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Dachbegrünung, Dachgarten und begrüntes Flachdach

Natürliches Grün ist besonders in der Großstadt rar. Eine Dachbegrünung sorgt neben deutlicher Luftverbesserung und dem Schutz der Dacheindeckung vor UV-Strahlung zusätzlich für Einsparungen bei den Heizkosten durch die zusätzliche Dämmung. Historisch gesehen sind Grassodendächer die ersten Formen der Dachbegrünung und waren in Europa viele Jahrhunderte im Einsatz. Ob extensive Dachbegrünung oder intensiv bepflanzter Dachgarten: ein begrüntes Flachdach ist genehmigungspflichtig.
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Dachbegrünung & Dachgarten erfordern statische Berechnungen

Bevor das Dach begrünt werden kann, steht zunächst der Gang zum Statiker an. Denn ein Dachgarten bedeutet eine zusätzliche Belastung für die Dachkonstruktion, was zunächst rechnerisch überprüft werden sollte. Wenn der Statiker das Gewicht der Pflanzen, der Systemerde und der damit aufgenommenen und gespeicherten Wassermenge einkalkuliert und die statische Lastreserve für ausreichend befunden hat, kann an die Dachbegrünung gegangen werden.

Im nächsten Schritt können dann die passenden Komponenten für den Dachgarten ausgewählt werden. Den Rahmen dafür, insbesondere was die Pflanzenarten und die Belastung durch entsprechende Erde angeht, gibt die zuvor ausgeführte statische Berechnung vor. Ein minimaler Spielraum von 60 Kilogramm je Quadratmeter muss in der Statik vom Dach auf jeden Fall vorhanden sein. Auch andere Dacharten können für ein begrünen in Frage kommen.

Bei einer potentiellen Absturzhöhe ab drei Metern liegt eine Absturzsicherung in der Verantwortung des Bauherren. Ist der Dachgarten begehbar sollten Geländer zu Einsatz kommen. Bei einer extensiven Dachbegrünung sind zumindest Anschlageinrichtungen für Schutzvorrichtungen vorzusehen.

In Sachen Brandschutz gelten die jeweiligen Brandschutzbestimmungen Ihres Bundeslandes.

Extensive oder intensive Dachbegrünung für das Flachdach?

Links: Extensive Dachbegrünung, Rechts: Intensive DachbegrünungLinks: Extensive Dachbegrünung; © Stefan Körber - Fotolia.com | Rechts: Intensive Dachbegrünung; © Branko Srot - Fotolia.com

Für einen Dachgarten kommt die extensive und die intensive Dachbegrünung in Frage. Der Vorteil beider Varianten ist, dass die Begrünung wie eine Isolierung wirkt und in den kälteren Monaten Heizenergie einspart. Im Gegensatz dazu, bleiben die Räume bei höheren Temperaturen länger kühl.

Zahlen & Fakten:

Extensive Dachbegrünung Intensive Dachbegrünung
ca. 6-20 cm hoch ca. 12-40 cm hoch
40-150 kg Extragewicht pro m² >150 kg Extragewicht pro m²
20-40 € pro m² 40-80 € pro m²
geeignete Pflanzen: Mauerpfeffer/ Hauswurz geeignete Pflanzen: Ziergräser/ Stauden/ Sträucher

Ein begrüntes Flachdach mit extensiver Begrünung mit Bewuchshöhen von 6-20 Zentimetern wird insbesondere bei (Tief-)Garagendächern oder anderen großflächigen Dächern verwendet. So kann das vorhandene Flachdach komplett genutzt werden. Sportplätze, Parkanlagen mit Rasen oder Dachgärten sind möglich. Zur Bepflanzung eignen sich dabei niedrig wachsende Gräser und Kräuter. Das Begrünen ist relativ kostengünstig und pflegeleicht. Desweiteren werden weniger Aufbauten und Verstärkungen am Flachdach benötigt, so dass das niedrige Gewicht der Dachbegrünung die Dacharbeiten auch auf Leichtdachkonstruktionen möglich macht.

Bei der intensiven Begrünung mit Bewuchshöhen von 12 bis zu 40 Zentimetern können ebenfalls Sportplätze, Parkanlagen mit Rasen und Dachgärten inklusive Bäumen gepflanzt werden. Zur Bepflanzung eignen sich dabei niedrig wachsende Sträucher, Gräser, Kräuter und auch kleinere Baumarten. Die intensive Dachbegrünung von einem Flachdach erfordert etwas mehr Aufmerksamkeit in der Planung: Gewicht und Kosten vom Dachgarten sind höher, aber dafür bietet solch ein begrüntes Flachdach viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Übrigens kann sich eine Dachbegrünung auch vorteilhaft auf die Anforderungen bezüglich der Energieeinsparverordnung (EnEV) auswirken.

Bei beiden Varianten bietet sich 1-2 Mal im Jahr eine Reinigung und das Entfernen von Unkraut an, um Baumsamen und dessen Verwurzelung vorzubeugen.

Eine extensive Begrünung wiegen nach Angaben der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. - "wassergesättigt und mit Vegetation" 40 - 150 Kilogramm pro Quadratmeter, während eine intensive Flachdachbegrünung mit bis zu 300 kg/m2 zu Buche schlägt.

Aufbau eines Dachgartens und einer Dachbegrünung

Schutz vor Durchwurzelung: Die Dachbegrünung beginnt mit der Unterkonstruktion: über die normale Dacheindeckung wird eine Wurzelschutzfolie verlegt. Dieser Durchwurzelungsschutz verhindert, dass die Pflanzen nicht mit ihren Wurzeln durch die Dachabdichtung dringen. Nicht immer ist eine zusätzliche Wurzelschutzfolie vonnöten - stellenweise ist die Dachabdichtung bereits hinreichend fest. Ein Durchwurzelungsschutz kann übrigens auch bei nicht begrünten Flachdächern Sinn ergeben, da sich durch Vögel oder allgemeinen Samenflug bedingt besonders unter Kiesaufschüttungen Pflanzen ansiedeln und dann Schaden verursachen können. Welche Produkte wurzelfest sind, können Sie beispielhaft dieser Liste (PDF) der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. entnehmen. Diese erfüllen garantiert die entsprechenden Vorgaben der DIN EN 13948.

Darauf wird zum Schutz der Wurzelschutzfolie ein Vlies verlegt, anschließend wird die Festkörperdrainage aufgebracht. Diese ist Wasserspeicher und Ableitung des Überschusswassers in einem. Der Dachgarten wird anschließend mit Filtervlies und spezieller Systemerde fertig angelegt.

Die Pflanzen können ausgesät oder per Hand gepflanzt werden. Das Begrünen kann teilweise gut vom Heimwerker übernommen werden, wichtig sind die korrekte und fachgerechte Verlegung der Wurzelschutzfolie sowie ein umsichtiges Arbeiten auf dem Flachdach. Ein begrüntes Flachdach muss ein- bis zweimal jährlich von unerwünschten Setzlingen befreit werden, ansonsten ist die Dachbegrünung pflegeleicht. Derartig begrünt ist die Dacheindeckung am Flachdach geschützt vor UV- und Witterungseinflüssen.

Achten Sie bei der Dachbegrünung darauf, dass das Flachdach Gefälle nicht zu hoch ist. Eine weitere Aufwertung eines Flachdaches kann mit einer Lichtkuppel erreicht werden.

Dieser Artikel wurde erstellt von: Thorben Frahm, Redakteur www.Daemmen-Und-Sanieren.de