Flachdach: Dämmung & Isolierung

Bei der Isolierung von einem Flachdach unterscheidet man zwischen genutztem und ungenutztem Flachdach. Je nach Nutzungsart und Aufbau des Flachdachs, zieht man unterschiedliche Dämmstoffe heran, um die gesetzlichen Vorgaben der Energieeinsparverordnung zu erfüllen. Beim Einbau der Flachdachdämmung müssen einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden, damit die Isolierung lange und sicher erhalten bleibt.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Thorben Frahm, Redakteur www.Daemmen-Und-Sanieren.de
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Flachdachdämmung: Dämmstoffe hängen von der Dachnutzung ab

Ein genutztes Flachdach benötigt stärkere Isolierung als
ein ungenutztes, Bild: Recitel Dämmsysteme
In diesem Text behandeln wir einige bauliche Fragen zur Flachdachdämmung. Ein genutztes Flachdach wird nach geltenden Regeln anhand der DIN 18195 Bauwerksabdichtungen gedämmt, für ein ungenutztes Dach wird die allgemeinere DIN 18531 Dachabdichtung herangezogen. Diese Unterscheidung der unterschiedlichen Nutzungen ist für eine Dämmung und Isolierung deshalb wichtig, da besonders eine intensive Nutzung hohe Anforderungen an das Material der Dämmstoffe stellt. Zusätzlich wird anhand der Ausführung in einschalig und zweischalig, also unbelüftet und belüftet, unterschieden. Falls Sie sich eher für finanzielle Aspekte interessieren, finden Sie hier unsere detaillierte Übersicht zu den Kosten einer Flachdachdämmung.

Am häufigsten wird das einschalige, unbelüftete Flachdach im Bau verwendet. Das Dämmen kann hier mit vielen verschiedenen Materialien ausgeführt werden, insbesondere Polyurethan-Hartschaum in Form von Platten, Mineralwolle oder Schaumglas-Platten. Bei einem genutzten oder begrünten Flachdach muss die Isolierung aus einem Werkstoff bestehen, der hoher bis extrem hoher Druckbelastbarkeit entspricht, speziell Schaumglas. Zum Erreichen des vorgeschriebenen Gefälles von mindestens 2 Grad können speziell gefertigte Gefälledämmelemente eingesetzt werden.

Isolierung vom Flachdach wird meist von innen aufgebracht

Abhängig von den Dacharten wird die Dämmung aufgebracht. Sowohl beim ein- als auch beim zweischaligen Flachdach wird die Dämmung in der Regel von innen aufgebracht. Beim einschaligen Warmdach wird auf die Tragkonstruktion, falls notwendig, Gefällebeton und Ausgleichsschicht aufgetragen. Darauf werden direkt die Dämmung und die Dampfsperre verlegt und die Dacheindeckung schließt den Aufbau ab.

Im belüfteten Kaltdach hingegen wird auf die Tragkonstruktion direkt Dampfsperre und Wärmedämmung aufgebracht, danach folgt eine Luftschicht zur Gewährleistung der Hinterlüftung. Anschließend werden Sparren, Schalung und die Dacheindeckung aufgebracht. Sonderfälle stellen das Umkehrdach und die Dachbegrünung dar. Beide erfordern besondere Lösungen beim Dämmen und Isolieren.

Das sogenannte Umkehrdach bietet eine der einfachsten Möglichkeiten zur Dämmung flacher Dächer. Als eine Sonderform des Warmdaches sind die Schichten bei der Dämmung im Gegensatz zum Warm- oder Kaltdach umgekehrt angeordnet. Für diese Dämmmethode wird die Dämmschicht auf die bestehende Dachabdichtung montiert.

Kostenübersicht:
Flachdachdämmung Warmdach 45 bis 75 Euro pro Quadratmeter
Flachdachdämmung Kaltdach 80 bis 120 Euro pro Quadratmeter
Flachdachdämmung Umkehrdach 80 bis 120 Euro pro Quadratmeter

Dämmstoffe beim Isolieren vor Feuchtigkeit schützen

Die Flachdachdämmung muss bereits beim Einbau vor dem Durchfeuchten geschützt werden, um nach dem Abdichten des Flachdaches keine Dampfblasen im Inneren der Dämmung zu erzeugen. Das Dämmen muss besonders bei empfindlichen Materialien wie Schaumglas sehr umsichtig erfolgen, da das kostenintensive und hochwertige Schaumglas leicht bricht.

Alle Durchdringungspunkte, insbesondere bei der Dachentwässerung, müssen sorgfältig abgedichtet werden. Die Flachdachdämmung sollte deswegen von einem Fachmann geplant und übernommen werden, um spätere Feuchtigkeitsschäden durch fehlerhaftes Dämmen zu vermeiden.

Auch das Material der Dacheindeckung auf dem Flachdach hat Einfluss auf die Dämmung. Ebenso muss eine Lichtkuppel fachgerecht in die Isolierung integriert werden.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Dämmung Flachdach

Dachsanierung: Feuchtigkeitsschäden durch Einblasdämmung möglich?

Wir haben einen Anbau mit Flachdach (eingeschossig), Bauahr 1965, eine Holzkonstruktion mit einer Wohnfläche von ca 64 qm (nahezu quadratisch), welches gedämmt und neu gedeckt (z.Z. "Dachpappe") werden soll. Mein Nachbar schlug mir vor, eine Einblasdämmung vornehmen zu lassen und dann neu decken. Ich bin mir 1. nicht sicher, ob die Balken in Ordnung sind - an einer Ecke des Daches gab und gibt es immer Feuchtigkeit (trotz mehrfachen Ausbessern). Gibt eine Möglichkeit, das Dach auf Schäden durch Feuchtigkeit zu prüfen, ohne die ganze Deckschicht abzureißen? 2. Fage: Wie groß ist das Risiko, durch Einblasdämmung sich erst Feuchtigkeitsschäden reinzuholen? Welche Alternative ist denkbar?
Antwort von Kratochwil Wärmedämmtechnik

Hallo!
Prinzipiell ist es möglich, da Sie ja sowieso Neu decken wollen und damit der Fehler behoben sein dürfte. Wir würden Zellulose einblasen, die ja auch aus Holz ist. Die Austrocknung dürfte über den nächsten Sommer erledigt sein.
Wie immer steckt der Teufel im Detail, leider habe ich zu wenig Information, wenn ich den Standort wüsste könnte ich Sie eventuell vermitteln.

Begehbares Flachdach dämmen

Ich habe einen Anbau mit Flachdach und möchte dieses jetzt von oben begehbar dämmen. Eine Innenraum Dämmung ist aufgrund fehlender Deckenhöhe nicht möglich. Welches Material ist da zu verwenden? Anmerkung: ich habe bereits mehrere Dachdecker kontaktiert, die alle noch nicht mal vorbei kommen wollten, da es sich lediglich um eine Fläche von 12 qm handelt und die hiesigen Unternehmen sich mit solchen Kleinigkeiten nicht befassen
Antwort von Berg Dach + Schiefer

Hallo, am besten PUR (Polyurethan) oder EPS mit einer Druckfestigkeit von mindestens 150 kPa. Wir kombinieren oft mit einer Grunddämmung aus PUR und einer anschließenden Gefälledämmung aus EPS mit 2 % Gefälle. Das hängt aber von den Gegebenheiten ab.
Alternativ könnten sie auch ein Umkehrdach mit XPS (Styrodur) machen, bei dem sie die Dämmung auf die Abdichtung legen. Ist aber nicht so sehr verbreitet und hängt auch vom Alter der Abdichtung ab, ob sich das noch lohnt.

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