Dach dämmen: Materialien, Abläufe & Varianten

Ein Dach dämmen heißt, einen wichtigen Beitrag dazu zu leisten, Heizenergie zu sparen. Man sollte deshalb vorher genau planen, welche Variante der Dachdämmung die effektivste oder effizienteste ist. Zur Auswahl stehen diverse Varianten der Dachdämmung sowie verschiedene Dämmstoffe.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Daemmen-Und-Sanieren.de verfasst.
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DachDachdämmungDach dämmen

Dach dämmen: Wie geht man vor?

Wärmedämmung eines Dachs - Bildquelle © Alterfalter - fotolia.com

In diesem Artikel finden Sie Informationen über die Dachdämmung eines Steildaches. Die Flachdach-Dämmung thematisieren wir in einem Extra-Artikel.

Schritt 1: Auswahl des Dämmverfahrens

Möchte man ein Steildach dämmen, hat man in der Regel die Auswahl zwischen einer Untersparrendämmung, einer Zwischensparrendämmung und einer Aufsparrendämmung sowie Kombinationen dieser Maßnahmen. Sparren ist der Begriff für die Hölzer, die schräg von der Dachtraufe (unterster Dachbereich) bis zum Dachfirst (oberster Dachbereich) verlaufen.

Eine Untersparrendämmung ist wie eine Innendämmung im Dachgeschoss. Dagegen ist die Aufsparrendämmung praktisch eine Dachaußendämmung. Die Dämmung bildet hier allerdings nicht die äußerste Schicht, sondern befindet sich noch unterhalb der Dachdeckung, aber auf den Dachsparren. Wer das Dach dämmen lässt und eine Zwischensparrendämmung wählt, kann sich bei Vorliegen der Voraussetzungen alternativ für eine Einblasdämmung entscheiden. Dann werden beispielsweise Dämmsäcke zwischen den Sparren befestigt, die man anschließend durch eine Einblasmaschine mit losen Einblasdämmstoffen füllt.

Schritt 2: Auswahl der Dämmstoffe

Wichtig ist bei der Dachdämmung die Auswahl des optimalen Dämmstoffes. Zu den wichtigen Kriterien der geeigneten Dachdämmstoffe, mit denen sich das Dach dämmen lässt, gehört die Wärmeleitgruppe, der der Dämmstoff angehört. Es gilt: Je geringer die Wärmeleitgruppe WLG (inzwischen: Wärmeleitfähigkeitsstufe WLS) ist, desto besser dämmt der Dämmstoff.

Das bedeutet auch, dass die Dicke der Dämmstoffschicht bei einem Dämmstoff mit geringer Wärmeleitgruppe geringer sein muss, um dieselbe Dämmstärke zu erreichen. Wichtig: Die zu erreichende Dämmung ist durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgegeben. Weitere Kriterien bei der Dämmstoffauswahl können Schallschutz-Eigenschaften, Brennbarkeit, Hitzeschutz im Sommer sowie die Energiebilanz bei der Produktion sein.

Man kann selbst ein Dach dämmen, wenn man die notwendigen handwerklichen Fähigkeiten besitzt. Angesichts der Herausforderungen, die einen erwarten, sollte man die eigenen Fähigkeiten aber kritisch beurteilen und die Einsparungen durch Eigenleistung mit den Kosten einer Dachdämmung abwägen.

Exemplarischer Ablauf einer Zwischensparrendämmung:

Möchte man ein Dach dämmen, indem man die Zwischenräume zwischen den Sparren dämmt, kann man auch auf Klemmfilze setzen. Ein exemplarischer Ablauf der Dachdämmung kann dann so aussehen:

  • Eventuell ist als erster Schritt vor dem Dach dämmen eine Aufdoppelung der Sparren mit Kanthölzern nötig. Das ist angebracht, wenn die voraussichtlich nötige Breite der Dämmschicht die Breite der Sparren übersteigt.
  • Der Klemmfilz wird passend zugeschnitten und zwischen die Sparren geklemmt.
  • Im Inneren des Dachgeschosses kommt auf die Dämmschicht eine Dampfbremse. Diese Folienschicht verhindert, dass Wasserdampf an Stellen im Bauwerk kondensiert, an denen er Bauschäden oder Schimmel verursacht.
  • Möchte man die Zwischensparren- mit einer Untersparrendämmung kombinieren, kann man nun Latten anbringen, an denen Dämmplatten befestigt werden.
  • Als innerste Schicht der Dachdämmung bieten sich beispielsweise Gipskartonplatten an.

Wer ein Dach dämmen möchte, sieht sich mit einigen Voraussetzungen konfrontiert. Einerseits muss die Dämmschicht auch an den Berührungspunkten zwischen Dämmung und Sparren so dicht sein, dass keine Wärmebrücken entstehen, durch die Wärme nach außen dringt. Andererseits muss die Dämmschicht auch so konzipiert werden, dass Luftfeuchtigkeit nicht zum Risiko wird.

Es gibt Dämmarbeiten, die Laien sicher durchführen können. Im Zweifelsfall schaltet man jedoch besser Fachbetriebe für Dacharbeiten ein.

Weiterlesen zum Thema "EnEV Vorgaben"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Dach dämmen

Kaltdach dämmen und Temperaturschwankungen vermeiden

Ich möchte gerne mein Kaltdach (Neubau) dämmen, um die hohen Temperaturschwankungen zu vermeiden. Ich würde es als Speicher nutzen. Es handelt sich um ein Satteldach mit Zwerggiebel. Allerdings sehe ich ein echtes Problem, eine Folie als Dampfbremse einzuziehen, da ich bei den Querbalken und Sparren nicht überall abdichten kann. Gerade hin zur unteren Etage und der Dampfsperrfolie unter der 200er Dämmung. Kann ich z.B. auch die Dämmung teilweise z.B. nur auf der Südseite mit Klemmfilz versehen ohne Dampfsperre, um die Hitze der direkten Sonneneinstrahlung zu reduzieren oder erhöht sich dann auch schon die Gefahr der Schimmelbildung? Nach den Ziegeln kommt zurzeit nun eine fasrige Art Membranfolie, dann 200er Sparren. Prinzipiell bleibt ja alles von allen Seiten belüftet. Dicht werde ich den Spitzboden nie bekommen und das ist auch nicht das Ziel.
Antwort von Kai Köpke Trockenbau

Da Sie auf dem Dachboden nicht leben, sondern nur lagern ist das kein Problem. Pflanzen oder Fische (Wasser) werden sie auch nicht lagern. Es bleibt ein Kaltraum und somit ist alles gut. Es wird aber nicht viel nützen, denn miwo ist nicht empfehlenswert für den sommerlichen Hitzeschutz.

Wie kann man unser Dach dämmen?

Wir haben ein altes Haus, wo auf dem altem Dach das neue Dach draufgesetzt wurde. Wir wollen gerne den Dachboden dämmen, habe aber jetzt von mehreren gehört das es ein Problem gibt da das alte Dach zu dicht wäre (6-8 Schichten Dachpappe). Es fehle die Luftzirkulation und das würde zu Schimmel führen. Wir können also nicht einfach Dämmung rein machen und eine Dampfbremse drauf. Heute wurde uns die Dampfbremse SD2 empfohlen die würde wohl unser Problem beheben. Oder wir müssen 2cm zwischen Dämmung und Dach lassen und für eine externe Belüftung sorgen (Schlitz am ende des Dachen). Welche Variante wäre jetzt die Beste? Oder Beide zusammen? Oder doch eine andere Variante? Vielen Dank
Antwort von Dachdeckermeister Sven Thumstädter

Bei diesen Dachaufbau ist nur die Möglichkeit der "externen Belüftung " (Hinterlüftung) die fachlich richtige Ausführung.

Ansprechpartner für Dämmung eines kleinen Holzhauses in HH gesucht

Wir haben ein Grundstück gepachtet, auf welchem auch ein Gartenhaus (24qm) aus Holz steht. Da wir das Haus vom vorherigen Eigentümer übernommen haben, wissen wir nicht ganz genau, wie es aufgebaut wurde. Boden und Wände sind wohl etwas gedämmt (mit Mineralwolle??), die Wände sind wahrscheinlich so aufgebaut: Profilholz (ca. 2 cm außen - ca. 8 cm Dämmung – wieder Profilholz, ca. 2cm. Ganz genau wissen wir es aber nicht. Das Haus ist schon ca. 10 Jahre alt, es hat keine Feuchtigkeitsschäden oder ähnliches. Aber es hat einen extrem hohen Wärmeverlust. Im Sommer überhitzt es bei der kleinsten Sonneneinstrahlung, im Winter geht die Heizungswärme von drinnen innerhalb kürzester Zeit wieder verloren. Wir haben letztes Jahr das Dach dämmen lassen mit 80mm Holzfaserdämmplatte, weil wir eine 2.Ebene eingebaut haben zum Schlafen. Obwohl die Zwischendecke nur aus OSP-Platten besteht, speichert das „Dachgeschoss“ im Winter die Wärme schon viel besser als der Rest des Hauses. Im Sommer überhitzt es allerdings auch schnell. Wir würden gern wissen, ob es sich lohnt, Maßnahmen zu ergreifen für eine bessere Wärmespeicherung im Winter bzw. für besseren Hitzeschutz im Sommer und wenn ja, welche Maßnahmen dies sein müssten. An wen kann man sich denn diesbezüglich wenden? Wir haben einen befreundeten Tischler, aber so richtig kennt der sich mit Dämmaßnahmen etc. auch nicht aus. Und man hört ja auch immer wieder, dass bei Holzhäusern eine Dämmung nicht sooo viel bringt, solange keine Masse eingebracht wird. Haben Sie einen Tipp hier für den Raum Hamburg?
Antwort von Ingenieurbüro Winkler

Sicher kann man noch etwas machen, aber da spielen einige Faktoren eine Rolle, z. B. Vorhandene (Dach)-Fenster, jetziger Wandaufbau,tragende Bauteile... Schreiben kann ich das hier nicht alles, aber Sie können gerne anrufen, telefonisch lässt sich einiges besser erläutern.

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