kosten) für ein Einfamilienhaus mit ca. 180 qm Wohnfläche, 2 Kellerräume dazu wären vorhanden? Was kostet die Verlegung von Echtholzparkett, mittlere Preisklasse für ca. 115 qm, davon sind 23 qm Granit zu entfernen? Was kostet eine Vollwärmedämmung eines EFH mit ca. 220 qm zu isolierende Fläche? Was kostet ein Trockenbau von ca. 2 Meter? Was kostet die Entfernung von ca. 9 Meter nicht tragenden Innenwänden zu entfernen? Was kostet ein Bauleiter? Was kostet Teppich zu verlegen, mittlere Preisklasse, alter Teppich zu entsorgen, ca. 90 qm? Was kostet ein Türrahmen mit zwei Türen, Scharniere zu jeder Seite und zwei Schallschutztüren aus Holz, weiß? Was kostet ein neuer Sicherungskasten mit F1 Sicherungen? Was kostet ein neues Balkongelände, Stahl gebürstet ca. 3 Meter? Was kostet ein Maler für die komplette Streichung eines Hauses in weißer Farbe, ca. 250 qm inkl. Keller (leer geräumt)? Was kostet ein Außenanstrich eines EFH Hauses, Farbe Grau, ca. 200 qm Fläche?
Antwort von Energieberater Kruft

Das sind ja ganz schön viele Fragen:

Was kostet eine Pelletheizung (zzgl. laufende Kosten) für ein Einfamilienhaus mit ca. 180 qm Wohnfläche, 2 Kellerräume dazu wären vorhanden?
Auf dem Lande ca. 20.000€ plus Lager, in Münschen etwa 10.000€ mehr


Was kostet eine Vollwärmedämmung eines EFH mit ca. 220 qm zu isolierende Fläche? Ohne Detailanpassungen 130 €/m² plus 20-30 € für ein System, das nicht nach 5 Jahren anfängt zu veralgen (mineralisches System), Öko nochmals 20-30 € extra (Schafwolle, Holzfaser, etc.)

-> mit Pellets+Vollwärmeschutz und noch ein wenig mehr ist sicherlich eine Förderung als Effizienzhaus möglich -> bis zu 30% Zuschuss, die man Vorher (!) beantragen muss, dazu kommt ggfs. noch BAFA und Bayern 10000

Was kostet ein Bauleiter? ohne Haftung 70-100 €/h brutto ansonsten nach HOAI= ca. Bausumme (inkl. Anteil mitzuverarbeitende Bausubtanz) x 5%

Was kostet ein Türrahmen mit zwei Türen, Scharniere zu jeder Seite und zwei Schallschutztüren aus Holz, weiß?


Was kostet ein Außenanstrich eines EFH Hauses, Farbe Grau, ca. 200 qm Fläche? mit Gerüst ca. 30-45 €/m²

Altes Dach isolieren, ohne die Dachziegel zu entfernen?

Welche Möglichkeiten gibt es, um ein altes Dach (Baujahr 1956) zwischen den Dachbalken nachträglich zu isolieren, ohne die alten Dachziegel entfernen zu müssen und die Rigipswände unterhalb der Sparren belassen zu können? Welche Methode ist auch für den handwerklich Begabten Hauseigentümer machbar? Kostenfaktor bei einer Hausgrundfläche von 10 m x 10 m Dachneigung 35 Grad? Das Dachgeschoss wurde in 1966 ausgebaut Wärmedämmung damals DIN 4108.
Antwort von "rolf kühnel bedachungen & bauspenglerei" Inh. Stephanie Kühnel

Dies ist nicht sehr einfach zu beantworten, generell gibt es 3 verschiedene Arten das Dachgeschoss zu dämmen:
1. den Dachboden selbst beispielsweise mit Styropordämmung und OSB-platten
2. eine Zwischensparrendämmung (dies war Ihre Frage)
3. oder eine Aufdachdämmung.

Den Dachboden kann man, wenn man handwerklich begabt ist, ruhig selbst machen da eine Dampfsperre bei diesem Baujahr nicht mehr von Nöten ist. (einfachste Variante)

Eine Aufdachdämmung ist mit vielen Dämmarten machbar. Vorzugsweise PU-Dämmplatten oder aber auch Holzfaserdämmplatten sind möglich. Hierzu benötigen Sie aber einen Dachdeckerfachbetrieb. Dies wird immer mit einer Dachsanierung kombiniert. Bei dem Alter des Hauses wäre diese höchstwahrscheinlich auch wirklich nötig.

Eine Zwischensparrendämmung ist hauptsächlich nur möglich, wenn von außen oder von innen die sperrende Schicht demontiert wird. Sprich entweder die Rigipsplatten oder die Dachziegel und Dachschalung (wenn vorhanden). Von einem Eigenausbau rate ich als Fachfrau zu hundert Prozent ab, da hier die Dampfdichtheit der Dampfbremsfolie zu 1000% Prozent gewährleistet werden muss. Ansonsten saugt sich die Dämmung mit Wasser voll und Sie haben nicht lange Freude damit. Von den Schäden, die dadurch entstehen, mal ganz abgesehen.

Sie haben noch eine weitere Möglichkeit zwischen den Sparren zu dämmen, ohne die Schichten innen oder aussen zu demontieren. Allerdings benötigen Sie hier auf jeden Fall eine spezielle Firma: Zellulose Einblasdämmung! Hierbei wird die geflockte Dämmung mittels Schläuchen in die Zwischenfelder eingeblasen.

Ob bei Ihnen dies allerdings möglich ist kann nur ein Fachbetrieb beurteilen, da ich nicht weiß ob hier schon eine Dampfbremsfolie vorhanden ist.

Ich hoffe ich konnte Ihnen ein wenig weiter helfen.

mit freundlichen Grüßen
Stephanie Kühnel

Geschossdecke mit Styrodur- oder Styroporplatten dämmen. Was bringt es?

Am Haus ( Bj. 1955 ) meines Vaters (85 Jahre alt) müssten einige energetische Sanierungsmaßnahmen vorgenommen werden. Ich habe zum Thema energetisches Sanieren bzw. Wärmedämmung einige Fragen: Das Dach ( ca. 250m2) ist noch ohne Dämmung, aber eine kompl. Erneuerung ist kostentechnisch nicht realisierbar. Nun habe ich gehört, das man auch die Geschoßdecke (Speicherboden) entsprechend mit Styrodur- oder Styroporplatten dämmen könnte. Durch so eine Maßnahme lässt sich bestimmt auch schon Heizenergie einsparen, wenn man es richtig macht. a) Wie dick müsste denn so eine Styrodur- oder Styroporschicht sein, um eine geeignete Dämmfunktion zu erreichen ? Sind da Maßnahmen zu treffen oder Spezielles zu beachten ? b) Haben sie Typbeispiele für so eine Styrodur- oder Stropordämmung? c) Kann man für so eine Einzelmaßnahme Zuschuss beantragen und was müsste man da tun?
Antwort von Ingenieurbüro Winkler

Ist das eine massive Decke? Oder Holzbalken? Bei Holzbalken gibt es einiges zu beachten: z.B. die Luftdichtheit. Es muss verhindert werden, dass Luft (Wind und Innenraumliuft) in die Konstruktion eindringen kann. geeignet für die Dämmung ist auch eine Einlasdämmung (Zellulose), die hat den Vorteil, dass auch die Winddichtheit verbessert wird.
Sicher gibt es Fördermittel, bundesweit KfW-Mittel bei förderfähiger Dämmstärke (wird ausgerechnet), ein Energiebrater ist für die Bestätigung des fachgerechten Duchführung (Baubegleitung mit Qualitätskontrolle) erforderlich. Der weiß dann alles weitere.

Eigene Frage stellen

Frage stellen

HausCo Logo
Experten & Fachbetriebe beantworten kostenlos Ihre Fragen
Jetzt Frage stellen