Die EnEV 2009 & Wärmedämmung im Altbau

Die aktuell gültige EnEV 2009 stellt Regeln für die Wärmedämmung im Altbau auf. Abhängig vom geplanten Vorhaben ergeben sich verschiedenste Anforderungen, die der Bauherr berücksichtigen muss. Die wichtigsten Vorschriften betreffen einerseits den Umfang der Bauarbeiten und andererseits die Qualität der bei der Wärme­dämmung verwendeten Materialien.

Wärmedämmung im Altbau: nachträgliche Dämmung & Baumaßnahmen

Konkret unterscheidet die ENEV 2009 zwischen „Ändern“, „Ausbau“ und „Anbau“ beim Altbau:

  • Ändern betrifft beispielsweise eine nachträglich angebrachte Innendämmung an den Wänden oder eine Außendämmung des Daches. Die Bestimmungen der EnEV 2009 zur Dämmung werden bei Änderungen am Altbau nur dann relevant, wenn die jeweilige Änderung min­destens zehn Prozent der jeweiligen Bauteilfläche des Hauses betrifft.
  • Beim Ausbau werden bisher ungenutzte Räume im bestehenden Altbau nutzbar gemacht. Hat der auszubauende Raum eine Größe von mindestens zehn und maximal fünfzig Quadrat­metern, so müssen die der EnEV 2009 festgelegten Werte für die Wärmedämmung berück­sichtigt werden. Sollte der nachträglich ausgebaute Raum größer als fünfzig Quadrat­meter sein, wird dieser Ausbau wie eine Wärmedämmung im Neubau behandelt.
  • Ähnliches gilt beim Anbau. Hier gelten die Regeln, welche für den nachträglich durchgeführten Ausbau definiert sind.

 

Wärmedämmung im Altbau

 

Werte für die Altbau-Wärmedämmung - der Wärmedurchgangskoeffizient

Bei einer nachträglich durchgeführten Sanierung im Altbau dürfen die betroffenen Bauteile die in der EnEV 2009 definierten Werte für den Wärmedurchgangskoeffizienten des Bauteils nicht über­schreiten. Dieser Koeffizient ("U-Wert") ist ein Wert, der die Wärmeleitung eines Bauteils wider­spiegelt.

Je niedriger der U-Wert ist, desto geringer ist die Wärmeleitung und desto besser ist die Wärme­dämmung. Werden etwa Decken, Dächer oder Dachschrägen durch Innendämmung oder Außen­dämmung saniert, so darf der Wärmedurchgangskoeffizient einen Wert von 0,24 W/(m²·K) bei Wohngebäuden und 0,35 W/(m²·K) bei Nicht-Wohngebäuden nicht übersteigen.

Sanierungspflicht im Altbau für bestimmte begehbare Geschossdecken

Bisher war nur von Vorgaben bei der Wärmedämmung – Innendämmung oder Außendämmung – die Rede, wenn der Altbau-Eigentümer von sich aus nachträglich Baumaßnahmen durchführt. Allerdings beinhaltet Paragraf 10 auch eine Regel zur Pflichtsanierung, nicht begehbare, aber zugängliche obige Geschossdecken betrifft:

  • Solch eine Geschossdecke muss so mit Wärmedämmung versehen werden, dass ihr Wärmedurchgangskoeffizient 0,24 Watt/(m²·K) nicht überschreitet.

Nicht begehbar, aber zugänglich sind oberste Geschossdecken, wenn sich der Dachraum über ihnen nicht für einen späteren Umbau zum Dachzimmer eignet, aber Platz zum Stehen für eine normal große Person bietet. Die hier beschriebene Pflicht zur Dämmung im Altbau entfällt, wenn eine ausreichende Innendämmung oder Außendämmung des Dachs erfolgt ist.

Das ist schnell nachvollziehbar: Schließlich geht es darum, das Haus insgesamt an seinen Grenzen zur Umwelt gut zu dämmen, sodass die Dämmung ein Entweichen der Heizwärme in die Umwelt verhindert. Ist das Dach eines Hauses gedämmt, so trennt die oberste Geschossdecke nur zwei gedämmte Bereiche im Altbau voneinander und muss nicht selbst zusätzlich mit Wärmedämmung versehen werden. Achtung: Für begehbare oberste Geschossdecken gilt dieselbe Regelung für nachträglich angebrachte Wärmedämmung übrigens ab dem 31. Dezember 2011.

Wer bisher noch keine Dämmung des Dachs oder der obersten Geschossdecke in Angriff genommen hat, sollte sich mit Mitarbeitern der Fachbetriebe für Dämmung über Möglichkeiten der Innendämmung oder Außendämmung beraten.

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Eine Dämmung für die oberste Geschossdecke ist vor allem dann eine kosteneffektive Maßnahme, wenn der Dachboden nur selten oder als Stauraum genutzt wird.