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Schieferdach - Sedimentgestein als Dacheindeckung

Ein Schieferdach überzeugt mit natürlicher Farbgebung und großer Vielfalt von Verlegungsvarianten. Gerade für individuellere Bauformen ist ein Schieferdach sehr gut geeignet, da Schiefer leicht zu verarbeiten ist. Schieferdächer sind neben Metall und Ton eine Möglichkeit, natürliche Werkstoffe für die Dachdeckung zu verwenden. Ein neues Schieferdach ist preislich mit Ton- oder Betondachsteinen zu vergleichen.
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Schieferdach: witterungsbeständig, wasserabweisend und flexibel

Ein Schieferdach: alt vs. neu - Bildquelle © pixelmixel - fotolia.com

Schiefer ist ein Sedimentgestein und einige Millionen Jahre alt. Als wasserabweisendes Gestein eignet es sich perfekt für die Dacheindeckung und wird schon seit vielen Jahrhunderten eingesetzt. Witterungsbeständigkeit und eine ideale Verarbeitungsmöglichkeit direkt am Dach zeichnen den Werkstoff zusätzlich aus. Damit ist ein Schieferdach die passende Eindeckung für besondere Dachformen und Individualisten, die perfekt auf sich zugeschnittene Lösungen suchen.

Als natürlich vorkommender Sedimentstein ist die ökologische Bilanz von einem Schieferdach hervorragend. Bei fachgerechter Entsorgung können über 90 Prozent der Baumaterialien wiederverwertet werden. Der Baustoff selbst ist äußerst flexibel und passt sich den unterschiedlichsten handwerklichen Herausforderungen wie Gauben, Türmen oder Dachvorsprüngen an. Einzelne Schieferplatten lassen sich vom Handwerker leicht austauschen und erneuern. Die Nutzungszeit liegt mit über 80 Jahren deutlich über der Lebenserwartung von einem Ziegeldach.

Aufbau vom Schieferdach bei Außen- und Innendämmung

Auf den Dachsparren wird zunächst eine Klimamembran verlegt, die den Dachstuhl vor Feuchtigkeit schützt. Bei einer Außendämmung verwendet man eine Zwischensparrendämmung, auf der eine Verschalung folgt. Danach wird die Dachentwässerung aufmontiert, gefolgt von einer regendichten und möglichst dampfdiffusionsoffenen Unterspannbahn. Auf der Unterspannbahn werden dann die Schieferelemente aufgebracht.

Bei einer Innendämmung werden die Klimamembran und die Dämmstoffe auf der Innenseite vom Schieferdach auf einer Traglattung zwischen den Sparren verlegt und abschließend verkleidet.

Verlegungsvarianten für ein Schieferdach

Für ein Schieferdach gibt es mehrere Möglichkeiten der Verlegung. Die gebräuchlichsten Methoden sind:

Bezeichnung Erklärung
altdeutsche Deckung
  • Verwendung von unterschiedlich großen Schieferplatten (die Größe der Platte nimmt von der Traufe bis zur Dachspitze hin ab)
wilde Deckung
  • die Schieferplatten werden individuell vor Ort zu- und angerichtet
Bogenschnittdeckung
  • besonders wirtschaftlich, da die quadratische Grundform mit einem seitlichen Bogenschnitt auf fast jedem Dach montierbar ist (Rechts- oder Linksdeckung, je nach vorliegender Wetterrichtung)
Rechteckdeckung
  • eignet sich zur Bekleidung von großflächigen Dächern: klare Linienführung, geordnete Struktur durch gleichgroße Platten


Die altdeutsche und die wilde Deckung zählen beide zu den handwerklich anspruchsvolleren Deckungsarten. Entsprechend ist Eindeckung teurer, lässt sich aber direkt vor Ort durch den versierten Dachdecker anpassen. Die Bogenschnitt- und die Rechteckdeckung sind einfacher zu verlegen und preisgünstiger, dafür aber weniger flexibel in der Verlegung. Die Eindeckung inklusive Material kostet zwischen 45 Euro bei der Bogenschnittdeckung und 140 Euro bei der wilden Deckung, was mit einem Ziegeldach vergleichbar ist.

Wartung und Reinigung eines Schieferdachs

Ein Schieferdach sollte im Idealfall alle 2 Jahre gewartet werden, um frühzeitige Schäden vorzubeugen. Zu diesen gehören beispielsweise Bruchschäden der Platten und dadurch resultierende Wasserschäden am und im Haus. Da eine oder mehrere Schieferplatten einfach auszuwechseln sind, kann ein solcher Schaden leicht behoben werden. Allerdings sollten diese Arbeiten durch einen Fachmann vollzogen werden, da eine optimale Anpassung der ersetzten Schieferplatte durch die selbe Höhe, Breite und Dicke vorausgesetzt ist.

Die Reinigung eines Schieferdachs muss im Gegensatz zur Wartung nicht in einem relativ kurzen, regelmäßigen Abstand stattfinden. Da Schiefer ein Naturgestein ist, sind Ablagerungen wie z.B. Moos auf der Eindeckung nicht sonderlich schädlich. Die glatte und massive Oberfläche bildet eine resistente Schicht, welche sich überwiegend nur abnutzen lässt, wenn sich eine Flechte bildet. Diese kann vorkommen, wenn das Dach überwiegend im Schatten liegt und somit von Zeit zu Zeit austrocknet, wodurch Moose schnelle wachsen können. Dementsprechend ist bei der Eindeckung eines Schieferdachs zu beachten, dass das Dach zur Sonne ausgerichtet ist, um eine regelmäßige Wartung zu umgehen. Andernfalls ist es zu empfehlen, wiederholend das Dach reinigen zu lassen, wobei sich die Kosten auf ca. 30-50€pro m² belaufen können, je nach Erreichbarkeit und Art des Daches.

Bei einer Dachfläche von 120 m² liegen die Kosten für eine Dachreinigung (Entmoosung und Imprägnierung) bei 4800€ bei einem Preis von 40€/m².

Ein neues Dach kann mit einer Dachbeschichtung noch weiter vor der Witterung geschützt werden. Eine solche Beschichtung erlaubt auch eine nachträgliche Veränderung der Dachfarbe.

Dieser Artikel wurde erstellt von: Thorben Frahm, Redakteur www.Daemmen-Und-Sanieren.de