Die Dachhaut schützt vor Wind & Wetter

Als Dachhaut wird der äußere Bereich eines Dachs bezeichnet, der das Gebäude vor der Witterung schützt. Dachhäute gibt es sowohl beim Fachdach wie beim Steildach. Abgegrenzt wird die Dachhaut von der Dach(unter)konstruktion.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Daemmen-Und-Sanieren.de verfasst.
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DachDachsanierungDachhaut

Dachhaut + Dachkonstruktion = Dach

Bildquelle © beawolf - fotolia.com

Beim Steildach setzt sich das gesamte Dach aus Dachhaut und Unterkonstruktion zusammen, dem Unterbau, auf dem die Dachhaut aufliegt. Beim Flachdach spricht man auch von der Dachabdichtung als oberster Dachschicht, beim Steildach von der Dacheindeckung.

Eindeutig definiert sind Begriffe wie Dachhaut und Dachkonstruktion nicht. So wird der Begriff Dachhaut bisweilen nur für die oberste Schicht des Daches genutzt, in anderen Fällen spricht man von einer mehrschichtigen Dachhaut und meint neben der obersten auch darunterliegende Schichten.

Als Dachkonstruktion wird bisweilen nur der unter der Dachhaut liegende Unterbau des Dachs bezeichnet. Manchmal ist (etwa bei uns) mit Dachkonstruktion aber auch das gesamte Dach mit Unterbau und Dachhaut gemeint. Man wird also genau hinschauen/hinhören müssen, was die Begriffe umschreiben.

Materialien für die Dachhaut

Selbst wenn man bei der Definition der Dachhaut als äußerster Dachschicht bleibt, bleiben zahlreiche Materialien übrig, aus denen die Dachhaut hergestellt werden kann:

Dachziegel/ Dachsteine: - Klassiker als Eindeckung auf Steildächern
- aus Materialien wie Ton, Naturstein oder Beton
Holzschindeln: - ebenfalls auf Steildächern zu sehen
- deutlich weniger verbreitet
Reet/ Stroh: - eher auf Dächern im Norden Deutschlands verwendet
  • Beim Flachdach existieren unter anderem Abdichtungen aus Bitumen, Kautschuk und Kunststoffen als Dachhaut. Eine Alternative ist das bepflanzte Flachdach (Gründach). Hier finden Sie ein PDF der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. zum Gründach.

Die Auswahl ist also groß. Was wählt man? Gute Entscheidungen sind nicht möglich, ohne die verschiedenen Anforderungen an die Dachhaut zu berücksichtigen.

Anforderungen an die Dachhaut

Die klassische Anforderung an die Dachhaut ist der Schutz des Hauses vor der Witterung, also vor Wind, Regen und Schnee. Da dies seit Urzeiten Aufgabe des Dachs ist, erfüllen intakte Dächer aus allen hier genannten Materialien sie gut. Auf Unterschiede muss man verstärkt aufgrund anderer Anforderungen an die Dachhaut achten.

Wärmedämmung und Luftdichtheit: Definiert man die Dachhaut als den Gesamtaufbau über der Unterkonstruktion, werden Dämmung und Luftdichtheit bedeutende Themen. Die Luftdichtheit ist unter anderem wichtig, weil ohne sie warme Luft aus dem Hausinneren in die Dachhaut eindringt, dort abkühlt und eventuell Wasserdampf kondensiert. Das kann zu Schäden im Dach führen.

Eine möglichst gute Wärmedämmung als Teil der Dachhaut ist einerseits aus Kostengründen wichtig. Abhängig davon, wie das Dach konstruiert ist, gehen immerhin 15 bis 20% der Wärmeenergie im Haus verloren. Das kostet bares Geld. Zugleich macht der Gesetzesgeber Vorgaben zur Mindestdämmwirkung von Dach und Dachhaut.

Gesetzliche Vorgaben: Vorgaben für Dach mit Konstruktion und Dachhaut definiert einerseits die Energieeinsparverordnung (EnEV), die Werte für die maximal zulässige Wärmedurchlässigkeit definiert. Verbindlich sind sie beim Neubau, aber auch bei größeren Dachsanierungen. Darüber hinaus können Bebauungspläne von Kommunen verbindliche Vorgaben für die Dachhaut enthalten.

Ästhetik: Natürlich hat die Frage nach der passenden Dachhaut fürs Haus auch einen ästhetischen Aspekt. Hier spielt ebenfalls nicht nur persönlicher Geschmack eine Rolle. Bebauungspläne machen bisweilen auch hier Vorgaben.

Eingriffe in die Dachhaut sind oft unerlässlich, wenn es um nachträgliche Dachdämmung geht. Suchen Sie Experten für Ihr Dach? Hier finden Sie Fachbetriebe für Dacharbeiten aus Ihrer Region.

Weiterlesen zum Thema "Kaltdach"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Dachhaut

Brandfestes, dünnes Dämmmaterial gesucht

Es geht um ein Einfamilienhaus, Baujahr 1965. Eine Satteldachkonstruktion bestehend aus Holzbalken (30cm x 10 cm), aufgenagelter Bretterschalung, die aus architektonischen Gründen von innen sichtbar bleiben sollen, darauf Lattung mit Konterlattung, Plastikfolie (Windschutz) und dazwischen Mineralwolle von 3 cm Stärke als Dämmung. Dazu eine Dachhaut aus kleinteiligen Eternitplatten. Die Dachhaut und die Dämmung müssen erneuert werden. Gibt es moderne und brandfeste Dämmmaterialien von nur 3 cm Stärke, sodass die Holzbalken nicht aufgesattelt werden müssen?
Antwort von Bauhofer Dachtechnik GmbH

Die Dämmung muss auf jeden Fall feuerfest sein und da kommt nur Rockwool in Frage.

Deshalb stimme ich der Antwort von Herr Pluta voll und ganz zu!

Kann ich in diesem Kaltdach noch eine Dampfsperre einbauen?

Wir haben ein Bungalow von 1978 gekauft, dieses Haus verfügt über eine Kaltdachkonstruktion (Flachdach). Der aktuelle Aufbau von innen nach außen: Holzdecke->Schalung->Isolierung->Lüftungsebene->Verschalung->Dachhaut Wenn ich die Holzdecke abreiße und die Isolierung erneuere, kann ich dort eine Dampfbremse einbauen? Falls ja, mit welchen sd-Wert? Damals wurde keine Dampfsperre eingebaut, nur zur Info. Ich würde mich sehr über eine qualifizierte Antwort freuen.
Antwort von Fachwerkstatt Zimmerei u. Holzbau

1.Grundsätzlich ist Ihr Vorhaben sicherlich sehr sinnvoll, wenn tatsächlich bisher keine Luftdichtung eingebaut wurde.
2.Nach Rückbau der Innenbekleidung und Wärmedämmung unbedingt Feuchtigkeitsgehalt der Holzbaustoffe prüfen und aufmerksam auf evt. vorhandenen Pilzbefall achten. Schließen der Konstruktion erst nach ausreichender Austrocknung bzw. Sanierung des Pilzbefalls.
3.Die wichtigste Funktion der zu ergänzenden Schicht ist die Luftdichtung,daher überall Luftdicht anschließen, Mauerwerk dazu evt. vorputzen.
4.Wenn das Dach bisher ohne Folie funktioniert hat, sollten Sie eine feuchtevariable Dampfbremsfolie mit einer möglichst großen Spreizung des sd Wertes einbauen. Die Empfehlung gilt jedoch unter Vorbehalt siehe 6.
5.Je nach Aufbau der Konstruktion sollte geprüft werden, ob eine diffusionsoffene Winddichtung auf der kalten Seite der Dämmung eingebaut ist oder -werden kann.
6.Wesentlich für die Funktionsfähigkeit des Kaltdaches ist eine gut funktionierende Belüftung zwischen Winddichtung und Dachabdichtung. Dies ist in vielen Fällen nicht sichergestellt. daher empfehle ich, einen entsprechend sachkundigen Bauphysiker, Architekten oder Zimmerer hinzuzuziehen.
7. Je nach Standort Ihres Objektes kann ich Ihnen einen unverbindlichen und kostenfreien Beratungstermin vorschlagen, bei Interesse bitte ich um Ihre Nachricht.

Muss Dachhaut für die Verlegung der Solarkabel durchdrungen werden oder gibt es Alternativen?

Meine Frage richtet sich im Bezug zur Montage einer Photovoltaikanlage. Ich frage mich wie die Solarkabel der Solarmodule auf dem Dach ins Haus gelangen. Wird dabei die Dachhaut durchdrungen oder gibt es da auch eine andere Möglichkeit?
Antwort von SPECtrum

Es gibt 3 Möglichkeiten.
1. Wenn Leerrohre vorhanden sind nimmt man diese.
2. Wenn freie und nicht belegte Kamine vorhanden sind werden diese gerne genommen.
3. Außen werden Alu,Zink oder Bleirohre verlegt durch die dir Solarkabel geführt werden.(5x6 mm²)

Die Dachhaut wird nicht beschädigt.

Grüße aus Hagen

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