Brandschutz beim Dach: Feuer verhindern. Feuer eindämmen.

1. März 2021
Der Brandschutz beim Dach kann von der Brandprävention über den Schutz vor einer Ausbreitung des Feuers im Brandfall bis zur Fluchtwegsicherung reichen. Brandschutz beim Dach sollte man deshalb nicht alleine beachten, um rechtlichen Vorgaben zu genügen. Er kann im Brandfall auch helfen, Leben zu retten.
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Brandschutz beim Dach fachgerecht planen

Bildquelle © maho - fotolia. com

Welche Vorgaben man für den Brandschutz beim Dach berücksichtigen muss, hängt unter anderem von der Gebäudeklasse ab, dem das jeweilige Haus angehört. Gebäudeklassen werden in der Musterbauordnung sowie in den meisten Landesbauordnungen definiert.

Die von der Bauministerkonferenz herausgegebene Musterbauordnung (downloadbar auf is-argebau.de) definiert fünf Gebäudeklassen, wobei die Einteilung in der Regel von Landesbauordnungen übernommen wurde.

Grundsätzlich gilt: Brandschutz beim Dach und bei anderen Bauteilen ist umso strenger geregelt, je höher die Gebäudeklasse ist. Wie Brandschutzvorgaben für Gebäudeklassen aussehen können, zeigt dieses Merkblatt der Bayerischen Architektenkammer mit dem Titel „Baulicher Brandschutz“ für Bayern. Für Brandschutz beim Dach sowie beim ausgebauten Dachgeschoss können unter anderem die in der deutschen Norm DIN 4102-2 definierten Feuerwiderstandsklassen (Wikipedia) relevant sein:

  • feuerhemmend (F30),
  • hochfeuerhemmend (F60),
  • feuerbeständig (F90),
  • hochfeuerbeständig (F120)
  • höchstfeuerbeständig (F180).

Die Zahl hinter dem F gibt an, wie lang das jeweilige Bauteil (z.B. tragendes Bauteil) beim Brand mindestens Funktionalität behält. Die deutsche Norm wird voraussichtlich ersetzt durch die europäische Norm DIN EN 13501-2.

Harte und weiche Bedachungen

Unterschiedliche Regelungen beim Brandschutz fürs Dach bestehen für harte und weiche Bedachungen:

Harte Bedachung (nicht brennbarer Baustoff) Weiche Bedachung (brennbarer Baustoff)
  • besteht aus Beton, Tonziegeln, Dachsteinen
  • besteht aus Holzschindeln, Reet, Stroh
  • widerstandsfähig gegen Flugfeuer und Strahlungswärme
  • nicht resistent gegen Flugfeuer und Strahlungswärme

Für weiche Bedachungen gelten in den Bauordnungen oft strengere Regeln beim Brandschutz fürs Dach, als bei der harten Bedachung.

Materialien und Baustoffklassen

Wie gut der Brandschutz beim Dach ist, hängt auch von den Baustoffklassen der Materialien ab, die für den Bau des Dachstuhls, der Dacheindeckung sowie der Dachdämmung verwendet werden. Wiederum sind die Normen DIN 4102-2 und DIN EN 13501-2 relevant. Laut DIN 4102-2 werden Baumaterialien eingestuft in:

  • nichtbrennbare Materialien ohne bzw. mit Anteilen von brennbaren Baustoffen (A1 und A2),
  • schwerentflammbare (B1),
  • normalentflammbare (B2)
  • und leichtentflammbare Materialien (B3).

Leichtentflammbares darf beim Bau nicht verwendet werden. Die DIN EN 13501-1 ist etwas komplizierter, aber auch genauer, weil hier auch die vom brennenden Material ausgehende Rauchentwicklung sowie ein mögliches Abtropfen/Abfallen von heißen bzw. glimmenden Partikeln für die Klassifizierung genutzt wird.

Wer den Brandschutz beim Dach erhöhen möchte, könnte etwa bei der Dachdämmung auf Dämmstoffe mit guten Brandschutzeigenschaften achten. Klemmfilz aus Glaswolle hat beispielsweise die Baustoffklasse A1 nach DIN 4102. Polystyrolschaum-Dämmung kommt dagegen auf die Baustoffklasse B1 (zum Thema Polystyroldämmung haben wir übrigens ein aufschlussreiches Interview mit der Hamburger Feuerwehr durchgeführt).

Ein wichtiger Begriff ist die Brandlast. Sie beschreibt die Energie, die beim Verbrennen eines Materials freigesetzt wird. Für guten Brandschutz beim Dach sollten die Brandlasten verwendeter Materialien möglich gering sein.

Brandschutz beim Dach bedeutet auch: Prävention!

Brandschutz beim Dach soll auch dafür sorgen, dass ausgebrochene Brände möglichst eingedämmt werden und sich nicht auf die gesamte Immobilie ausbreiten. Und er soll dazu beitragen, dass bei einem ausgebrochenen Brand Fluchtwege bleiben. Hierfür können Brandwände eine Rolle spielen, die Bränden besonders lange standhalten.

Zum Thema Brandschutz und Prävention hat der Verband Privater Bauherren e.V. eine Broschüre herausgegeben, die den allgemeinen Brandschutz und die Prävention beim Bau abdeckt.

Verwandte Artikel zum Thema: bei der Planung eines Daches sollte man neben dem Brandschutz auch zu erwartende Schneelasten, Windlasten und die Vorgaben der EnEV 2014 berücksichtigen.

Für guten Brandschutz beim Dach sind alle Komponenten des Dachs verantwortlich und müssen gut aufeinander abgestimmt sein. Fachbetriebe können hier beraten, welche Maßnahmen besonders gut geeignet sind.

Weiterlesen zum Thema "Sturmschaden am Dach"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Dach

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Sandwichplatten sind als Dacheindeckung auf Wohnhäusern ungeeignet.

Erstens ist es schwierig bis unmöglich einen wärmebrückenfreien Anschluss an den Baukörper herzustellen, zweitens ist es sehr schwierig, dauerhaft Luftdichtheit herzustellen, drittens sind Durchdringungen wie Kamin oder Entlüftungen nur mit geeigneten Formteilen dicht anzuschließen, ein nachträglicher Einbau von Fenstern ist möglich aber teuer und kompliziert.

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Antwort von Energie und Solartechnik

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Antwort von Bauhofer Dachtechnik GmbH

Ja das geht. EPDM- Folie ist Bitumenverträglich, aber es muß ein spezieller Voranstrich aufgetragen werden und die Bahn darf nicht zu heiß angeflämmt werden.
Grüße J. Bauhofer

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