Pultdach – Dach mit einseitiger Schräge

Im Vergleich zum Satteldach wird das Pultdach seltener als Dach eines Wohnhauses gewählt. Aber in den letzten Jahren ist das Pultdach auch als Hausdach häufiger geworden. Es hat Vor- wie Nachteile und ob es sich gut oder eher schlecht für Solarmodule eignet, hängt von Faktoren wie der Ausrichtung des Dachs ab.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Thorben Frahm, Redakteur www.Daemmen-Und-Sanieren.de
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Pultdach – das Dach mit nur einer Fläche

Ein Einfamilienhaus mit Pultdach - Bildquelle © Günter Menzl - fotolia.com

Ein Satteldach hat zwei einander zugeneigte Dachflächen. Ein Pultdach besitzt dagegen nur eins, das sich nach einer Seite hin wie die Tischplatte eines Pults neigt. Teils gibt es Wohnhäuser mit zwei Pultdächern, deren Dachfirste (oberster Dachpunkt) sich auf zwei unterschiedlichen Haushöhen befinden.

Die Neigung der Dachfläche beim Pultdach ist in der Regel eher gering, weshalb manche es auch als eine Art Flachdach mit Schräge beschreiben. Als Dacheindeckung kommen viele Materialien in Frage: Einerseits sind klassische Steildacheindeckungen wie Tondachziegel möglich, die bei einem Pultdach aber eher selten sind. Daneben eignen sich typische Flachdachoberflächen wie eine Kiesschicht oder eine Dachbegrünung.

Eigenschaften von Pultdächern

Insbesondere ein Pultdach mit geringer Neigung reduziert den Innenraum im Dachgeschoss meistens deutlich weniger als Dachformen wie Sattel- oder Walmdach. Zudem fließt aufs Pultdach auftreffendes Regenwasser nur nach einer Seite hin ab, was die Regenwassernutzung vereinfacht, da Wasser nicht auf zwei Hausseiten aufgefangen werden muss.

Diesen Vorteilen stehen beim Pultdach im Sommer eine oftmals verstärkte Hitze im Raum unter dem Dach sowie eine langsamere Trocknung der Dachfläche nach Regen als Nachteile gegenüber. Letzteres führt dazu, dass man beim Pultdach besonders auf einen Aufbau achten muss, der nicht von Wasser durchdrungen wird.

Weitere Vor- und Nachteile eines Pultdachs

Vorteile Nachteile
- durch die geraden Wände können normale Fenster eingebaut werden -> höherer Lichteinfall - häufige Wartung
- preiswerter als ein klassisches Satteldach - nicht empfohlen in schneereichen Regionen

Dachdämmung beim Pultdach

Auch bei Häusern mit Pultdach kann man es sich natürlich einfach machen und die oberste Geschossdecke von der Dachbodenseite aus dämmen. Das funktioniert beispielsweise mit trittfesten Dämmplatten oder auch durch eine Schüttdämmung mit losem Dämmmaterial.

Wer das Dachgeschoss als Wohnraum nutzen möchte, entscheidet sich dagegen eher für eine Unter-, Zwischen- und/oder Aufsparrendämmung entscheiden, wobei eine große Bandbreite unterschiedlicher Dämmmaterialien in Frage kommt. Bei einem Pultdach mit geringer Neigung kommen auch Flachdach-Dämmungen in Frage, etwa Schüttdämmungen auf dem Dach.

Kostenbeispiel

Da ein Pultdach aus einer geraden Dachfläche/platte besteht, ist der Aufwand der Eindeckung so wie die Kosten relativ gering. Nimmt man beispielsweise eine Dachfläche von 80m², so liegen die Kosten bei 9.000-10.000 €. Dazu kommen noch die Kosten für die Vorarbeiten für das Dachdecken und das Eindecken mit den Dachpfannen (je nach Dacheindeckung wie z.B. Dachbegrünung/ Bitumen o.Ä. variieren die Kosten), welche insgesamt bei ca. 4.000-5.000 € liegen.

Übersicht Kosten
Kosten Pultdach 9.500€
Vorarbeiten Dachdecken 1.200€
Dacheindeckung Dachpfannen 3.000€
Gesamt 13.700€

Pultdach und Sonnenenergie

Natürlich ist ein Pultdach grundsätzlich auch für die Installation von Modulen für Photovoltaik oder Solarthermie (dort spricht man von Kollektoren) geeignet. Wie sehr es geeignet ist, hängt unter anderem a) von der Schräge des Daches und b) von seiner Ausrichtung ab. So ist ein nach Norden ausgerichtetes Pultdach eher wenig geeignet, eine nach Süden zeigende Dachfläche dagegen sehr viel besser. Unser Solarrechner hilft Ihnen schnell, die Eignung und Erträge Ihres Daches herauszufinden.

Wer sich für eine Solaranlage auf dem Pultdach interessiert, sollte den unverbindlichen Kontakt zu einem Solar-Fachbetrieb in seiner Region suchen.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Pultdach

Planung und Kauf einer Photovoltaikanlage für Pultdach

Ich plane den Kauf einer Photovoltaikanlage auf unser Haus in Menden. Das Pultdach ist westlich ausgerichtet (250 Grad aus Norden gemessen), hat eine Dachneigung von 8 Grad und keinen Schatten. (Bitumendach) Frage 1: Anbieter rechnen mit einem Stromerzeugung von 790 bis 890 kWh/kWp. Wie berechnet man das genau. ? Frage 2: Anbieter möchten die Anlage flach auf dem Dach montieren. Wir wohnen quasi am Waldrand. Durch den geringe Dachneigung befürchte ich einen verstärkten "schmutzwirkung" zum Nachteil der Erzeugung. Können Sie hier etwas über sagen? Was spricht gegen eine aufrechte Installation? Frage 3. Unser Dach ist cira 120 m2 groß (8,5x15 m). Aus optischen Grunden möchten wir das ganze Dach mit den identischen Solarmodellen bedecken. Die Solaranlage würde dann aber viel zu groß werden. Gibt es Module, die gleich aussehen, aber keine Solarmodulfunktion haben? Sozusagen Dummys ?
Antwort von Gebäudenergieeffizienzberatung Ing.-Büro Axel B. Meier

Axel B. Meier
Guten Tag

Zum Einlesen
https://de.wikipedia.org/wiki/Solarthermie für grundsätzliche Überlegungen
und
http://www.rechnerphotovoltaik.de/firmen/nordrhein-westfalen/maerkischer-kreis/menden-sauerland/ als Berechnungsunterlage.

Es ist zu unterscheiden zwischen einer Solaranlage für die Sromerzeugung > (Speicherung) > eigene Nutzung und einer Thermieanlage zur "direkten" Unterstützung der Aufbereitung des Warmwassers. Die Sonne scheint am häufigsten im Sommer. Zur gleichen Zeit brauchen Sie grundsätzlich keine Energie für die Heizung aber für die Warmwasserbereitung (Mai bis Oktober wenn die Raumtemperatur bei ca. 19 bis 20 Grad C liegt). Unter diesem Gesichtspunkt bietet sich die Anlage für die Unterstützung der Warmwasserbereitung an.

Der Quotient aus Investition / Solarertrag * Stromkosten für kWh Ihres Stromtarifs ergibt die Amortisationszeit in Jahren. Dieser Investition ist mindestens eine Alternativinvestition gegenüber zu stellen. Eine Amortisationszeit von größer/gleich 15 Jahren ist grenzwertig, denn es sind die Instandhaltungskosten, Instandsetzungskosten und nach Lebensende der Investition die (technisch bessere) Ersatzinvestition zu berücksichtigen.

In Ihrem Fall sprechen dagegen:
. die Lage MENDEN (keine Sonnenspitzenlage),
- die Ausrichtung nach Westen und
- ein relativ flaches Pultdach.

Entsrechend den von Ihnen genannten Parametern würde ich von einer Solaranlage abraten wenn kein so hoher Strombedarf besteht, der bei Ihren ungünstigen Parametern im Juli - August zu ca. 75 % von der eigenen Stromerzeugung abgedeckt wird.

MfG
Meier

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