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    Dachbegrünung, Dachgarten und begrüntes Flachdach

    Natürliches Grün ist besonders in der Großstadt rar. Eine Dachbegrünung sorgt neben deutlicher Luftverbesserung und dem Schutz der Dacheindeckung vor UV-Strahlung zusätzlich für Einsparungen bei den Heizkosten durch die zusätzliche Dämmung. Historisch gesehen sind Grassodendächer die ersten Formen der Dachbegrünung und waren in Europa viele Jahrhunderte im Einsatz. Ob extensive Dachbegrünung oder intensiv bepflanzter Dachgarten: ein begrüntes Flachdach ist genehmigungspflichtig.
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    Dachbegrünung & Dachgarten erfordern statische Berechnungen

    Dachbegrünung und DachgartenEin extensiv begrüntes Dach ist vor allem bei starker Dachneigung
    sinnvoll, Bildquelle: Optigrün
    Bevor das Dach begrünt werden kann, steht zunächst der Gang zum Statiker an. Denn ein Dachgarten bedeutet eine zusätzliche Belastung für die Dachkonstruktion, was zunächst rechnerisch überprüft werden sollte. Wenn der Statiker das Gewicht der Pflanzen, der Systemerde und der damit aufgenommenen und gespeicherten Wassermenge einkalkuliert und die statische Lastreserve für ausreichend befunden hat, kann an die Dachbegrünung gegangen werden.

    Im nächsten Schritt können dann die passenden Komponenten für den Dachgarten ausgewählt werden. Den Rahmen dafür, insbesondere was die Pflanzenarten und die Belastung durch entsprechende Erde angeht, gibt die zuvor ausgeführte statische Berechnung vor. Ein minimaler Spielraum von 60 Kilogramm je Quadratmeter muss in der Statik vom Dach auf jeden Fall vorhanden sein. Auch andere Dacharten können für ein begrünen in Frage kommen.

    Bei einer potentiellen Absturzhöhe ab drei Metern liegt eine Absturzsicherung in der Verantwortung des Bauherren. Ist der Dachgarten begehbar sollten Geländer zu Einsatz kommen. Bei einer extensiven Dachbegrünung sind zumindest Anschlageinrichtungen für Schutzvorrichtungen vorzusehen.

    In Sachen Brandschutz gelten die jeweiligen Brandschutzbestimmungen Ihres Bundeslandes.

    Extensive oder intensive Dachbegrünung für das Flachdach?

    Für einen Dachgarten kommen die extensive und die intensive Dachbegrünung in Frage.

    Ein begrüntes Flachdach mit extensiver Begrünung mit Bewuchshöhen von 3-15 Zentimetern wird insbesondere bei Tiefgaragendächern verwendet. So kann das vorhandene Flachdach komplett genutzt werden. Sportplätze, Parkanlagen mit Rasen oder Dachgarten im engeren Sinne inklusive Bäumen sind möglich. Zur Bepflanzung eignen sich dabei niedrig wachsende Gräser und Kräuter. Das Begrünen ist relativ kostengünstig und pflegeleicht. Weniger Aufbauten und Verstärkungen am Flachdach werden benötigt, das niedrigere Gewicht der Dachbegrünung macht diese Dacharbeiten auch auf Leichtdachkonstruktionen möglich.

    Bei der intensiven Begrünung mit Bewuchshöhen von bis zu 25 Zentimetern werden. Auch Sportplätze, Parkanlagen mit Rasen oder Dachgarten im engeren Sinne inklusive Bäumen sind möglich. Zur Bepflanzung eignen sich dabei niedrig wachsende Sträucher, Gräser, Kräuter und auch kleinere Baumarten. Die intensive Dachbegrünung von einem Flachdach erfordert etwas mehr Aufmerksamkeit in der Planung: Gewicht und Kosten vom Dachgarten sind höher, aber dafür bietet solch ein begrüntes Flachdach bietet viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Übrigens kann sich eine Dachbegrünung auch vorteilhaft auf die Anforderungen bezüglich der Energieeinsparverordnung (EnEV) auswirken.

    Eine extensive Begrünung wiegen nach Angaben der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. - "wassergesättigt und mit Vegetation" 80 - 170 Kilogramm pro Quadratmeter, während eine intensive Flachdachbegrünung mit bis zu 300 kg/m2 zu Buche schlägt.

    Aufbau eines Dachgartens und einer Dachbegrünung

    Schutz vor Durchwurzelung: Die Dachbegrünung beginnt mit der Unterkonstruktion: über die normale Dacheindeckung wird eine Wurzelschutzfolie verlegt. Dieser Durchwurzelungsschutz verhindert, dass die Pflanzen nicht mit ihren Wurzeln durch die Dachabdichtung dringen. Nicht immer ist eine zusätzliche Wurzelschutzfolie vonnöten - stellenweise ist die Dachabdichtung bereits hinreichend fest. Ein Durchwurzelungsschutz kann übrigens auch bei nicht begrünten Flachdächern Sinn ergeben, da sich durch Vögel oder allgemeinen Samenflug bedingt besonders unter Kiesaufschüttungen Pflanzen ansiedeln und dann Schaden verursachen können. Welche Produkte wurzelfest sind, können Sie beispielhaft dieser Liste (PDF) der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. entnehmen. Diese erfüllen garantiert die entsprechenden Vorgaben der DIN EN 13948.

    Darauf wird zum Schutz der Wurzelschutzfolie ein Vlies verlegt, anschließend wird die Festkörperdrainage aufgebracht. Diese ist Wasserspeicher und Ableitung des Überschusswassers in einem. Der Dachgarten wird anschließend mit Filtervlies und spezieller Systemerde fertig angelegt.

    Die Pflanzen können ausgesät oder per Hand gepflanzt werden. Das Begrünen kann teilweise gut vom Heimwerker übernommen werden, wichtig sind die korrekte und fachgerechte Verlegung der Wurzelschutzfolie sowie ein umsichtiges Arbeiten auf dem Flachdach. Ein begrüntes Flachdach muss ein- bis zweimal jährlich von unerwünschten Setzlingen befreit werden, ansonsten ist die Dachbegrünung pflegeleicht. Derartig begrünt ist die Dacheindeckung am Flachdach geschützt vor UV- und Witterungseinflüssen.

    Achten Sie bei der Dachbegrünung darauf, dass das Flachdach Gefälle nicht zu hoch ist. Eine weitere Aufwertung eines Flachdaches kann mit einer Lichtkuppel erreicht werden.

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    Dieser Artikel wurde erstellt von: Thorben Frahm, Redakteur www.Daemmen-Und-Sanieren.de