Sparren und Dämmung von Dachsparren

Sparren spielen zusammen mit den Dachpfetten eine wichtige Rolle in der Dachstatik. Je nach Material der Dachsparren ergeben sich ganz eigene Anforderungen an die Statik des Dachstuhls. Wer nach EnEV seinen Altbau dämmen möchte, steht oft vor dem Problem sanierungsbedürftiger Sparren. Auch bei der Sparrendämmung, beim Aufdoppeln oder Verlängern der Dachsparren stellen sich je nach den individuellen baulichen Gegebenheiten wichtige Fragen zum sicheren Umgang mit den Sparren.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Daemmen-Und-Sanieren.de verfasst.
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DachDachsanierungSparren

Sparren - tragender Bestandteil des Daches

Befestigung der Dachsparren - Bildquelle © ftfoxfoto - fotolia.com

Ein klassischer Bestandteil eines Daches sind Sparren und Pfetten. Dachsparren verlaufen senkrecht von der Traufe, dem niedrigsten Punkt des Daches, bis zum First, der Spitze des Daches. Sparren leiten die aufliegende Last mittels aufliegender Pfetten in darunter liegendes Tragwerk. Mögliche Materialien sind neben Vollholz und Brettschichtholz auch Stahl, Aluminium oder Stahlbeton.

Zwischen, auf oder unter den Sparren wird dann üblicherweise die Dachdämmung aufgebracht. Traditionell entspricht die Breite der Sparren der verwendeten Dämmungs­dicke. Die Sparrendämmung ist eminent wichtig für eine energetisch korrekte Bauweise: nur eine sorgfältig ausgeführte Sparrendämmung schützt das Haus vor Wärmeverlust und eindringender Feuchtigkeit.

Statische Eigenschaften von Dachsparren

Je nach Material der Dachsparren ergeben sich statische Konsequenzen: bei Vollholz empfiehlt sich, nicht über vier Meter Sparren Länge hinaus zu gehen. Brettschichtholz dagegen ist durchaus auch für größere Längen geeignet. Je nach Dachbauart - Sparren- oder Pfettendach oder verschiedenen Sonderformen - sind Auswechslungen möglich.

Auswechslungen sind Aussparungen in der Dachkonstruktion für Gauben, Dachfenster oder Schornsteine. Insbesondere bei einem Sparrendach wird empfohlen, keinesfalls über den doppelten Sparrenabstand hinaus Auswechslungen vorzunehmen. Bei Umbaumaßnahmen und einer Dachsanierung muss also mit einem Experten geklärt werden, ob mit den vorliegenden Abständen zwischen den Dachsparren der Einbau einer Dachgaube oder Dachfenstern in dem Dach möglich ist. Eventuell ist auch ein Aufdoppeln oder Verlängern notwendig.

Dachsparren berechnen

Sparrenlänge: - die Dachhöhe und Dachtiefe oder die Dachneigung und Dachtiefe wird zur Berechnung benötigt
Sparrenabstand: - Sparrenabstand e -> Normal beträgt der Abstand zwischen Sparren 80-100 cm. In Neubauten meist 65-80 cm.
Sparrenmaße: - Sparrenhöhe (Pfettendach): hat das Pfettendach eine geringe Dachneigung, kann man zur Berechnung der Höhe die maximale Länge der Sparren mit 1/24 multiplizieren:
Bsp.: 250cm x (1/24) = 10,42 cm

- Sparrenbreite: der Sparrenabstand e wird durch 10 geteilt:
Bsp.: 150cm : 10 = 15 cm

- Sparrenhöhe (Satteldach):
bei einer Dachneigung mit mehr als 20° wird die Sparrenhöhe durch die Sparrenlänge errechnet. Besonderheit: es werden 2 cm extra addiert (alte Faustregel):
Bsp.: 250cm x (1/24) + 2 = 12,42 cm

Aufdoppeln und Verlängern von Sparren bei der Sparrendämmung

Das Aufdoppeln von Dachsparren wird dann notwendig, wenn gemäß EnEV eine dickere Dämmung verbaut werden soll. Die Sparrendämmung, insbesondere die Zwischensparrendämmung, muss zwischen die Sparren eingeklemmt werden - und das ohne Überstand. Um Dachsparren bei einer Sparrendämmung aufdoppeln zu können, ist deswegen zunächst der Gang zum Fachmann angebracht. Denn durch die zusätzliche Holzlast bei der Sparrendämmung ändert sich der Lastabtrag, der auf das darunter liegende Gebäude entfällt.

Nach der Berechnung und der Freigabe durch den Statiker können die Dachsparren seitlich aufgedoppelt werden: so erfolgt die Verstärkung statisch wirksam und sicher. Die Verstärkung kann sowohl genagelt als auch gebohrt werden und man sollte auf gerade, möglichst massive Brettausführungen achten. Auch das Verlängern von Dachsparren sollte unbedingt statisch berechnet werden.

Weiterlesen zum Thema "Asbest"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Dachsparren

Wie dick muss eine Zwischensparrendämmung sein?

Wie dick muss eine Zwischensparrendämmung heute bei einer Altbausanierung sein?
Antwort von Bau & Montage Service NH

Guten Tag,

In der Regel haben die Sparren vorhandener Gebäude nur eine Höhe von 10 bis 14 cm. Dies hat zur Folge, dass eine Zwischensparrendämmung zwischen den vorhandenen Sparren nicht ausreicht, um den heutigen Anforderungen an den Wärmeschutz gerecht zu werden.
Daher wird heutzutage eine Aufdopplung vorgenommen, um den vorhandenen Sparren zu erhöhen und somit eine Stärkere Dämmung einzubauen.
Es gibt dort aber gewisse Anforderungen, diese Anforderungen in Form der Energieeinsparverordnung (EnEV) verpflichten den Eigentümer von Altbauten bei erstmaligen Einsatz oder Ersatz einer Steildachdämmung einen Wärmdurchgangskoeffizienten von mindestens 0,24 W/(m² *K) einzuhalten. Dazu gibt es im Internet passende Tabellen in denen man ausrechnen kann wie Stark die Dämmung sein soll, dass man diesen Koeffizienten einhält. Allerdings sollte die Dämmung als groben Richt Wert die 160mm Grenze nicht unterschreiten.

Ist Steinwolle-Staub gesundheitsschädlich?

Meine Kombinationen sieht so aus - von außen nach innen: - Dachziegel, - Dachlatten, - Unterspannband, - Dämmstoff (180mm zwischen Sparen), - Dampfsperre (Dampfbremsfolie), - Konterlattung (3 cm Stärke), Zwischen den Latten ist nochmal Untersparrendämmung (Steinwolle-3cm Stärke) und das mit Deckenpaneelen verkleidet. Zu meiner Frage: Muss ich Bedenken haben, dass der Steinwolle-Staub von (Steinwolle-3cm) zwischen der Feder und Nut den Paneelen in den Wohnraum kommen kann und eventuell gesundheitsschädlich ist?
Antwort eines Haus&Co Experten

Künstliche Mineralfasern, die nach dem 1.6.2000 hergestellt wurden sind zu groß, um tief in die Lunge eingeatmet zu werden und haben mit weniger als 40 Tagen eine kurze Halbwertszeit. Bei alten Dämmstoffen ist diese Halbwertszeit mit 100 Tagen deutlich größer - und mögliche gesundheitliche Folgen nicht völlig ausgeschlossen. Das Einatmen ist aber in jedem Fall erstmal unangenehm.

Während beim Umbau auf Tragen eines Mundschutzes geachtet werden sollte, sollte danach zwischen Steinwolle und Wohnraum ja auch eine Versiegelung durch eine Folie vorgenommen werden, damit später nichts mehr in den Wohnraum dringen kann.

Kaltdach dämmen und Temperaturschwankungen vermeiden

Ich möchte gerne mein Kaltdach (Neubau) dämmen, um die hohen Temperaturschwankungen zu vermeiden. Ich würde es als Speicher nutzen. Es handelt sich um ein Satteldach mit Zwerggiebel. Allerdings sehe ich ein echtes Problem, eine Folie als Dampfbremse einzuziehen, da ich bei den Querbalken und Sparren nicht überall abdichten kann. Gerade hin zur unteren Etage und der Dampfsperrfolie unter der 200er Dämmung. Kann ich z.B. auch die Dämmung teilweise z.B. nur auf der Südseite mit Klemmfilz versehen ohne Dampfsperre, um die Hitze der direkten Sonneneinstrahlung zu reduzieren oder erhöht sich dann auch schon die Gefahr der Schimmelbildung? Nach den Ziegeln kommt zurzeit nun eine fasrige Art Membranfolie, dann 200er Sparren. Prinzipiell bleibt ja alles von allen Seiten belüftet. Dicht werde ich den Spitzboden nie bekommen und das ist auch nicht das Ziel.
Antwort von Kai Köpke Trockenbau

Da Sie auf dem Dachboden nicht leben, sondern nur lagern ist das kein Problem. Pflanzen oder Fische (Wasser) werden sie auch nicht lagern. Es bleibt ein Kaltraum und somit ist alles gut. Es wird aber nicht viel nützen, denn miwo ist nicht empfehlenswert für den sommerlichen Hitzeschutz.

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