Die Wärmedämmung im Themenüberblick

Das beste Heizsystem nutzt nicht viel, wenn ein Gebäude die Energie nicht halten kann und wieder an die Umwelt abgibt. Eine effektive Wärmedämmung hält die Wärme im Inneren. Im Neubau ist ein guter Standard der Wärmedämmung durch die EnEV 2009 vorgeschrieben - aber auch im Altbau kann man mit einer Wärme­dämmung die Heizkosten merklich senken. Mithilfe einer Thermografie lässt sich schnell ermitteln, wie gut die Wärmedämmung eines Hauses wirklich ist.

Gute Wärmedämmung spart Heizkosten und schont die Umwelt

WärmedämmungHier verschwenden vor allem die Fenster Energie |
Bild: BHW Bausparkasse / T. Pingel Energieberatung
Für die Wärmedämmung im Neubau und die Sanierung von Altbauten hat die Energieeinsparverordnung EnEV 2009 Regeln erlassen, die Einfluss auf die Mindest-Wärmedämmung des Hauses haben. Während bei der Sanierung eines Altbaus Vorgaben zur Effektivität der Wärmedämmung bestehen, existiert keine generelle Pflicht zur Wärmedämmung im Altbau.

Das bedeutet: der Hausherr entscheidet selbst, ob er in nachträgliche Wärmedämmung investieren möchte oder nicht. Insbesondere Besitzer von Altbauten der 60er, 70er und teils noch der 80er Jahre ohne nach­trägliche Wärmedämmung können einen derart hohen Wärmeverbrauch haben, dass sich eine nachträgliche Dämmung auf jeden Fall lohnt.

Bei älteren Bauten aus den 20er und 30er Jahren sind der Wärmebedarf und der Nutzen einer nachträglichen Wärmedämmung aufgrund des damals üblichen dickeren Mauerwerks dagegen geringer.

Wärmebildkameras zeigen Schwachstellen

Aufnahmen von Wärmebildkameras helfen bei der Entscheidung, ob sich eine nachträgliche Dämmung rechnet. Eine solche Thermografie gibt einen guten Ersteindruck, wie es um die Wärmedämmung eines Hauses bestellt ist.

Bauteile mit hoher Wärmestrahlung erscheinen auf dem Infrarotbild dann in leuchtendem Rot, während blau dargestellte Bauteile auf der Wärmebild­aufnahme für kühle Stellen des Hauses stehen. Wird beispielsweise mit einer Wärmebildkamera ein Bild von der Fassade eines Hauses aufgenommen, die wie rot glühend wirkt, so spricht das für eine schlechte Wärmedämmung der Fassade. Die Fassade strahlt viel Wärme ab.

Nimmt man etwa im Inneren eines Hauses das Bild eines Fensterbereichs auf, bei dem sich am Rand deutliche blaue Stellen zeigen, so scheint auch die Wärmedämmung des Fensters nicht optimal zu funktionieren. Die blauen Stellen sprechen hier eher für eine schlechte Wärmedämmung - über das Fenster geht viel Wärme verloren und die entsprechende Stelle ist ausgekühlt.

Weitere Fachbegriffe und Kennwerte zur Wärmedämmung

Stellen eines Hauses, an denen Wärme besonders schnell nach außen entweicht, werden als Wärme­brücken bezeichnet. Typische Wärmebrücken eines Hauses sind Fensterrahmen, Hausecken oder Balkone. Neben dem Begriff „Wärmebrücke“ sind für eine Wärmedämmung zwei weitere Begriffe von besonderer Bedeutung:

  • Transmissionswärmeverlust: Als Transmissionswärmeverlust wird die Menge an Wärme­energie bezeichnet, die durch die Hülle eines Gebäudes (z.B. Dach, Außenwände etc.) aus dem Inneren verloren geht. Durch gute Wärmedämmung von Hausteilen wie Dach, Keller und oberste Geschossdecke kann dieser Verlust gesenkt werden.
  • Wärmedurchgangskoeffizient: Er wird auch U-Wert genannt und bezieht sich auf einzelne Bauteile eines Hauses. Er beschreibt die Wärmeenergie pro Zeiteinheit, die durch ein Bauteil fließt, wenn die Temperatur auf der einen Seite des Bauteils um ein Grad Kelvin niedriger ist als auf der anderen Seite. Ein hoher U-Wert eines Bauteils steht also für schlechte Wärme­dämmung und hohe Wärmeverluste an die Umwelt. Gemessen wird der Wärmedurch­gangskoeffizient in Watt pro Quadratmeter und Kelvin: W/(m²·K). Bei der Wärmedämmung nach EnEV 2009 ist beispielsweise bei der Sanierung von Außenwänden ein U-Wert von maximal 0,24 W/(m²·K) vorgeschrieben. Nicht gedämmte und 25 Zentimeter dicke Beton-Außenwände haben einen U-Wert von über drei W/(m²·K).

Fachbetriebe für Wärmedämmung zeigen Schwachstellen im Gebäude auf und beraten gern, welche Maßnahme am geeignetsten für die individuelle Situation ist.

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