Dämmstoffe & Dämmmaterial: Kategorien und Eigenschaften

Dämmstoffe sind Stoffe wie Polyester, künstliche Mineralfasern oder Naturstoffe wie Kork, Hanf oder Kokosfasern. Dämmstoffe werden anhand der Norm DIN 4108-10 kategorisiert. Mit Ausnahme loser Dämmstoffe zur Einblasdämmung, wird aus den Dämmstoffen Dämmmaterial produziert. So werden aus Baumwolle beispielsweise Dämmmatten produziert und Polyurethan wird als Dämmmaterial in Form von Korkplatten genutzt.

Dämmstoffe & Dämmmaterial: mineralisch, synthetisch oder pflanzlich?

DämmstoffeDämmmaterial aus Mineralwolle,
Bild: FMI Fachverband Mineralwolleindustrie e.V.
Zwei Eigenschaften haben alle Dämmstoffe und die aus ihnen produzierten Dämmmaterialien: ihr Volumen ist relativ groß, während sie ein geringes Gewicht aufweisen, da sie kleine und kleinste Hohlräume besitzen. Dämmstoffe lassen sich in mineralische, synthetische und pflanzlich/tierische Dämmstoffe unterteilen.

Zur mineralischen Variante gehören Dämmstoffe wie Schaumglas, Glasgranulate und Mineralschaum. Beispiele für synthetische Dämmstoffe sind Polyester und Polyurethan. Aus ihnen wird Dämmmaterial wie Polyester-Dammmatten und Polyurethan-Hartschaumplatten gefertigt.

Pflanzlich/tierische Dämmstoffe sind unter anderem Baumwolle, Kork oder Holzfasern. Baumwolle eignet sich als Dämmmaterial in Mattenform, während Kork und Holzfasern als so genannte Schüttungen oder für Dämmplatten Verwendung finden. Hier finden Sie eine informative Zusammenstellung der gängigen Naturdämmstoffe. Neben diesen Kategorien gibt es noch synthetisch-mineralische Dämmstoffe wie Mineralfasern, aus denen Dämmmaterial wie Matten oder Platten gefertigt wird.

Dämmstoffe – Konsistenz und Weiterverarbeitung

Dämmmaterial gibt es in Form von Dämmmatten oder Dämmplatten. Bisweilen werden auch nicht weiter verarbeitete Dämmstoffe als Schüttungen verwendet oder als Kerndämmung in Wand-, Decken- oder Bodenzwischenräume eingeblasen.

Dämmstoffe liegen in unterschiedlichen Konsistenzen mit jeweils eigenen Eigenschaften vor. Sie können als mineralische Fasern oder als Fasern aus natürlichem organischem Material vorliegen. Auch Schäume, etwa künstliche organische Schäume, werden eingesetzt.

Polyurethan-Hartschaum ist ein Beispiel für schaumförmige Dämmstoffe. Ein Spezialfall ist die transparente Dämmung. Hier werden so genannte Aerogele eingesetzt. Transparente Dämmung kann Sonnenwärme über die Hauswand direkt im Hausinneren nutzbar machen.

Bei Dämmstoffen entscheidet nicht nur die Wärmeleitfähigkeit

Die Auswahl der Dämmstoffe ist abhängig von der Art der Wärmedämmung. Dämmstoffe und das aus ihnen produzierte Dämmmaterial haben diverse Eigenschaften, die bei Dämmmaßnahmen wichtig sind. Zu ihnen zählen:

  • die Schallschutzeigenschaften,
  • der Grad der möglichen Verformung,
  • die Zugfähigkeit,
  • die Druckbelastbarkeit,
  • der Grad der Wasseraufnahme.

Eine besonders wichtige Eigenschaft der Dämmstoffe ist die möglichst geringe Wärmeleitfähigkeit. Um Dämmstoffe hier schnell einschätzen zu können, wird jedem Dämmstoff eine so genannte Wärmeleitfähigkeitsgruppe zugeordnet.

Brandschutz – eine weitere wichtige Eigenschaft

Brandschutz spielt bei Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) wie auch bei Innendämmung eine wichtige Rolle. Dämmstoffe und das aus ihnen hergestellte, zur Wärmedämmung genutzte Dämmmaterial wird mit diversen Untergruppen in die Baustoffklassen „A“ (nicht brennbar) und „B“ (entflammbar) eingeteilt.

Dämmstoffe der Klasse B1 sind schwer entflammbar und Dämmstoffe der Klasse B2 normal entflammbar, während Dämmmaterial aus Stoffen der Klasse B3 leicht entflammbar ist. Stoffe der Klasse B3 dürfen beim Bau nicht mehr verwendet werden.

Fachbetriebe für Dämmung können Bau- und Hausherrn bei der Auswahl der Dämmstoffe und vom Dämmmaterial helfen.   

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