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Reetdach – Schilfrohrdach mit diversen Vorteilen

Grundmaterial für ein Reetdach ist Schilfrohr. Häuser mit Reetdächern sind vor allem für Regionen in Norddeutschland typisch. Reet ist ein natürliches Material zur Dacheindeckung mit diversen Vorteilen, aber keins ohne jeden Nachteil.
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Reetdach - natürliche Dacheindeckung mit vielen guten Eigenschaften

Bildquelle © Kalle Kolodziej - fotolia.com

Das Reetdach ist ein typisches Dach für Häuser in verschiedenen Ost- und Nordseeregionen sowie in Cornwall und den Midlands Großbritanniens. Reetdächer existieren sowohl als Kaltdach mit Hinterlüftung als auch als Warmdachvariante.

Welche Art von Reet für ein Reetdach verwendet werden kann, wird im Regelwerk vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks beschrieben.

Einige der Anforderungen an Schilfrohr für ein Reetdach werden auf der Informationsseite der Reetdachdeckerinnungen aufgeführt. „Reet muss ausgereift, gut gesäubert und sollte von gelber bis brauner Farbe sein“, heißt es dort beispielsweise. Die Dachflächen beim Reetdach sollten eine Neigung von mindestens 45 Grad haben, so dass Wasser gut abfließen kann. Das Reetdach muss die Fassade zudem soweit überragen, dass Wasser möglichst nicht das Mauerwerk befeuchtet. Der First besteht beim Reetdach beispielsweise aus Ton oder Heidekraut, abhängig von der Region, in der das Reetdachhaus steht.

Reet ist atmungsaktiv und witterungsbeständig

Reet als Dacheindeckung fürs Reetdach ist atmungsaktiv und witterungsbeständig. Schilfrohr beim Reetdach kann als natürliche Dachdämmung dienen, da Schilfrohr ein schlechter Wärmeleiter ist. Das Reetdach sorgt zudem oftmals für ein gutes Wohnklima im Haus: weder im Sommer zu warm noch im Winter zu kalt. Ein Reetdach wird darüber hinaus meistens mit einem chemisch kaum behandelten Schilfrohr gedeckt, das gut für Allergiker ist.

Weitere Vorteile eines Reetdachs

  • das Material "Reet" wächst schnell nach -> ökologischer Baustoff
  • Reet zeichnet eine hohe Elastizität, Festigkeit und Tragfähigkeit aus
  • es ist widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse wie Hitze, Kälte, Schnee und Regen
  • Reet verrottet sehr langsam und hat somit eine hohe Langlebigkeit

Ein Reetdach muss regelmäßig gut gepflegt werden

Ein Reetdach muss regelmäßig – etwa einmal pro Jahr – von einem passenden Dach-Fachbetrieb gesäubert werden, weil sich ansonsten Algen und Moose festsetzen. Bleibt das Reetdach ungesäubert, altert es unter Umständen vorzeitig. Feuchtigkeit bleibt auf dem Dach und das Schilfrohr verrottet mit gesteigertem Tempo. Bewusst muss man sich sein, dass ein Reetdach generell eine begrenzte Haltbarkeit besitzt, die – abhängig von Faktoren wie Belüftung und Sonneneinstrahlung – sehr unterschiedlich hoch ist. Die Reetdachdeckerinnungen geben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 30 Jahren an.

Ein weiterer Nachteil beim Reetdach ist die relativ leichte Brennbarkeit von Reet. Reet kann mit Imprägnierung geschützt werden, was allerdings die chemische Behandlung des Schilfs erhöht und eventuell die Allergikerfreundlichkeit senkt. Eine mögliche Alternative zu natürlichem Schilfrohr ist Kunstreet fürs Reetdach.

Weitere Schäden am Reetdach können durch Nagetier, Vogel oder Sturmschäden entstehen. Je nachdem wie groß das Ausmaß des Schadens ausfällt, muss das Dach durch einen Fachmann geflickt, überdeckt oder gegebenfalls an der jeweiligen Stelle /großflächig ersetzt werden.

Kosten eines Reetdachs im Überblick

Die Kosten für ein Reetdach belaufen sich im allgemeinen auf

  • 70 - 100€ pro m².

Im Durchschnitt wären das also bei einer Fläche von 120 m² = 10.200 €, was gerade mal die Hälfte bis einen Drittel des Gesamtpreises ausmacht. Hinzu kommen noch die Kosten für die Kaltdachkonstruktion, welche Feuchtigkeitsschäden verhindert, so wie Montagekosten, Wartungskosten etc.

Insgesamt kann man in etwa mit einer Summe zwischen 18.000 und 40.000 € rechnen, wobei es nach oben noch offen bleibt.

Dämmen und Solartechnik

Reetdächer können als Grundlage für Solarmodule genutzt werden, aber ein Solarteur muss unbedingt vor Ort abschätzen, ob diese Lösung wirklich optimal ist. Keinesfalls möglich ist beim Reetdach eine Indachmontage von Modulen. Dämmen lässt sich ein Reetdach beispielsweise unter oder zwischen den Sparren.

Auch die Möglichkeiten zur Dachdämmung sollten mit einem Experten abgesprochen werden.