Transparente Wärmedämmung dämmt & nutzt Sonnenlicht

Transparente Wärmedämmung unterscheidet sich von anderen Dämmvarianten durch ihre Lichtdurchlässigkeit. Aber es gibt noch einen anderen entscheidenden Unterschied: Transparente Wärmedämmung hält nicht nur durchs Heizen erzeugte Wärme im Haus. Sie ist auch ein System zur Nutzung der Solarenergie zur unterstützenden Erwärmung eines Gebäudes.

Transparente Wärmedämmung – Dämmung mit Energiegewinnen

Transparente WärmedämmungTeiltransparente Fassadenelemente im Rathaus Innsbruck,
Bild: Fachverband Transparente Wärmedämmung e. V.
Ein System für transparente Wärmedämmung (TWD) besteht aus mehreren Schichten. Die äußerste Schicht ist beispielsweise lichtdurchlässiger Glasputz. Darunter befinden sich Kapillarplatten zur Weiterleitung des Sonnenlichts und eine Absorberschicht für die Umwandlung des Lichts in Wärme.

Sie wird im Mauerwerk gespeichert und verzögert in das Hausinnere abgegeben. Dadurch kann die transparente Wärmedämmung im Winter die Heizung indirekt unterstützen, indem weniger geheizt werden muss.

Im Sommer ist ein das Hausinnere aufheizender Effekt unerwünscht. Daher empfehlen sich aktive Verschattungssysteme, um eine übermäßige Sommerhitze in Innenräumen zu vermeiden.

Die Broschüre „Transparente Wärmedämmung - Eigenschaften und Funktionen“ vom Fachverband Transparente Wärmedämmung zeigt mehrere Systemvarianten auf.

 

 

Südlich ausgerichtete Wände bringen die beste Energieausbeute

Die zugeführte Wärme ist unter anderem von der Lage der Wand, an der die transparente Wärmedämmung installiert wird, abhängig. Bestens eignen sich südlich ausgerichtete Wände. Laut der Deutschen Energie-Agentur DENA bringen Südfassaden 100 bis 120 Kilowattstunden Energie pro Quadratmeter in einer Heizsaison.

Transparente Wärmedämmung - Einsatzgebiete und Eigenschaften

Transparente Wärmedämmung ist ein Außen-Dämmsystem für Wände und Fassaden. Besonders geeignet ist sie laut Fachverband Transparente Wärmedämmung für den Einsatz an „massivem Mauerwerk mit hoher Rohdichte“. Die Wärmeleitfähigkeit dieser Wärmedämmung liegt bei etwa 0,066 bis 0,140 W/(m K).

Transparente Wärmedämmung SkizzeFunktionsprinzip einer transparenten Wärmedämmung | Bild: Fachverband Transparente Wärmedämmung e. V.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es gilt: je niedriger die Wärmeleitfähigkeit, desto besser die Dämmung. Nichttransparente  Dämmsysteme (z.B. mit EPS Dämmung) leiten Wärme schlechter und dämmen somit besser. Die wertvolle Zusatzfunktion, Sonnenlicht zur Erwärmung eines Hauses zu nutzen, kann diesen Nachteil transparenter Wärmedämmung allerdings wettmachen.

Transparente Wärmedämmung - Vor- und Nachteile

Wesentlicher Vorteil ist die Doppelfunktion, die transparente Wärmedämmung erfüllt: die Dämmfunktion und die solarthermische Funktion. Allerdings ist transparente Wärmedämmung nicht preisgünstig. Die Kosten liegen zwischen 200 und 700 Euro pro Quadratmeter.

Gemeinsam mit Dämmungs-Fachbetrieben sollte man daher zunächst eine Kosten-Nutzen-Kalkulation durchführen, die auch voraussichtliche Heizkosteneinsparungen berücksichtigt. Auf dieser Basis kann man sich dann für oder gegen eine transparente Wärmedämmung entscheiden.

Andere Dämmstoffe bieten nicht den Vorteil, auch als Zusatzheizsystem zu dienen, aber die Kosten der Wärmedämmung sind niedriger. Ein Überblick über mögliche Dämmstoffe hilft bei der richtigen Entscheidung.

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