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Dachabdichtung: Bitumen für langfristigen Flachdachschutz

Die Dachabdichtung mit Bitumen gehört zu den ältesten Verfahren für die Flachdachabdichtung. Bitumenbahnen kommen häufig in versetzten Schichten aufs Dach, was zu den Vorteilen einer Bitumendachabdichtung gehört. Weiterer Vorteil: Die Dachdichtung aus Bitumen gilt als temperaturbeständig.
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Dachabdichtung mit Bitumen – Aufbau der Bitumenbahnen

Dachabdichtung Bitumen© iStockphoto.com / AGLPhotoproductionsFür eine Dachabdichtung mit Bitumen werden beim Flachdach heute in der Regel Bahnen genutzt, die aus mehreren Schichten und nicht alleine aus Bitumen bestehen.

Warum Bitumen zur Dacheindeckung verwenden?

Bitumen (oder umgangssprachlich oft auch Dachpappe) ist als Werkstoff witterungsbeständig und lässt sich einfach verarbeiten. Bitumen wird meistens von Rollen verlegt und dann passend zugeschnitten (Die Breite einer solchen Rolle ist 1 Meter, die Länge im Schnitt 5 Meter). Unter den Materialien zur Dachabdichtung ist Bitumen die einfachste Variante.

Wie wird Bitumen hergestellt?

Bitumen ist ein bei der Erdölproduktion entstehendes und teils auch natürlich vorkommendes Stoffgemisch. Als Destillationsbitumen wird es in flüssiger Form mit einem Tanklastwagen bei 200 Grad Celsius zu den Bitumenbahnenherstellern geliefert. Bei diesem Herstellern werden in verschiedenen Verfahren Polymere ( APP (Ataktisches Polypropylen)für Plastomerbitumen (PYP) und SBS (Styrol-Butadien-Styrol) für Elastomerbitumen (PYE) zugegeben, die dafür sorgen, dass die UV-Beständigkeit, die Fließfähigkeit sowie Wärmebestanfestigkeit und das Kaltbiegeverhalten verbessert werden.

Die Bahnen der Bitumendach­abdichtung bestehen häufig aus zwei Bitumenschichten, die eine Trägereinlage umgeben. Diese Trägereinlage besteht beispielsweise aus einer Metallfolie oder einem Glasgewebe. Die oberste Schicht einer Bahn für die Dachabdichtung mit Bitumen wird etwa aus Mineralien gebildet.

Welche Arten von Bitumen gibt es?

Bitumenbahnen werden unter anderem aus Oxidationsbitumen gefertigt, eine der Bitumenarten. Mittlerweile wird häufig eine Bitumendachabdichtung mit Plastomerbitumen oder Elastomerbitumen genutzt, einer Mischung aus Bitumen mit einem polymeren oder elastomeren Kunststoff. Die Mischung optimiert die Eigenschaften des Materials für die Dachabdichtung. So gilt Polymerbitumen als besonders alterungs- und witterungsbeständig.

Dennoch sollte man sich von einem Fachbetrieb beraten lassen, ob die Dachabdichtung aus Bitumen oder aus anderen Materialien wie Kunststoff oder EPDM die beste Wahl ist. Selbst, wenn man sich für Bitumen entscheidet, ist das Auswahlverfahren nicht beendet, denn die qualitativen Unterschiede zwischen den Produkten sind groß - insbesondere die Dicke der Bitumenschicht und die Anreicherung mit Polymeren bestimmt die Qualität des finalen Produkts.

Welche Vorteile und Nachteile hat Bitumen?

Vorteile Nachteile
Einfache Anbringung bzw. einfaches Verlegen Brandgefahr bei Anbringung (bei Verschweißung) bzw. bei hoher Schichtdicke, wenn alte Bitumenbahnen immer nur überlagert werden
Kostengünstig (5 bis 9 Euro pro qm) Haltbarkeit nur 10 bis 15 Jahre

Wie Dachabdichtung mit Bitumen auf das Dach kommt

Wie kann man Bitumen verarbeiten? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man eine Dachabdichtung aus Bitumen auf ein Dach aufbringt. Welches Verfahren möglich ist, hängt davon ab, welche Art Bitumenbahn man für die Bitumendachabdichtung wählt. Zwei Verfahren sind besonders häufig:

  • Schweißverfahren: Die Bahnen für die Dachabdichtung werden im unteren Bereich erhitzt und so – ohne zusätzliches Klebemittel – mit dem Flachdach verbunden. Wie lange muss Bitumen dabei trocknen? Im Prinzip ist Bitumen belastbar, wenn die Schicht wieder kalt geworden ist. Bei diesem Verfahren werden die Nähte verschweißt, so dass eine sehr dichte Dachabdichtung erreicht wird. Bei temperaturempfindlichen Bauwerken oder eine bestehenden Wärmedämmung, muss oft zum Kaltklebeverfahren gegriffen werden.
  • Kaltklebeverfahren: Hierfür sind spezielle Bahnen für die Dachabdichtung mit Bitumen vonnöten. Diese Bahnen besitzen auf der Unterseite eine Klebefläche. Kaltklebe- und Schweißverfahren lassen sich auch miteinander kombinieren, wenn mehrere Schichten aus Bitumenbahnen für die Dachabdichtung mit Bitumen aufs Dach kommen.

Wie wird Bitumen entfernt?

Je nach Größe der Dachfläche wird das Entfernen von Bitumen zur mühseligen Fleißarbeit. Gerade nach der Anbringung im Schweißverfahren ist eine rückstandslose Entfernung beinahe unmöglich. Eine effektive aber zeitraubende Methode ist das Entfernen der Bitumenschicht mit Spachtel und Meißel. Alternativen für Fachleute sind Trockeneisbestrahlung oder spezielle Meißel. Bitumenflecken lassen sich nur schwer aus der Kleidung entfernen - ein Maleranzug ist zum Schutz aber ausreichend. Achtung: Sofern die Dachpappe vor 1970 angebracht wurde, ist zu überprüfen, wie hoch der Teeranteil ist und ob Asbest vorhanden ist. Dann ist die Entsorgung durch einen Fachmann notwendig.

Wo wird Bitumen entsorgt?

Eine Entsorgung von nicht-teerhaltigen Dachpappen ist über den normalen Bauschutt möglich. Sie können einen Container bestellen oder direkt die Deponie anfahren. Bei 1.000 kg Bitumen entstehen ungefähr Entsorgungskosten von 300 Euro, sofern Sie einen Container bestellen.

Bei bestehenden Flachdächern ist es oftmals sinnvoll, diverse Dach-Sanierungsarbeiten zu einer Phase der Flachdachsanierung zusammenzufassen. Welche Variante der Dachabdichtung für das Dach optimal geeignet ist, klärt man ebenfalls am besten im Gespräch mit einem Fachbetrieb aus Ihrer Region.

Dieser Artikel wurde erstellt von: Thorben Frahm, Redakteur www.Daemmen-Und-Sanieren.de